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Windpark Nachhaltig in die Zukunft

Die Zahl der ökologisch wie ethisch orientierten Aus- und Weiterbildungen wächst.Kein Zweifel: Der Ruf der Finanzbranche hat in letzter Zeit gelitten. Hier zu arbeiten scheint vielen Menschen deutlich unattraktiver als noch vor einigen Jahren. Es gibt aber auch ein neues Bild des Bankers. Gezeichnet von einer Nische der Finanzbranche, die seit einigen Jahren immer bedeutender wird. Sie konzentriert sich auf ein nachhaltiges, ethisches und ökologisches Wirtschaften.

28.04.2012 15:14
Hans-Ludwig Buchholz
Trend unter Finanzleuten: Geld nachhaltig in ökologische Projekte investieren. Hier in einen Windpark. Foto: dpa

Nachhaltiges Investment ist das Schlagwort der neuen Boombranche in der Finanzwelt. Christof Lützel von der sozial-ökologisch ausgerichteten GLS Bank sagt dazu: „Nachhaltige Finanzwirtschaft ist ein sehr stark wachsender Zukunftsmarkt.“ Die Nachfrage macht’s möglich. „Es gibt gerade in Deutschland eine große Zahl von Menschen, die gerne eine grüne Bank hätten und lediglich den Schritt dorthin noch nicht getan haben. Die Zukunft ist rosig.“

Entsprechend groß wird künftig die Nachfrage nach entsprechend ausgebildeten und vor allem motivierten Mitarbeitern sein. Wer heute in der Welt des nachhaltigen Investierens arbeitet, hat in den meisten Fällen einen der klassischen Ausbildungswege hinter sich. Für gewöhnlich sind das die Bankausbildung oder das Wirtschafts-Studium, die auch in die Sparkassenfiliale von nebenan oder die Türme des Frankfurter Finanzviertels führen könnten.

Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit mussten sich Finanzakteure lange Zeit im Berufsleben oder in firmeninternen Weiterbildungen aneignen. Nach und nach etablieren sich jedoch eine Reihe von Ausbildungsmöglichkeiten, die von vornherein mehr vermitteln wollen als nur Betriebswirtschaft und Bilanzen.

Die Chancen, in der neuen grünen Branche arbeiten zu können, steigen dadurch. Ein Beispiel für ein entsprechendes Studium ist der Bachelorstudiengang „Management, Philosophy & Economics“, den die Frankfurt School of Finance & Management seit 2006 anbietet. Dessen Ziel ist es, den Studenten Wissen aus Wirtschafts- und Finanzwissenschaften gemeinsam mit philosophischen und ethischen Überlegungen nahezubringen.

„Wir machen den Studierenden keine Vorgaben, welches Verhalten moralisches oder ethisches Verhalten ist“, sagt Professor Hartmut Kliemt von der Frankfurt School dazu. Und weiter: „Wir wollen ihnen nicht Orientierungswissen geben. Sie sollen aber lernen, wie man sich orientiert, wie man moralische Probleme erkennen und über sie nachdenken kann.“ Die Absolventen sollen also lernen, ihren Fokus zu erweitern.

Im englischsprachigen Raum existieren solche Studiengänge schon länger und mit großem Erfolg. Und auch in Deutschland entstehen immer mehr. So verbindet auch die Universität Bayreuth Philosophie und Finanzen, während die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde verstärkt Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte einbringt.

Für bereits ausgebildete und berufstätige Interessenten gibt es berufsbegleitende oder weiterbildende Qualifizierungsmöglichkeiten. Vorreiter in Deutschland ist der Fernlehrgang „ecoanlageberater“. Die Firma ECOeffekt bildet in diesem klimaneutralen Kurs schon seit sieben Jahren Menschen aus der klassischen Finanzbranche zu Fachberatern für nachhaltiges Investment weiter.

Fachleute vermitteln, wie Finanzberater Geld anlegen können, um ökologische oder soziale Belange zu fördern oder sie zumindest nicht zu verletzen. Die Weiterbildung bleibt dabei strikt finanzwirtschaftlich und auf den Beruf konzentriert. Ähnliche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es mittlerweile auch von mehreren anderen Anbietern.

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