Lade Inhalte...

Interview Die Arbeitslosenquote ist ausgesprochen gering

Carsten Rogge-Strang vom Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes über Berufsaussichten von Bankkaufleuten und das Image von Banken

28.04.2012 15:13
Carsten Rogge-Strang, Mitglied der Geschäftsführung des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes. Foto: AGV

Der Diplom-Volkswirt Carsten Rogge-Strang (45) ist Mitglied der Geschäftsführung des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes. Er ist für Tarifpolitik, Kommunikation und Volkswirtschaft zuständig.

Herr Rogge-Strang, hat die Arbeit im Bankgewerbe auch in Zeiten von Finanz- und Bankenkrisen noch Perspektive für Berufseinsteiger?

Die Antwort lautet ganz eindeutig: ja. Das Image des Berufs ist bei Bewerbern sehr gut. Nach einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung geben 91 Prozent der Bewerber mit Studienberechtigung an: Mit dem Beruf der Finanzkauffrau oder des Finanzkaufmanns beurteilen mich meine Bekannten eher gut oder sehr gut. Das ist der höchste Wert von allen Ausbildungsberufen. Davon sind wir selbst durchaus überrascht. Das Image der Banken hat zweifellos gelitten und man könnte denken, dass das auf diesen Bereich durchschlägt. Das ist aber nicht der Fall. Junge Menschen finden den Bankberuf weiterhin attraktiv und streben dorthin.

Und wie ist die Beschäftigungssituation in den Bankberufen?

Die Beschäftigungssituation muss man differenziert betrachten. Die Beschäftigung ist zwar auch in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen, jedoch im Vergleich zu anderen Bankstandorten in Europa oder auch weltweit im moderaten Rahmen. In Deutschland stehen vor allem das Privatkunden- und das Beratungsgeschäft sowie das Geschäft mit vermögenden Kunden stärker im Vordergrund, als zum Beispiel das Investmentbanking. Dadurch hat hier die Finanzkrise auf die Beschäftigung deutlich geringer durchgeschlagen – wenn überhaupt.

Gilt diese entspannte Lage auch für Neueinsteiger?

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist stabil und die Arbeitslosenquote unter Bankkaufleuten ist ausgesprochen gering. Das zeigt: Wenn ich mich dafür entscheide, einen Bankberuf zu ergreifen, habe ich gute Chancen, auch eine Beschäftigung zu finden. Ich kann auch hier nicht erkennen, dass sich durch die Finanzkrise Wesentliches geändert hat. Hinzu kommt, dass wir auf gute junge Leute angewiesen sind. Es gibt natürlich auch bei uns einen Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte.

Gibt es denn bestimmte Sparten, die Sie Berufseinsteigern besonders empfehlen würden?

Zuerst einmal ist die Vergütung im privaten Bankgewerbe generell gut, unabhängig vom Bereich, in dem man arbeitet. Darüber hinaus stellen wir fest, dass gute Beratung zunehmend gefragt ist. Besonders im Fokus der Banken stehen zurzeit die klassischen Beratungssegmente. In diesem Bereich sind gute und junge Nachwuchskräfte gesucht und das wird nach unserer Einschätzung auch so bleiben.

Interview: Hans-Ludwig Buchholz

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen