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WWE-Debüt für Tim Wiese Wrestling-Fans feiern „The Machine“

Jetzt ist Tim Wiese tatsächlich ein Wrestler. Das WWE-Debüt des ehemaligen Nationaltorhüters endet spektakulär. Nur beim anschließenden Feiern patzt Wiese. Ob das dennoch für mehr reicht?

04.11.2016 08:09
Hochmotiviert: Tim Wiese schaltet für die WWE-Show in den Aggro-Modus - Ringrichter und seine Teamkollegen Cesaor (li.) und Sheamus (2.v.l.) können "The Machine" (2.v.r) kaum zurückhalten. Foto: AFP

Er hat es hinter sich: Tim Wiese ist nun wirklich ein Wrestler. Das wichtigste vorweg: Der langjährige Fußballprofi hat seinen ersten Auftritt vor Publikum einigermaßen unbeschadet überstanden. Und: Wiese durfte seinen ersten Show-Kampf für die WWE (World Wrestling Entertainment) nicht nur gewinnen, unter dem Jubel der Fans am Donnerstagabend war es Wiese auch vorbehalten, das Match zu beenden und einen seiner drei Gegner auf die Matte zu drücken.

An der Seite der erfahrenen WWE-Wrestler Cesaro und Sheamus hatte der einstige Nationaltorhüter in einem sogenannten Six-Man-Tag-Team-Match gegen die Shining Stars und Bo Dallas gekämpft. In der zu drei Vierteln gefüllten Olympiahalle ließ sich der einstige Kicker, der unter dem Kampfnamen «The Machine» antrat, nach der Entscheidung mit der Deutschland-Flagge feiern.

Ehemalige Werder-Profis schauen zu

Wiese war im Januar 2013 letztmals als Fußballer bei 1899 Hoffenheim auf dem Platz gestanden, dann sortierte ihn der Bundesligist aus. Daraufhin saß der Schlussmann, 2009 DFB-Pokalsieger mit Werder Bremen und ein Jahr später im deutschen WM-Kader in Südafrika, seinen Vertrag aus. Weil das Arbeitspapier in diesem Jahr auslief, durfte er seinen Plan umsetzen und als Showkämpfer in den Wrestling-Ring.
«Heute ist es soweit, ich bin bereit», sagte er vor Kampfbeginn auf dem Roten Teppich in der Olympiahalle. «Die Maschine ist da, um zu zerstören.» Auf das Debüt bei dem Event der World Wrestling Entertainment (WWE) hatte sich Wiese lange vorbereitet, in einem Trainingscamp in Florida, im Fitnessstudio und unter der Sonnenbank.

Unterstützt wurde Wiese bei seinem Debüt unter anderem von seinen ehemaligen Bremer Mannschaftskollegen Torsten Frings und Per Mertesacker. Der verletzte Mertesacker revanchierte sich damit bei Wiese für dessen Besuch während seiner Reha-Maßnahmen. Zu den prominenten Besuchern von "WWE live in München" gehörte unter anderem der österreichische "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier, der sich nicht nur durch ein altes "WWF"-T-Shirt als Wrestling-Fan outete.

"Er war immer schon ein willensstarker Typ. Tim ist ein Typ der Extreme, das lebt er aus, und das sollte man respektieren", sagte Mertesacker über seinen ehemaligen Mannschaftskollegen. Frings betonte, dass Wiese "schon immer sehr ehrgeizig war, da konnte ich mir gut vorstellen, dass er es auch durchzieht".

Wiese hält Fahne verkehrt herum

Dann ertönte für Wiese der erste Gong. Nachdem zunächst seine beiden Partner im Ring standen, war schließlich auch der 34-Jährige an der Reihe. Als Newcomer wurde er von seinen Gegner meist verhöhnt und einmal von außerhalb der Ringseile in den Graben geschubst.

Komplizierte Flug- und Sprungmanöver hatte Wiese noch nicht auf Lager. Er trat leger in Jeans, weißem Unterhemd mit dem goldenen Schriftzug «The Machine», Turnschuhen und - natürlich - gegelten Haaren an.

Die Zuschauer hatten seinen Namen schon während der ersten Kämpfe des Abends skandiert, während des Tag-Team-Matches riefen sie immer wieder «Tim Wiese, oh oh» oder «Wiese! Wiese!». Nachdem Wiese den sogenannten Finishing Move gezeigt und den Kampf damit beendet hatte, ließ er sich in den Ringecken auf den Seilen stehend feiern.

Sogar eine Deutschland-Flagge fand sich in dem Moment, nur schwenkte Wiese sie verkehrt rum. Er ist eben noch ein Anfänger im Ring.

Abzuwarten bleibt, ob daraus mehr wird. Bislang hält sich die WWE bedeckt, was einen Vertrag für Tim Wiese betrifft. Wrestling-Experten schätzten die Chancen für weitere Auftritte von "The Machine" im Rahmen der WWE allerdings schon vor seinem Debüt in München als sehr gering ein. (dpa/sid/zys)

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