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Gesamtsieg an Watabe Siegesserie reißt bei Seefeld-Triple - Rießle Dritter

Die Probleme der deutschen Nordischen Kombinierer könnten rechtzeitig vor Olympia gelöst sein. Zumindest das Selbstbewusstsein holen sie sich beim Seefeld-Triple zurück. Knapp zwei Wochen vor Pyeongchang überzeugen in Tirol vor allem Rießle und Geiger.

28.01.2018 17:24
Von Gerald Fritsche, dpa
Kombinierer
Fabian Rießle liegt beim Seefeld-Triple nach zwei Sprüngen auf Rang fünf, beendete den Wettbewerb dann noch als Dritter. Foto: Expa/Jfk

Der entthronte König von Seefeld zog symbolisch seine Mütze vor dem Nachfolger, dann blickte Eric Frenzel schon wieder kämpferisch nach vorne. Platz sechs war für den Oberwiesenthaler ein erstes Lebenszeichen in Sachen Olympia-Medaillen.

Währenddessen feierte der Japaner Akito Watabe seinen ersten großen Einzelerfolg mit dem Gewinn des Seefeld-Triples in der Nordischen Kombination. Dass gemeinsam mit ihm und dem Norweger Jarl Magnus Riiber auch Fabian Rießle auf das Siegerpodest springen konnte, war aus deutscher Sicht ein versöhnlicher Abschluss, auch wenn die Siegesserie bei dem Event in Tirol riss.

„Es geht in die richtige Richtung. Wir haben Fortschritte auf der Schanze gemacht. Mit Fabian Rießle und Vinzenz Geiger haben wir zwei Leute nach vorn gebracht, die die anderen nicht immer auf der Rechnung haben, und mit Eric Frenzel einen, der sich zur richtigen Zeit Selbstvertrauen geholt hat“, analysierte Bundestrainer Hermann Weinbuch die drei Seefeld-Tage.

Bei Rießle und dem erst 20 Jahre alten Geiger klappte auf den WM-Anlagen von 2019 fast alles. „Ich habe noch ein paar Reserven auf der Schanze, aber es läuft immer besser“, sagte Rießle, der den Schlussspurt um Platz drei erst nach Auswertung des Zielfotos für sich entschied. „Ich hatte wohl einen halben Zeh Vorsprung“, scherzte der Schwarzwälder. Sein Kontrahent Geiger nahm es gelassen. „Ich hätte nie für möglich gehalten, hier so weit vorne zu landen. Fabi hat den dritten Platz total verdient“, sagte der Oberstdorfer.

Für Weinbuch war es aus psychologischer Sicht ein Volltreffer, dass die beiden im Spurt vorn waren. „Sie haben den für unschlagbar im Schlussspurt gehaltenen Jörgen Graabak in Schach gehalten. Das ist schon mal ein sehr gutes Zeichen“, lobte der Coach.

Frenzel scheint indes die Lösung für sein Sprungproblem gefunden zu haben. Er verwendete am Sonntag eine neue Bindung und hatte damit ein bedeutend besseres Gefühl. „Es waren die beiden besten Sprünge während der Seefeld-Tage. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte er. der Olympiasieger hatte seinen fünften Triple-Gewinn von vornherein nicht geplant, wollte stattdessen seine Probleme auf der Schanze lösen. „Ob es das nun ist, kann man jetzt noch nicht sagen. Aber es war ein Schritt nach vorne, jetzt kann ich im Training unter anderen Voraussetzungen arbeiten“, bemerkte Frenzel.

Auf so einen Kick wartet Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek noch immer. Er fiel in Seefeld deutlich zurück. Seine Körpersprache verriet teilweise schon Resignation. „Aber auch ihm fehlt nicht viel, seine Sprünge sind gar nicht so schlecht. Es sind Kleinigkeiten, die er verbessern muss. Dafür ist bis Olympia noch Zeit“, analysierte Sprung-Trainer Ronny Ackermann.

(Von Gerald Fritsche, dpa)
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