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Ski alpin K.o. für die alpine Kombination

Die zunehmende Spezialisierung im alpinen Skisport hat der Vielseitigkeit den Garaus gemacht. Ein Kommentar.

Victor Muffat-Jeandet
Viele Chancen, sich als kleiner Kombi-König in den Köpfen der Fans festzusetzen, hat Victor Muffat-Jeandet nicht mehr. Foto: afp

Bei der alpinen Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen ist Ivica Kostelic vor der Super-Kombination abgereist. Trotz seines maladen Rückens hätte der Kroate wohl auch mit einer Augenbinde quasi im Blindflug die Goldmedaille abgegriffen. Der freiwillige Verzicht auf den Titel eines Kombinationsweltmeisters war schon damals nicht der erste Hinweis auf den Niedergang einer Disziplin, in der zu früheren Zeiten die Könige des Ski-Rennsports gekrönt wurden. Der wahre Hahnenkammsieger war bis vor einigen Jahren jener Athlet, der in der Summe am schnellsten die berühmt-berüchtigte Streif und den Ganslernhang heruntergekommen war. 

Große Namen zieren die Liste derer, die sich gleich mehrfach zu Herrschern von Kitzbühel kürten. Marc Girardelli steht ganz oben. Der Name des Luxemburgers steht dabei auch wie der von Kostelic, Pirmin Zurbriggen, Lasse Kjus, Kjetil Andre Aamodt und Jean-Claude Killy für die Spezies Rennfahrer, die sowohl in den technischen als auch in den Speed-Disziplinen absolute Weltklasse verkörperten. Girardelli und Killy sind sogar die Einzigen, die am Hahnenkamm Sieger in der Abfahrt und im Slalom waren. 

Am Freitag hat sich ein Mann namens Victor Muffat-Jeandet ins Siegerbuch der alpinen Kombinierer eingetragen. Viele Chancen, sich als kleiner Kombi-König in den Köpfen der Fans festzusetzen, hat der Franzose nicht mehr. Die alpine Kombination kommt in der kommenden Saison, zumindest im Weltcup, auf den Müllhaufen der Geschichte. Das einst hoch geachtete Duett im Schnee war längst zu einer Farce geworden. Es war zuletzt, trotz des einen oder anderen Reförmchens (Super-Kombi), vor allem eine Chance für die rennfahrerische Mittelklasse, Medaillen und Meriten zu gewinnen.

Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass in Alexis Pinturault ein wahrhaftiger Weltklasseathlet die Regentschaft in der alpinen Kombination übernommen hatte. Der Franzose steht viel mehr dafür, dass die Kombi die flinken Techniker gegenüber den Hochgeschwindigkeits-Heroen noch mehr bevorteilte, als dies zu früheren Zeiten der Fall war. Die zunehmende Spezialisierung im alpinen Skisport hat der Vielseitigkeit den Garaus gemacht. 

Außerdem orientiert sich auch die altehrwürdige Talfahrt mehr und mehr an Formaten, die Event-Charakter haben. City-Rennen, Parallel- und Teamwettbewerbe generieren mehr Aufmerksamkeit als Rennläufer, die sich immer mehr in der „falschen“ Disziplin den Berg herunter quälen. 

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