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Volltreffer Gelobt, gefallen, auferstanden

Der Ex-Lauterer Daniel Halfar ist bei Arminia Bielefeld endlich auf einem Weg aus der Sackgasse.

24.11.2008 00:11
JAN CHRISTIAN MÜLLER
Arminia Bielefeld v Bayer Leverkusen - Bundesliga
Mit Dank nach oben: Die Bielefelder Daniel Halfar (rechts) und Jonas Kampar feiern den Sieg gegen Leverkusen. Foto: Getty Images

Bielefelds Trainer Michael Frontzeck hat nach dem 2:1 gegen Bayer Leverkusen gleich aus zwei Gründen Anlass zur vermehrten Freude gehabt. Erstens, weil die Arminia die drei Punkt nach zuvor acht Spielen ohne Sieg bitter nötig hatte, und zweitens, weil ein kleiner Mann hauptverantwortlich für den unverhofften Erfolg war, der einst als riesengroßes Talent des 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga gerauscht war, ehe es als Versager vom Betzenberg auf die Alm verjagt wurde: Daniel Halfar. "Ich hoffe", sagte Frontzeck am Samstagabend, nachdem Halfar ein Tor mit einem gewonnenen Zweikampf an der Mittellinie, einem Sprint über 40 Meter plus feiner Vorlage auf Artur Wichniarek vorbereitet und eines, das erste für die Arminia, selbst erzielt hatte, "dass sich bei Daniel nun eine Blockade löst."

Eine Blockade, die der erst zarte 20 Jahre alte Halfar inzwischen fast zwei Jahre nicht zu lösen vermochte. Der 1,72 Meter kleine Angreifer gehörte in der Kaiserslauterer Abstiegssaison zu den Aufsteigern der Pfälzer. Da war er gerade mal 18. Mit seinen Tempodribblings hat er großen Anteil daran gehabt, dass die zuvor schon so gut wie abgeschlagenen Lauterer am letzten Spieltag der Saison 2005/06, beim 2:2 in Wolfsburg, nur um Haaresbreite den Klassenerhalt verpassten. Er, Abwehrspieler Fabian Schönheim und Mittelfeldmann Sebastian Reinert waren nicht nur nach Ansicht des damaligen Trainers Wolfgang Wolf die "Zukunft des Vereins". Mittlerweile sagt FCK-Boss Stefan Kuntz rückblickend: "Den Jungen wurde zu viel aufgebürdet."

Halfar jedenfalls handelte sich in der folgenden Zweitligasaison ein hartnäckiges Rückenleiden ein. Der Lebenswandel des durchaus zur Eitelkeit neigenen, alle drei Wochen beim Friseur vorstelligen Jungstars, der in der Lauterer Fußgängerzone das Blut manches Mädchens durch bloße Anwesenheit in Wallung brachte, wurde zudem als unstet beschrieben. Der U-21-Nationalspieler, der seit der E-Jugend drei - bis fünfmal pro Woche vom FCK per Fahrservice von seinem Geburtsort Mannheim nach Kaiserslautern hin und her befördert worden war, spielte in einem verkorksten Spieljahr 2006/07 nur elfmal in der zweiten und viermal in der Regionalliga.

Der Wechsel nach Bielefeld schien der einzige Ausweg aus der Sackgasse, in die sich der möglicherweise zu schnell hofierte und hochgelobte Halfar sich manövriert hatte. Nach 16 Spielen (null Tore, nur zwei Begegnungen über 90 Minuten) im ersten Jahr in Bielefeld sind es in dieser Saison bislang 13 Einsätze in 14 Spielen gewesen, allerdings nur einer über die volle Distanz. Am Samstag wurde Halfar zur Pause eingewechselt. Er hat die Halbzeit perfekt genutzt.

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