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Tour de France Sabotage überschattet Tour de France

Weil Unbekannte Teppichnägel auf die Fahrbahn werfen, stürzen bei der 14. Etappe mehrere Profis. Am schlimmsten erwischt es Robert Kiserlovski: Der Kroate fällt und muss mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aufgeben. Die Tour-Verantwortlichen sind entsetzt.

15.07.2012 20:05
Cadel Evans musste infolge der Sabotage mehrfach stoppen. Foto: dpa

Weil Unbekannte Teppichnägel auf die Fahrbahn werfen, stürzen bei der 14. Etappe mehrere Profis. Am schlimmsten erwischt es Robert Kiserlovski: Der Kroate fällt und muss mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aufgeben. Die Tour-Verantwortlichen sind entsetzt.

Cadel Evans stand hilflos ohne Hinterrad auf dem Gipfel der Mur de Peguere, der Kroate Robert Kiserlovski krümmte sich mit großen Schmerzen auf dem Asphalt und sogar das TV-Motorrad wurde mit einem Plattfuß aus dem Verkehr gezogen. Ein Sabotage-Akt hat die 14. Etappe der 99. Tour de France überschattet. Zahlreiche Teppichnägel waren auf die Strecke geworfen worden, sodass es zu etlichen Defekten bei den Spitzenfahrern kam.

„So viele Defekte sind verdächtig. Es ist etwas auf die Straße geworfen worden. Das war ein dummer Streich. Es war sehr gefährlich für die Fahrer“, schimpfte Tourchef Christian Prudhomme und Renndirektor Jean-Francois Pescheux ergänzte: „30 von 50 Fahrern hatten einen Platten. Wir konnten das Rennen nicht neutralisieren, weil alles so schnell ging. Wir wissen nicht, wer der Täter war.“

Mechaniker im Dauereinsatz

Besonders heftig hatte es Kiserlovski und Vorjahressieger Evans erwischt.

Kiserlovski stürzte so schwer, dass er das Rennen mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch aufgeben musste. Evans musste indes gleich dreimal das Hinterrad und einmal das Vorderrad wechseln. Immer wieder standen Fahrer am Straßenrand, die Mechaniker waren quasi im Dauereinsatz. So sprach Evans' BMC-Teamchef Jim Ochowicz gleich von einem „kriminellen Akt“.

Auch Wiggins hat einen Platten

Auch Spitzenreiter Bradley Wiggins war nicht unbeschadet davongekommen, der Brite musste einmal das Rad wechseln. Zuvor hatte der Bahn-Olympiasieger aber Größe bewiesen und seine Mitstreiter in der Favoritengruppe angewiesen, das Tempo zu drosseln, bis Evans und alle weiteren abgehängten Fahrer wieder aufgeschlossen hatten. „Es ist traurig, aber als Radsportler müssen wir es wohl hinnehmen. Im Fußballstadion wäre man sofort verhaftet worden. Wir sind nun einmal verwundbar. Ich hoffe, dass das nicht noch einmal passiert. Was soll man machen? Man kann das nicht kontrollieren“, sagte Wiggins und fügte hinzu: „Wir wussten sofort, das irgendwas nicht stimmt. Plötzlich hatten 15, 16 Fahrer einen Platten.“

Für sein Verhalten erhielt Wiggins viel Lob. „Es war sehr ehrlich und fair von ihm, dass er gewartet hat“, lobte BMC-Sportdirektor John Lelangue. Aber auch die Begleitfahrzeuge waren betroffen. Das TV-Motorrad musste beispielsweise auch mit einem Plattfuß stoppen.

Der Sabotage-Akt war auch ein Grund dafür, warum sich die Favoriten einen Rückstand von gut 18 Minuten auf Tagessieger Luis Leon Sanchez eingehandelt hatten. Der Spanier und seine Mitstreiter in der Ausreißergruppe waren jedenfalls von dem Vorfall nicht betroffen und machten den Sieg unter sich aus. So siegte nach 191 Kilometern von Limoux nach Foix Solist Sanchez mit einem Vorsprung von 47 Sekunden vor den Mitausreißern Peter Sagan (Slowakei) und Sandy Casar (Frankreich). Es war bereits der fünfte Tour-Etappensieg in der Karriere des Spaniers.

Wiggins weiter 2:05 Minuten vor Froome

Das Gelbe Trikot von Wiggins war beim Einstieg in die Pyrenäen so oder so zu keiner Zeit in Gefahr. Der Bahn-Olympiasieger geht mit einem Vorsprung von 2:05 Minuten auf seinen Landsmann und Sky-Teamkollegen Christopher Froome in die letzte Tour-Woche und hat den ersten britischen Gesamtsieg in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt weiter fest im Visier.

Weiter geht es am Montag mit der 15. Etappe über 158,5 Kilometer von Samatan nach Pau. Das Profil der 158,5 Kilometer spricht eigentlich für eine Sprintentscheidung, denn es gibt lediglich drei kleinere Bergwertungen. Allerdings geht es auf der Fahrt mit den Pyrenäen in Sichtweite ständig auf und ab, sodass Ausreißer - den Ruhetag am Dienstag im Hinterkopf - einiges riskieren werden. (dapd)

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