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Volleyball Messen mit den Besten

Julian Zenger von den United Volleys steht symbolisch für den Verjüngungsprozess in der Volleyball-Nationalmannschaft

Julian Zenger
Warten auf Brasilien: Julian Zenger von den United Volleys. Foto: imago

Gegen einen Olympiasieger spielt man nicht alle Tage. Julian Zenger und Moritz Karlitzek erhalten diese Möglichkeit zum Saisonstart gleich im Doppelpack. Die beiden Profis der United Volleys Frankfurt treten am Freitag (19 Uhr) in Leipzig und am Sonntag (16 Uhr) in Dresden mit der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft gegen Brasilien an. Eigentlich wäre auch noch ihr Vereinskollege Tobias Krick als dritter Frankfurter dabei. Doch der 19-Jährige konzentriert sich nach Absprache mit Bundestrainer Andrea Giani in der Saisonvorbereitung ganz auf seinen Heimatverein.

„Das sind mehr als nur zwei Trainingsspiele. Da können wir gucken, wo wir stehen und woran wir arbeiten müssen“, beschreibt Julian Zenger die Bedeutung der Duelle gegen die Südamerikaner. „Brasilien hat seit Jahren eine Mannschaft auf Topniveau. Das wird nicht einfach.“ Der Libero, vor anderthalb Wochen 21 Jahre alt geworden, gehört trotz seines jungen Alters bereits zur deutschen Stammformation. Im Sommer 2016 absolvierte er als 18-Jähriger sein erstes A-Länderspiel und stieß mit dem DVV-Team im Jahr darauf bei der EM in Polen bis in Endspiel gegen Russland vor. Zenger gehörte damit jenem Silberteam an, das die erste EM-Medaille überhaupt für Deutschland gewann.

Der Frankfurter steht symbolisch für den Verjüngungsprozess im deutschen Nationalteam, das die Qualifikation für die am Sonntag beginnende Weltmeisterschaft in Italien und Bulgarien verpasst hat. Für die Auswahl des ehemaligen italienischen Nationalspielers Giani bilden die Länderspiele gegen den Olympiasieger den Abschluss des Jahres. Brasilien hingegen startet am Mittwoch mit dem Spiel gegen Ägypten ins WM-Turnier.

Olympia 2020 als Ziel

Zenger wird womöglich noch öfter in seiner Karriere auf herausragende Volleyballnationen treffen. Dem 1,90 Meter großen Libero gehört in Deutschland die Zukunft auf seiner Position. Seit 2017 spielt er für Bundesligist United Volleys, sein Dreijahres-Vertrag läuft noch bis 2020. Den neuen Frankfurter Trainer Stelio DeRocco und die sechs neu verpflichteten Vereinskollegen hat Zenger zwar schon kennengelernt. Aber nur bei einem kurzen Fotoshooting. Trainiert hat er mit den United Volleys in dieser Saison noch nicht. Seit dem 1. August befindet er sich fast durchweg mit der Nationalmannschaft in Berlin-Kienbaum, kommt nur zu Kurzbesuchen in die Heimat. „Am nächsten Dienstag steige ich dann in Frankfurt ins Training ein“, berichtet Zenger.

Seinen neuen Coach DeRocco hatte der 21-Jährige schon vor ein paar Monaten mit dem Nationalteam in Kanada getroffen. „Ich kenne ihn zwar noch nicht vom Training. Aber als Typ ist er sehr nett. Ich glaube, das passt durchaus.“ Das Leistungsvermögen seiner neu zusammengestellten Mannschaft kann er freilich noch nicht genau einschätzen. Zenger ist aber guter Dinge. „Ich denke, wir bekommen das wieder ordentlich hin.“

Zunächst möchte er die beiden Länderspiele gegen Brasilien gut hinbekommen. Zenger und seine Nationalmannschafts-Kollegen wollen sich achtbar schlagen und für die Vision Olympia 2020 in Form bringen. Die Qualifikation für Tokio ist das große Ziel der DVV-Auswahl, nachdem das Ticket für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro knapp verpasst wurde.

Seitdem wurde ein „sanfter“ Umbruch eingeleitet. Junge Spieler wie Zenger, Krick und der ebenfalls erst 22-jährige Karlitzek rücken mehr in den Fokus und werden im DVV-Team von erfahrenen Akteuren wie Georg Grozer (Nowosibirsk), Marcus Böhme (Piräus) und Lukas Kampa (Wegiel) geführt. Auch die Nations League, an der die weltbesten Nationalteams teilnehmen, soll zu diesem Prozess beitragen. Zenger ist bereit.

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