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Turn-Weltmeisterin Weltmeisterin im Tunnel: Schäfer fokussiert auf die EM

Glasgow ist für Pauline Schäfer ein gutes Pflaster. Hier gewann die Schwebebalken-Spezialistin vor drei Jahren ihre erste WM-Medaille. Nun gilt sie vor der EM als eine der Favoritinnen. Doch im Fokus steht das Team. Und über Medaillen möchte sie nicht sprechen.

02.08.2018 13:41
Von Frank Thomas, dpa
Pauline Schäfer
Blickt optimistisch Richung Turn-EM: Pauline Schäfer. Foto: Sebastian Willnow

Acht Monate lang war es ruhig geworden um die erste deutsche Turn-Weltmeisterin seit 30 Jahren. Akribisch bereitete Pauline Schäfer im Winter ihre Übungen vor, die sie nun von Donnerstag an bei den EM im Rahmen der European Championships präsentieren will.

„Ich habe ein ganz gutes Gefühl und freue mich auf die Wettkämpfe. Es ist toll zu wissen, dass ich in dieser Halle WM-Bronze gewonnen habe“, meinte die Schwebalken-Königin vor den am Donnerstag beginnenden Titelkämpfen in Glasgow.

Ihre weltmeisterliche Übung hat die 21-jährige Saarländerin, die seit zehn Jahren in Chemnitz lebt und trainiert, noch einmal mächtig aufgestockt. „Ich strebe einen Ausgangswert von 5,8 Punkten an. Das sind drei Zehntel mehr als bei der WM 2017“, verriet sie. Aber noch wichtiger sei für sie die Ausführung. „Je sauberer, desto besser“, benannte sie ihre Ziele, ungeachtet anhaltender Rückenprobleme: „Es ging die letzten Wochen nicht so gut, aber ich kann damit turnen.“

Dass sich seine Freundin von solchen Problemen nicht beeindrucken lässt, unterstrich Reck-Spezialist Andreas Bretschneider. „Sie ist der Wahnsinn. Selbst mit der schlechtesten Vorbereitung kann sie in der entscheidenden Minute alles abrufen. Sie ist wie im Tunnel: der absolute Wettkampftyp. Da kann ich einiges von ihr lernen“, meinte der Chemnitzer schmunzelnd. Anfeuern kann er seine Partnerin in Glasgow nicht. „Wir kommen gerade erst an, wenn sie abfliegen. Aber im Fernsehen werden ich ihren Wettkampf verfolgen“, kündigte er an.

Die Weltmeisterin ist nach dem verletzungsbedingten Ausfällen der Olympia-Turnerinnen Elisabeth Seitz, Tabea Alt und Sophie Scheder nun neben der Stuttgarterin Kim Bui die erfahrenste im deutschen Quintett von Glasgow. Sie wird nach ihrem Mehrkampferfolg bei der nationalen EM-Ausscheidung die Riege anführen, die den Vergleich mit den stärksten Teams des Kontinents nicht zu scheuen braucht. „Zuversicht, Motivation, Sicherheit - no risk, no fun“, gab Cheftrainerin Ulla Koch die Devise für ihr Team aus, in dem die 16-jährige Emma Höfele aus Karlsruhe ihr EM-Debüt erlebt.

„Über eine Team-Medaille sprechen wir nicht. Unser Ziel ist es, ins Finale einzuziehen und weitere Erfahrungen zu sammeln“, bekannte Pauline Schäfer zurückhaltend. Noch nie gelang es deutschen Turnerinnen, das EM-Podest zu stürmen. Vor vier Jahren war die Riege mit Schäfer und Bui auf Platz vier in der Mannschafts-Konkurrenz in Sofia schon ganz dicht dran. Zu den Favoriten gehören in Glasgow die sehr sauber turnenden Belgierinnen und die jungen Niederländerinnen.

(Von Frank Thomas, dpa)

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