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Judo Frankfurter Alexander Wieczerzak holt WM-Titel

Ausgerechnet der von Verletzungen gebeutelte Frankfurter Judoka Alexander Wieczerzak gewinnt in Budapest sensationell Gold.

31.08.2017 18:14
Weltmeister!
Alexander Wieczerzak feiert seinen Sieg in der Klasse bis 81 Kilogramm. Foto: Tibor Illyes

Als der neue Weltmeister Alexander Wieczerzak sein Judo-Märchen wahr gemacht hatte, fiel er Bundestrainer Richard Trautmann in die Arme und weinte hemmungslos: Ausgerechnet der so von Verletzungen gebeutelte Frankfurter hat dem deutschen Team bei der WM in Budapest den ersehnten Durchbruch verschafft und sensationell das erste Gold seit 14 Jahren gewonnen.

„Ich kann es gar nicht glauben, es ist Wahnsinn! Das erste Mal bin ich als Junior vor sieben Jahren Weltmeister geworden und jetzt auch das zweite Mal mit Richard Trautmann als Trainer“, sagte Wieczerzak, der 2010 unter dem damaligen Nachwuchs-Coach Trautmann Gold bei der U20-WM geholt hatte.

Auch Peter Frese war völlig aus dem Häuschen: „Alexander hat so super gekämpft, das ist traumhaft“, sagte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB) dem SID nach der ersten Medaille bei den Titelkämpfen in Ungarn: „Von Kampf zu Kampf hat er sich gesteigert, war immer souverän. Was willst du mehr?“

Erster deutscher Weltmeister seit Florian Wanner

Im Finale der Klasse bis 81 kg besiegte Wieczerzak den Italiener Matteo Marconcini und feierte den größten Erfolgs seit Ole Bischofs Olympiasieg 2008 in Peking. Der 26-Jährige ist der erste deutsche Weltmeister seit Florian Wanner, der 2003 in derselben Gewichtsklasse triumphiert hatte.

Wieczerzak hatte im Halbfinale den russischen Olympiasieger Chasan Chalmursajew besiegt, nachdem er zuvor bereits Europameister Alan Chubezow (ebenfalls Russland) geschlagen hatte. Im Finale gelang Wieczerzak dann nach 1:56 Minuten der entscheidende Ippon zum vorzeitigen Triumph.

Der neue Männer-Bundestrainer Trautmann (Olympiadritter 1992 und 1996), der nach den Olympischen Spielen in Rio Detlef Ultsch beerbt hatte, feierte damit bereits bei seiner ersten ganz großen Meisterschaft den großen Coup. „Er hat einen Riesenanteil an diesem Gold, Alexander und er sind ein Riesenteam“, sagte Frese. 

Nach seinem WM-Erfolg 2010 bei der U20 unter Trautmanns Anleitung galt Wieczerzak als potenzieller Nachfolger der großen deutschen Kämpfer in dieser Gewichtsklasse: Frank Wieneke (1984) und Bischof waren Olympiasieger, Wanner Weltmeister.

Dengue-Fieber, Rippenbruch und Ellbogen-OP 

Danach bremste ihn aber geradezu tragisches Verletzungspech aus. Olympia in Rio verpasste Wieczerzak, nachdem er sich zuvor bei einem Wettkampf in Havanna mit Dengue-Fieber angesteckt hatte. Danach folgten ein Rippenbruch, eine Ellbogen-OP und ein Bänderriss im Knie - der WM-Start in Budapest stand lange auf der Kippe.

Als Trautmann nach Olympia von München nach Köln zog, um sein Bundestrainer-Amt anzutreten, sollte dies zum Glücksfall für den Wahl-Kölner Wieczerzak werden, der fortan dauerhaft und ständig mit seinem alten Mentor arbeitete. „Ich hätte nichts besser machen können“, sagte Wieczerzak der Frankfurter Neuen Presse: „Er lebt das Judo, und er gibt dir auf jede Frage eine individuelle Antwort.“

Ein zweite Medaille verpasste Martyna Trajdos (Hamburg) denkbar knapp. Die 28 Jahre alte Ex-Europameisterin unterlag im kleinen Finale der Polin Agata Ozdoba erst in der Verlängerung durch Golden Score.(sid) 

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