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Sportler des Jahres Johannes Rydzek wird Sportler des Jahres

Johannes Rydzek liebt den Nervenkitzel - ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Eine gute Kombi für einen Kombinierer.

Johannes Rydzek
Überflieger in der Spur: Johannes Rydzek. Foto: imago

Johannes Rydzek ist anders. Unkonventionell, würde er selbst über sich sagen. Einer, der den Nervenkitzel liebt, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Eine gute Kombi für einen Kombinierer, der sich nur allzu gerne von den Schanzen dieser Welt hinunterstürzt, um sich anschließend in der Loipe die Lunge aus dem Hals zu rennen. Das machte im vergangenen Winter keiner besser als er. Deshalb hat er den Weltcup gewonnen und – als wäre das nicht schon ein tolles Ergebnis – gab bei der WM in Lahti den Kannibalen: vier Mal Gold! Nicht nur die Konkurrenz verneigte sich ehrfürchtig vor dem Mann aus Oberstdorf, der nun erstmals auch zum Sportler des Jahres aufgestiegen ist.

Der Beste zu sein, das motiviert Rydzek. Nicht nur im Winter, wenn es schneit – auch im Sommer. Im vergangenen September etwa ist der 26-Jährige mal wieder rausgefahren zur Skiflugschanze in Oberstdorf. Ein PR-Termin, zugegeben – ohne Ski unter den Füßen. Aber mächtig Gummi unter den Sohlen. Rydzek gab den Schanzenflitzer, sprintete die Heini-Klopfer-Schanze hinauf, 37 Grad steil – 50 Meter in 27,69. Weltrekord! Er pulverisierte die alte Bestmarke um mehr als drei Sekunden. Nachzulesen im Guinness-Buch der Rekorde.

Es gibt aber auch den anderen Johannes Rydzek. Den Genießer, der unzweifelhaft auch einen respektablen Barista abgeben könnte. Der Mann aus dem Allgäu ist ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker. „Ich zelebriere das, probiere aus, das ist auch ein Ausgleich.“ Er könnte das schwarze Gold den ganzen Tag über trinken. Selbst auf seine Siege stößt er lieber mit einer Melange statt Schampus an.

In diesem Winter läuft´s noch nicht so rund. Die Konkurrenz, nicht nur im eigenen Lager, - ist stark. „Noch einmal solch eine Dominanz“, sagt er, „wird es nicht geben“. Am Samstag im Ramsau musste sich Rydzek nach einem verpatzten Sprung mit Rang 21 begnügen, tags darauf rutschte er als Fünfter ins Ziel. Abgehakt. Sein großer Traum: Gold bei Olympia in Pyeongchang. Das fehlt ihm nach Silber in Sotschi und Bronze in Vancouver nämlich noch.

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