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IOC-Vollversammlung Olympia-Skandal verhagelt Bachs Pläne

Eigentlich soll die Vollversammlung in Lima einen Neustart für das IOC markieren: Mit Paris und Los Angeles werden zwei sehr starke Olympia-Gastgeber gekürt.

12.09.2017 07:35
Thomas Bach
Kämpft um das Image des IOC: Präsident Thomas Bach. Foto: Martin Mejia

Thomas Bach will eigentlich über die Zukunft sprechen. Über die historische Doppelvergabe der Olympischen Spiele an Paris 2024 und an Los Angeles 2028.

Doch fast 45 Minuten lang muss der IOC-Präsident Fragen zu einem neuen Skandal der Vergangenheit beantworten: Wurden die Spiele 2016 in Rio gekauft? Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees gibt auf dem Podium in der peruanischen Hauptstadt Lima, wo die Vergabe gefeiert werden soll, den Kämpfer gegen Korruption. „Wenn Beweise vorgelegt werden, werden wir handeln“, sagte er und versucht vorzubauen. „Keine Organisation in der Welt ist immun.“

War auch die Vergabe an Tokio geschmiert?

Rückblick: Es ist gerade mal ein gutes Jahr her, da schaute ein Milliardenpublikum auf Carlos Arthur Nuzman. „Der beste Platz ist jetzt hier“, rief der brasilianische Chef des Organisationskomitees bei der Eröffnung der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro - Bach stand strahlend daneben. Nuzmans voller Inbrunst vorgetragene Rede wurde bejubelt. Einen kleinen Schnitzer sahen ihm alle in diesem Moment gern nach: Bach habe immer an den Sex von Rio geglaubt. Er wollte „Success“ (Erfolg) sagen.

Dieser Nuzman musste nun seinen Reisepass abgeben, sein Haus wurde durchsucht, seine Konten gesperrt. Und er ist es, der Thomas Bach seine so sorgfältig vorbereitete, historische Doppelvergabe bei der IOC-Session, der Vollversammlung der Mitglieder, in Lima zu verhageln droht. Es geht mittlerweile um die Frage, ob auch bei der Vergabe an Tokio 2020 geschmiert worden ist.

In Lima wird dann eine Erklärung der Exekutive, der Führungssitze, herausgegeben. Ohne Nuzman, das IOC-Ehrenmitglied, zu erwähnen, heißt es: Man will Auskunft von der brasilianischen Justiz. Bach betont, eigene Anwälte hätten sich mit den Behörden in Verbindung gesetzt.

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