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Saisonstart HSV bei Zweitliga-Debüt vorgeführt - Magdeburg verliert

Das historische erste Zweitligaspiel wurde für den HSV zum Alptraum. Nach dem 0:3 gegen Kiel will man sich beim einstigen Erstliga-Dino aber nicht auseinanderdividieren lassen. Mitabsteiger Köln zeigte mit Kiels Ex-Coach Anfang hingegen, wie es im Unterhaus laufen muss.

05.08.2018 18:33
Von Ulf Zimmermann, dpa
Hamburger SV - Holstein Kiel 0:3
Kiels Mathias Honsak (l/9) erzeilt an HSV-Spieler Gotoku Sakai vorbei gegen Torwart Julian Pollersbeck das Tor zum 0:3-Endstand. Foto: Daniel Bockwoldt

Der Hamburger SV erlebte bei den ersten Schritten in einer neuen Fußballwelt eine Bruchlandung, der 1. FC Köln fand auf dem bekannt holprigen Terrain dagegen gleich in die Spur.

Hohn und Spott ergossen sich über den HSV nach dem 0:3 (0:0) gegen Holstein Kiel, dem ersten Zweitligaspiel des einstigen Bundesliga-Dinos. „Wir werden jetzt nicht alles über den Haufen werfen und alles in Zweifel ziehen“, sagte Trainer Christian Titz trotz der Niederlage zum Saisonstart. Die Kölner gewannen 2:0 (1:0) beim VfL Bochum.

Der andere Neuling startete sein Zweitliga-Abenteuer gleichfalls mit einer Niederlage: Das Debüt des früheren Europacupgewinners 1. FC Magdeburg ging beim 1:2 (1:1) gegen den FC St. Pauli daneben, obwohl Christian Beck (16. Minute) mit dem 1:0 das erste Tor der Magdeburger in Liga zwei gelang. Doch Christopher Buchtmann (29.) und Marvin Knoll (81.) drehten die Partie.

Magdeburgs Mitaufsteiger SC Paderborn verlor am Sonntag bei Darmstadt 98 mit 0:1 (0:0). Dabei vergab Paderborn nach dem Gegentor von Serdar Dursun (52.) durch Sebastian Schonlau einen Elfmeter zum möglichen Ausgleich. Im Duell der neuen Trainer Urs Fischer und Daniel Meyer gab es für den 1. FC Union Berlin beim 1:0 (0:0) gegen Erzgebirge Aue einen späten Sieg durch Felix Kroos (87.). Die Begegnung zwischen dem 1. FC Heidenheim und Arminia Bielefeld endete 1:1 (1:1).

St. Pauli-Coach Markus Kauczinski war nach dem ersten Auswärtserfolg der Hamburger seit Februar happy: „Am Ende war's noch einmal umkämpft, aber, glaube ich, auch verdient“, sagte er im Anschluss an das Siegtor von Neuzugang Knoll. Für Berlins Schweizer Trainer Fischer zählte beim 1:0 gegen Aue „in erster Linie das Resultat. Aber wir haben noch viel Luft nach oben“, kommentierte er im TV-Sender Sky. Für Paderborn war das 0:1 in Darmstadt die erste Niederlage in einem Ligaspiel seit einem halben Jahr: „Ich glaube schon, dass wir es besser machen müssen“, bemerkte SCP-Coach Steffen Baumgart zum Unterschied zwischen 3. und 2. Liga.

HSV-Sportchef Ralf Becker, der 2017/18 mit Kiel den Aufstieg knapp verpasst hatte, bemühte sich, dem Fehlstart die Brisanz zu nehmen. „Wir lassen uns nach einem Spieltag nicht verrückt machen und auseinanderdividieren“, sagte Becker. Am Freitag waren 57.000 Zuschauer nach den Toren der Kieler Jonas Meffert, David Kinsombi, Mathias Honsak allerdings geschockt - wie Ex-HSV-Chef Jürgen Hunke, der „Leidenschaft und Wille“ vermisste.

Der Kölner Erfolg in Bochum wurde durch ein Eigentor von Maxim Leitsch (44. Minute) eingeleitet. Rafael Czichos (60.) sorgte für die Entscheidung. „Ich muss meinen Jungs ein Kompliment machen. Sie haben das Thema Zweite Bundesliga angenommen“, sagte der neue FC-Trainer Markus Anfang, vergangene Saison noch in Kiel.

Für Köln, den ersten Bundesliga-Meister, ist es die bereits neunte Saison in der Zweitklassigkeit. Nach dem ersten Abstieg 1998 blieb der FC zwei Jahre in der 2. Liga. In Hamburg hält man sich lieber an eine andere Statistik: Der letzte Bundesliga-Absteiger, der mit einer Niederlage startete und trotzdem die Rückkehr schaffte, war der SC Freiburg in der Saison 2015/2016.

Die SpVgg Greuther Fürth kam gegen Sandhausen nach einem 0:1-Rückstand dank dreier später Tore innerhalb von zwölf Minuten zu einem 3:1 (0:0). Erfolgreich startete auch Jahn Regensburg mit dem 2:1 (1:1) gegen den früheren Erstligisten FC Ingolstadt.

(Von Ulf Zimmermann, dpa)

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