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Fußball Auch Trainer müssen mal runterfahren

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz regeneriert bewusst.

Sandro Schwarz
Legt Wert auf Pausen: Sandro Schwarz. Foto: imago

Die engsten Wegbegleiter von Sandro Schwarz in der alltäglichen Arbeit wundert es längst nicht mehr. Wie er sich zwischen zwei Trainingseinheiten Kopfhörer aufsetzt, um mit frequenzmodulierten Musikprogrammen eine halbe Stunde zu regenerieren. „Diese kurzen Pausen tun mit sehr gut“, hat der Trainer des Bundesligisten FSV Mainz 05 der „Sportärztezeitung“ verraten.

Was nach den Übungseinheiten klappt, ist nach einem Wettkampf fast unmöglich: einfach mal abzuschalten und runterzufahren. „Man analysiert nochmal das Spiel, auch wenn man eigentlich schlafen sollte, macht sich Gedanken für den nächsten Gegner und die nächste Woche. Das Runterkommen findet dann eigentlich erst am Montag im Kreis der Familie statt, wenn die Gespräche sich nicht um den Fußball drehen“, bekennt der 39-Jährige. Dazu müsse aber am Sonntag alles vom Spieltag abgearbeitet sein.

Schwierig für einen Cheftrainer in einer Branche, in der Medienvertreter noch am Dienstag nach Erklärungen verlangen, was sich vergangenen Samstag wieso, weshalb, warum ereignet hat. Schwarz erlebt seine erste Saison im Oberhaus und erfährt gerade, wie in der Endphase der Druck fast täglich steigt. Als Vater von zwei kleinen Kindern könne er noch ganz gut auf andere Gedanken kommen, beteuert er. Mitunter schläft er unter der Woche schon beim Ins-Bett-Bringen seiner Kinder mit ein. Viel Schlaf ist ihm wichtig.

„In unserem Job braucht man einen vollen Akku. Ohne regenerative Maßnahmen wird es physisch, aber auch psychisch schwierig.“ Gesunde Ernährung, ein positives familiäres Umfeld geben in stressigen Phasen Kraft und Halt. Und am Spieltag, bevor die Anspannung dann wieder auf ein Maximum steigt, geht er bis zu 30 Minuten joggen. Der ehemalige Zweitligaprofi erfüllt jene Voraussetzungen, die Professor Dr. Michael Kellmann von der Ruhr-Universität für den Bund Deutscher Fußballlehrer (BDFL) genannt hat: „Grundsätzlich ist es nicht schlimm, hoch beansprucht zu sein, solange eine Person weiß, wie er sich wieder erholen kann.“

Seitdem Jeff Strasser, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, zu Jahresbeginn im Zweitligaspiel beim SV Darmstadt 98 mit Blaulicht ins Krankenhaus musste, ist das Thema Prävention für Trainer aktueller denn je. Die Ärzte stellten später vorübergehende Herzrhythmusstörungen in Zusammenhang mit einer verschleppten Grippe fest. Der 43-Jährige wäre mehrere Wochen ausgefallen, sein Amt hat kurz danach Michael Frontzeck übernommen.

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