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FIFA Football Awards Luka Modric ist Weltfußballer des Jahres

4. UpdateDie FIFA kürt Luca Modric zum Weltfußballer des Jahres. Damit wird erstmals seit 2007 ein anderer Spieler als Ronaldo oder Messi ausgezeichnet. Möglicherweise war das der Grund, warum der Portugiese der FIFA-Gala fernblieb.

24.09.2018 21:07
Luka Modric
Ballkünstler am Pult: Luka Modric ist Weltfußballer des Jahres 2018. Foto: rtr

Luka Modric hat als großer Triumphator des WM-Jahres eine Weltfußballer-Ära beendet. Nach je fünf Titeln für Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wurde der kroatische Vize-Weltmeister als erster anderer Star seit 2007 mit der begehrtesten Einzelauszeichnung seiner Sportart geehrt. Der 33-Jährige von Real Madrid, der schon zum besten Spieler der WM und zu Europas Fußballer des Jahres gekürt worden war, setzte sich bei der FIFA-Gala am Montagabend in London gegen den wieder einmal durch Abwesenheit glänzenden Portugiesen Ronaldo und den Ägypter Mohamed Salah durch.

„Das war eine unglaubliche Saison, die beste Saison in meinem Leben. Ich bin sehr stolz. Ich werde mich mein ganzes Leben daran erinnern“, sagte Modric im FIFA-Interview vor der Entscheidung auf dem grünen Teppich. Seine WM-Künste übertrafen die 15 Champions-League-Treffer von Ronaldo beim gemeinsamen dritten Königsklassen-Triumph in Serie.

Messi, der den Titel in den vergangenen zehn Jahren mit Ronaldo unter sich ausgemacht hatte, schaffte es erstmals seit 2006 nicht in die Top 3. Ein deutscher Spieler war nicht in den Top 10 nach dem Debakel bei der Weltmeisterschaft, die auch Ronaldo und Messi nicht wie gewünscht prägen konnten.

In vier der vergangenen fünf Jahre war Glamour-Fußballer Ronaldo mit der prestigeträchtigen Weltfußballer-Trophäe bedacht worden. Dreieinhalb Wochen nach seiner Niederlage bei der Wahl von Europas Besten hätte Ronaldo auch in der Royal Festival Hall vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Nationalteammanager Oliver Bierhoff wieder nur Modric gratulieren können. Da blieb er der Ehrung seines langjährigen Mitspielers wie schon in Monaco fern. Aus terminlichen Gründen, wie sein neuer Club Juventus Turin verlauten ließ.

Spieler wie Modric sind „Seele und Herz“ einer Mannschaft

Nicht der Königsklassen-Supertorjäger Ronaldo oder der Premier-League-Torschützenkönig Salah vom FC Liverpool, der für das schönste Saisontor ausgezeichnet wurde, stehen an der Spitze der Einzelkönner im Weltfußball, sondern ein Mittelfeldstratege. „Modric lenkt das Spiel. Wenn er eine Entscheidung fällt, ist es die richtige Entscheidung“, rühmte der Weltfußballer von 1992, der Niederländer Marco van Basten.

„Seele und Herz“ einer Mannschaft seien Spieler wie Modric, urteilte der frühere brasilianische Weltmeistercoach Carlos Alberto Parreira. Für Bayern-Coach Niko Kovac ist die Ehrung des Landsmannes einfach „fantastisch“.

Mit 31 und 33 Jahren ist die Zeit von Messi und Ronaldo noch nicht vorbei. Aber der Londoner Abend deutete an, dass eine neue Zeitrechnung beginnen könnte. Dann aber wohl auch ohne den ebenfalls schon 33-jährigen Modric.

Modric, dreimal nacheinander und insgesamt viermal Champions-League-Gewinner mit Real, hatte die Kroaten bei ihrem furiosen WM-Auftritt ins Endspiel geführt. Frankreich um den 19-Jährigen Kylian Mbappé, ein Kandidat für künftige Weltfußballer-Meriten, war dann beim 2:4 eine Nummer zu groß. 

Didier Deschamps zum Welttrainer des Jahres gekürt

Didier Deschamps ist Welttrainer des Jahres. Der 49-Jährige, der im Sommer mit Frankreich den WM-Titel gewonnen hatte, setzte sich bei der FIFA-Gala am Montag in London gegen den kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic und den Franzosen Zinédine Zidane durch.

Dalic wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland mit seiner Auswahl Zweiter hinter den Franzosen. Zidane gewann mit Real Madrid zum dritten Mal nacheinander die Champions League.

Als bester Trainer einer Frauen-Auswahl wurde Reynald Pedros - ein weiterer Franzose - ausgezeichnet. Er hattte mit Olympique Lyon sowohl den nationalen Titel als auch die Champions League gewonnen.

Der 46 Jahre alte Ex-Profi setzte sich bei der Wahl des Weltverbandes FIFA gegen Vorjahressiegerin Sarina Wiegman, Nationaltrainerin der Niederlande, und Asako Takakura (Japan) durch. Deutsche Sieger waren Ralf Kellermann (2014) und 2010 sowie 2016 die damalige Bundestrainerin Silvia Neid, die am Montag die Auszeichnung überreichte.

Beste Stimmung verbreiten Perus Fans

Die peruanischen Fußball-Fans sind mit dem Fan-Preis des Weltverbandes FIFA ausgezeichnet worden. Bei der ersten WM-Teilnahme des südamerikanischen Landes seit 36 Jahren hatten die Peruaner im Sommer eine riesige Party in Russland veranstaltet. Zehntausende hatten sich auf den Weg gemacht, um ihr Team, das in der Gruppenphase ausschied, anzufeuern.

Thibaut Courtois als bester Torhüter ausgezeichnet

Der Belgier Thibaut Courtois ist als bester Torhüter 2018 ausgezeichnet worden. Der 26 Jahre alte WM-Dritte, der im Sommer vom FC Chelsea zu Real Madrid gewechselt war, erhielt seine Trophäe am Montag bei der Gala des Weltverbands FIFA in London. Bei der Endrunde in Russland war Courtois bereits mit dem Goldenen Handschuh ausgezeichnet worden.

Lennart Thy erhält Fairplay-Preis der FIFA

Der deutsche Stürmer Lennart Thy ist mit dem FIFA Fairplay-Preis des Jahres ausgezeichnet worden. Der 26-Jährige, der im deutschen Profifußball für den FC St. Pauli und Werder Bremen spielte, wurde am Montag in London für seinen Einsatz als Stammzellenspender geehrt. „Es ist für mich eine große Ehre hierzu sein“, sagte Thy.

Der frühere U17-Europameister half einem Leukämiepatienten. Bei dem an Blutkrebs erkrankten Patienten und dem Stürmer, der zu diesem Zeitpunkt als Leihgabe von Werder bei Venlo spielte, war eine seltene Übereinstimmung ihrer DNA festgestellt worden. Thy hatte sich sieben Jahre zuvor als Stammzellenspender registrieren lassen. Als er um Hilfe gebeten wurde, zögerte er nicht und verzichtete auf einen Liga-Einsatz für Venlo.

„Es war eine Selbstverständlichkeit für mich, zu helfen. Das Beste ist, dass sich viele Menschen als mögliche Spender haben registrieren lassen“, sagte er. Thy spielt mittlerweile beim türkischen Erstligisten Büyüksehir Belediye Erzurumspor.

Ronaldo bleibt Weltfußballer-Gala fern

Superstar Cristiano Ronaldo hat nicht an der FIFA-Gala zur Bekanntgabe des Weltfußballers teilgenommen. Wie bereits mehrere spanische und italienische Medien am Nachmittag berichtet hatten, verzichtete der Portugiese auf eine Reise nach London, wo er am Montagabend neben Vize-Weltmeister Luka Modric und Mohamed Salah zu den Finalisten für die Auszeichnung gehörte.

Ronaldos Fernbleiben sollte allerdings noch keine Rückschlüsse auf den Ausgang der Wahl zulassen. Vielmehr habe sein Verein Juventus Turin aufgrund des Ligaspiels am Mittwoch gegen den FC Bologna allen seinen Spielern die Teilnahme an der Gala „The Best“ in der Londoner Royal Festival Hall untersagt. Andere Berichte sprachen von „familiären Verpflichtungen“, aufgrund derer der „Titelverteidiger“ Ronaldo am Abend fehlen würde.

Ronaldo hatte vor drei Wochen bei der Gala zur Wahl von Europas Fußballer des Jahres schon einmal seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Anschließend wurde spekuliert, dass der 33-Jährige erfahren habe, dass die Auszeichnung an seinen ehemaligen Teamkollegen Modric (Real Madrid) gehen würde und deshalb auf einen Besuch der Veranstaltung in Monaco verzichtet habe. (dpa/sid)

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