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Trennung von Norbert Haug Abschied mit Risiko

Die Trennung von Norbert Haug birgt für Mercedes ordentliche Risiken. Sein Nachfolger wird mit Lewis Hamilton Ansätze suchen müssen, Konkurrenzfähigkeit zu gewährleisten.

13.12.2012 17:49
Jörg Winterfeldt
Mercedes trennt sich vom langjährigen Motorsportchef Norbert Haug. Foto: dpa

Die Trennung von Norbert Haug birgt für Mercedes ordentliche Risiken. Sein Nachfolger wird mit Lewis Hamilton Ansätze suchen müssen, Konkurrenzfähigkeit zu gewährleisten.

Die Neuorientierung sprach Bände. Die schönsten Schlagzeilen, die Norbert Haug in der vorigen Saison lieferte, liefen nicht im Sport, sondern im Vermischten. Mercedes’ zuweilen gern Griesgrämigkeit versprühender Motorsportchef, gerade 60 geworden, präsentierte voller Stolz und wo es ging seine neue Freundin Anne Wischnitzki, 36, Model und manchmal Schauspielerin: „Verbotene Liebe“.

Mit dem Kernbereich seines Schaffens konnte Haug weniger prahlen: Mit großem Brimborium hatte Mercedes vor drei Jahren die Rückkehr des Silberpfeilteams in die Formel 1 beschworen. Haug hatte es gar geschafft, den höchstdekorierten Fahrer der Branche aus diesem Anlass zum Comeback zu überreden. Doch in den Autos, die Haugs Leute bauten, konnte nicht einmal Michael Schumacher noch Wunder vollbringen. Dem Konzern mit dem Stern, der mit Schrecken beobachten musste, wie links und rechts Audi und BMW in der Publikumsgunst an ihm vorbeirauschten, konnte der einzige Vorneweggarant in der Formel 1 nicht genügen: Bernd Mailänder im Safety Car von Mercedes, wenn es auf der Piste gerade wieder mal gerappelt hatte.

Trennung von Haug birgt Risiken

Gleichwohl birgt die Trennung von Haug nun ordentliche Risiken. In den vergangenen 20 Jahren hat der gelernte Journalist im Deutschen Tourenwagen-Masters und in der Formel 1 Mercedes erhebliches Prestige verschafft. Sogar die Flopjahre mit Schumacher dürfen unter Marketingaspekten als Gewinn verbucht werden: Auch ohne Erfolge genoss Schumacher wohl mindestens soviel Beachtung wie der in der Zeit regelmäßig den Titel erringende Sebastian Vettel.

Zudem hatte der gut vernetzte Haug die Journaille weitgehend im Griff, obwohl er sich mit Vorliebe auch mitten im Interview lieber seinem Blackberry als dem Gesprächspartner widmete. Sein Nachfolger wird nun mit dem bereits verpflichteten Piloten Lewis Hamilton Ansätze suchen müssen, Konkurrenzfähigkeit künftig zu gewährleisten.

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