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Nach Horror-Unfall in Macao Elf Stunden operiert: Eingriff bei Flörsch positiv verlaufen

Sophia Flörsch bricht sich bei ihrem Crash in Macao den siebten Halswirbel. Die deutsche Nachwuchs-Rennfahrerin wird elf Stunden operiert. Der Eingriff verläuft ihrem Vater zufolge positiv.

19.11.2018 15:34
Sophia Flörsch
Sophia Flörsch (o) bei ihrem folgenschweren Crash in Macao. Foto: Tony Wong/Apple Daily

Nach ihrem Horror-Unfall beim Weltfinale der Formel 3 in Macao ist Nachwuchs-Rennfahrerin Sophia Flörsch rund elf Stunden operiert worden.

Der Eingriff sei positiv verlaufen, teilte ihr Vater Alexander Flörsch der Deutschen Presse-Agentur nach Rücksprache mit dem Chefarzt des Krankenhauses Conde S. Januário Hospital mit. Die 17 Jahre alte Münchnerin hatte sich am Sonntag bei einem furchtbaren Crash den siebten Halswirbel gebrochen. Seine Tochter werde nun auf der Intensivstation überwacht und solle dort auch über Nacht bleiben, sagte ihr Vater weiter, der an ihrer Seite war.

Von 9.30 Uhr Ortszeit an wurde Flörsch operiert. Erst etwa elf Stunden später beendeten die Mediziner ihre Arbeit. Der Eingriff habe deshalb so lange gedauert, weil die Ärzte wegen der Nervenbahnen vorsichtig vorgehen mussten, hatte ihr Vater gesagt. Das Rückenmark seiner Tochter sei nicht beschädigt. Zudem habe es vor dem Eingriff zu keinem Zeitpunkt Lähmungserscheinungen gegeben.

Flörsch war am Sonntag auf dem gefährlich engen Stadtkurs von Macao beim Weltfinale der Formel 3 schwer verunglückt. Die Teenagerin verlor auf der Geraden vor der Lisboa-Kurve die Kontrolle über ihren Rennwagen vom niederländischen Van-Amersfoort-Team, nachdem sie zuvor mit einem Konkurrenten kollidiert war. Ihr Auto hob dann mit mehr als 250 Stundenkilometern ab und krachte ungebremst durch die Fangzäune in mehreren Metern Höhe gegen Schutzplanken.

Insgesamt wurden weitere vier Personen in den Crash verwickelt. Der Internationale Automobilverband FIA leitete daraufhin Untersuchungen des Unfalls ein. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

Die westlich von Hongkong gelegene chinesische Sonderverwaltungszone bietet die Kulisse für einen gefährlichen Kurs. Bereits seit 1954 findet jedes Jahr der Grand Prix von Macao statt. Dabei werden Rennen für Formel-Rennwagen, Touren- und GT-Sportwagen sowie Motorräder veranstaltet.

Die Piste ist mit 6,12 Kilometern für einen Stadtkurs recht lang. Die Streckenbreite variiert zwischen sieben und 14 Metern. Die geringe Breite und die teilweise nicht einsehbaren Kurven führen in dieser Form oft zu für Macao üblichen Unfällen: Denn ein von der Strecke abgekommenes Fahrzeug wird von den Reifenstapeln, Betonmauern oder Leitplanken förmlich auf die Strecke zurückgeschleudert, blockiert diese und löst fast unweigerlich eine Massenkollision aus.

„Es gibt keine Diskussion über die Strecke, die vom Automobil-Weltverband FIA für Formel-Rennwagen, Touren- und GT-Sportwagen sowie Motorräder abgenommen ist“, teilte der chinesische Veranstalter auf dpa-Anfrage mit. Auch im nächsten Jahr würde wieder am gleichen Wochenende gefahren werden.

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