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Formel 1 Fehlerfreie Fahrprüfung

Nach den Formel-1-Testfahrten in Jerez dürfte Nick Heidfeld bald auch offiziell für Renault ans Lenkrad greifen. „Ich glaube nicht, dass ich es aus meiner Sicht hätte besser machen können."

13.02.2011 20:58
Gut unterwegs: Nick Heidfeld darf sich Hoffnungen machen, nächste Saison in der Formel 1 zu fahren. Foto: dpa

Eine bessere Bewerbung als eine Testbestzeit konnte Nick Heidfeld für das nach dem Rallye-Unfall von Robert Kubica vakante Renault-Cockpit nicht abgeben. Nach dem perfekten Auftritt in Jerez dürfte die offizielle Bestätigung, seinen früheren BMW-Kollegen ersetzen zu dürfen, für „Quick Nick“ nicht mehr lange auf sich warten lassen.

„Ich glaube nicht, dass ich es aus meiner Sicht hätte besser machen können. Ich denke, ich habe einen guten Job abliefert und bin mehr als zufrieden“, sagte der 33 Jahre alte Mönchengladbacher, der sich nach dem Abschied von Sauber Ende vorigen Jahres doch noch seinen weiteren Verbleib in der Königsklasse gesichert haben dürfte. Allerdings ist es für Heidfeld schon eine komische Situation gewesen, vom Unfall eines Kollegen profitieren zu können.

Nach dem ersten Schock über Kubicas Zustand sei schon der zweite Gedanke gewesen, dadurch vielleicht eine Chance zu bekommen, gab er ehrlich zu. „Danach war es eine unschöne Situation: Wenn es für ihn schlimmer ist, dann ist es für mich besser. Das war ein komisches, beklemmendes Gefühl“, sagte Heidfeld. „Aber ich kann nichts daran machen, wenn ich die Chance bekomme, muss ich sie nutzen.“

Es folgten der erste Besuch in der Renault-Fabrik, am Mittwoch noch mal die Rückkehr in die Schweiz, wo er sich um die Verlängerung seiner Rennlizenz kümmern musste, und die Anreise nach Jerez. Dort gab es erst einmal zwei Nachtschichten, um einen Sitz anzupassen. „In der ersten Nacht bis drei Uhr, danach bis zwei Uhr morgens“, sagte Heidfeld, der am Samstag dann aber völlig unbeeindruckt ins Auto stieg und seinen Job machte. „Ich hatte ja schon vorher gesagt, dass ich schon öfter in so einer Situation war. Ich denke, ohne arrogant klingen zu wollen, dass ich unter Druck eigentlich meistens gut klar komme und ich diesen Kitzel auch ein bisschen brauche“, sagte Heidfeld, der schon nach gerade einmal 15 Runden schneller war als der verbliebene Renault-Stammpilot Witali Petrow aus Russland am Tag zuvor.

Überragende Zeiten

Am Ende unterbot „Quick Nick“ dessen bisherige Bestzeit um mehr als zwei Sekunden. „Es ist sehr schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil man nicht weiß, mit wie viel Benzin die anderen Teams gefahren sind oder was sie ausprobiert haben“, wollte der Gladbacher die Platzierung aber nicht überbewerten. Dennoch dürfte er sich damit das Renault-Cockpit gesichert haben. „Er hat gut mit der Mannschaft gearbeitet, gutes Feedback gegeben und das Auto während des gesamten Tages verbessert“, sagte Teamchef Eric Boullier.

Renault muss einen möglichst erfahrenen Ersatzmann für Kubica finden, da der 26 Jahre alte Pole am vorigen Sonntag als Gaststarter bei einer Rallye schwer verunglückt war und sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen hatte. Noch am Sonntag war er sieben Stunden lang operiert worden, wobei unter anderem seine rechte Hand vor der Amputation bewahrt wurde. Am Freitag lag Kubica noch einmal neun Stunden auf dem OP-Tisch, als seine gebrochene rechte Schulter und Frakturen am rechten Fuß stabilisiert wurden. Am Mittwoch soll der gebrochene rechte Ellbogen stabilisiert werden.

Wegen der hohen Belastung für den Polen hat ihm Heidfeld bislang „nur SMS geschrieben“. Alles andere, so der Deutsche, „wäre sinnlos gewesen“. Allerdings will er in naher Zukunft noch persönlich Kontakt zu seinem früheren Teamkollegen aufnehmen. (sid)

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