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Siebenkampf Verhaltener Jubel bei Carolin Schäfer

Die Bronzemedaille im Siebenkampf von Carolin Schäfer wird durch einen Autounfall der Siebenkämpferinnen Louisa Grauvogel und Mareike Arndt getrübt.

Carolin Schäfer
Bronzemedaillengewinnerin Carolin Schäfer jubelt. Foto: dpa

Am Nachmittag baute Carolin Schäfer noch auf die Unterstützung von Louisa Grauvogel und Mareike Arndt. „Mit den anderen Mädels läuft es super, wir puschen uns gegenseitig“, freute sie sich auf das abendliche Finale über 800 Meter, bei dem ihr die Bronzemedaille im Siebenkampf kaum mehr zu nehmen war. Doch kurz darauf wurde die Vorfreude zur Sorge. Die 22-jährige Grauvogel und die 26-jährige Arndt, in der Zwischenwertung auf Rang sieben und zwölf, hatten auf der Fahrt ins Hotel einen Verkehrsunfall.

Vor dem Startschuss gab Chef-Bundestrainer Idriss Gonschinska Entwarnung: „Es liegen keine schwerwiegenden Verletzungen vor. Louisa ist schon auf dem Weg zurück aus dem Krankenhaus ins Mannschaftshotel, Mareike wird noch überwacht“, sagte er. Auch zwei Trainer hatten im Auto gesessen, sie blieben unverletzt. Dennoch fiel der Jubel verhalten aus, als Schäfer sich eine halbe Stunde später mit starken Schlussspurt den dritten Rang sicherte. Mit einer Zeit von 2:14,65 Minuten kam Schäfer insgesamt auf 6602 Punkte.„Danke Berlin, es war atemberaubend“, rief die Frankfurterin dem Publikum zu. „Es gibt’s nichts emotionaleres.“

Das trügerische an der Siebenkampfkonkurrenz war, dass lediglich ein Europameistertitel vergeben wurde, das Niveau aber der Weltmeisterschaft vor einem Jahr entsprach. Es war daher keineswegs garantiert, dass Schäfer ihrem WM-Silber aus dem Vorjahr nun eine EM-Medaille folgen lassen würde. Zumal die 26-Jährige nach ihrer ersten internationalen Medaille Zeit brauchte, sich neue Ziele zu setzen. „Es war schon eine Art der Sättigung da, weil ich mir mit dem Erfolg vieles erfüllt habe“, sagte sie der FR vor der EM. Der Dämpfer im Mai, als sie in Götzis beim Kugelstoßen drei ungültige produzierte, brachte den Erfolgshunger zurück.

Im Olympiastadion vermied Schäfer den Totalausfall mit der Kugel und verteidigte am Ende des ersten Tages über 200 Meter den dritten Rang. Ein Angriff auf die beiden Führenden war bereits am Donnerstag ein utopisches Unterfangen.

Wieso zeigte sich gleich am nächsten Morgen beim Weitsprung. Zwar verneigte sich Schäfer glücklich vor dem Publikum, da ihr eine Saisonbestleistung gelungen war. Doch die Olympiasiegerin, Weltmeisterin und spätere Europameisterin Nafissatou Thiam sowie auch die Britin Katarina Johnson-Thompson, die sich EM-Silber sicherte, übertrafen sie deutlich um 40 Zentimeter.

Ähnlich war es im Speerwurf, den Schäfer mit Olympiasieger Thomas Röhler trainiert hatte, weil sie nach der WM hier die größten Reserven ausgemacht hatte. Und in der Tat schleuderte sie den Speer so weit, wie nie zuvor (53,73 Meter). Thiam aber warf noch mal vier Meter weiter.

Meisterschaftsrekord in einem Siebenkampf. Was an diesem Tag allerdings weniger wert war, als die Entwarnung von Gonschinska.

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