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Handball-EM „Jetzt wollen wir alles“

Jannick Kohlbacher, die neue Kompaktklasse am Kreis, formuliert ein klares Ziel. Der Profi der HSG Wetzlar verkörpert alles, was dieses Team auszeichnet.

Von Hessen nach Europa: Jannik Kohlbacher. Foto: REUTERS

Jannik Kohlbacher steht stellvertretend für den frischen Wind im deutschen Handball. Der 20 Jahre alte Profi der HSG Wetzlar verkörpert alles, was diese Mannschaft auszeichnet: jung, stark, furchtlos. Deshalb gibt es für die neue Kompaktklasse am Kreis nach dem Einzug ins Halbfinale nur noch ein Ziel. „Wir wollen Europameister werden“, sagt der im hessischen Bensheim aufgewachsene 105-Kilo-Mann.

Herr Kohlbacher, können Sie eigentlich schon fassen, was Ihnen gegen die Dänen gelungen ist?
Da geht es mir, wie jedem anderen hier, es ist einfach unglaublich. Das wir die Vorrunde überstanden haben, war schon eine tolle Leistung, nun alle drei Hauptrundenspiele gewonnen zu haben, ist unfassbar. Wir haben tatsächlich Dänemark rausgekegelt. Das ist der Wahnsinn.

Nun geht’s am Freitag im Halbfinale gegen Norwegen. Schon darauf vorbereitet?
Das läuft jetzt an. Nach unserer Ankunft in Krakau haben wir Video. Dann werden wir sie genau analysieren.

Ihr verletzter Kapitän Steffen Weinhold sagte, ihm wären die Polen lieber gewesen. Allein schon wegen der Stimmung. Teilen Sie seine Meinung?
Mir ist das vollkommen egal, gegen wen wir gewinnen.

Was macht diese deutsche Mannschaft so stark?
Wir sind jung, wir sind hungrig, wir wollen immer gewinnen. In jedem Spiel, in jedem Training sind wir topmotiviert und brennen. Wir sind das jüngste Team bei der EM, wir sind immer noch frisch, während den Spaniern schon die alten Knochen wehtun.

Schon jetzt ist die EM ein Riesenerfolg...
…nicht für uns. Jetzt wollen wir alles. Wenn wir ehrlich sind, sind wir mit der Erwartung angereist, so weit zu kommen. Deshalb waren wir nicht so überrascht wie ganz Handball-Deutschland.

Gab es vor der Anreise ein Teamsitzung, bei der sich die Spieler auf dieses Ziel eingeschworen haben?
Das nicht, aber wenn man hier her fährt, will man nicht nur die Vorrunde spielen und dann wieder nach Hause fahren. Wir wollten hier was reißen, deshalb fahren wir jetzt nach Krakau. Wir werden dort zwei Spiele haben und wir wollen beide gewinnen.

Für Sie bedeutet die EM ein weiterer Karriereschritt. Wie fühlt sich das an?
Ich gehe damit ganz locker um. Für mich hat sich gar nichts geändert. Ich darf hier mitspielen, und dafür bin ich sehr denkbar.

Es gibt Stimmen, die beschreiben Sie ob ihrer kräftigen Statur als die deutsche Antwort auf die bulligen spanischen Kreisläufer. Ehrt Sie das?
Das habe ich von meinem Vereinstrainer Kai Wandschneider auch schon gehört. Er will mich auch schon als einen typischen spanischen Kreisläufer identifiziert haben. Damit war ich aber nicht wirklich glücklich.

Warum nicht? Julen Aguinagalde zählt zu den besten Kreisläufern der Welt.
Das war vor unserem Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Der Trainer meinte, ich hätte dieselbe Figur wie (der übergewichtige; Anmerk. d. Red.) Rafael Baena. Das geht gar nicht.

Interview: Jörg Hanau

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