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Suche nach Sturm-Nachfolger Keine Freigabe für Kreis als Eishockey-Bundestrainer

Die Suche nach einem neuen Eishockey-Bundestrainer zieht sich noch etwas hin. Wunschkandidat Kreis erhält von der Düsseldorfer EG keine Freigabe. Auch Mannheims Coach Gross scheidet aus. Eine Überraschung wie bei der Berufung von Marco Sturm wird wahrscheinlicher.

14.11.2018 17:34
Von Carsten Lappe und David Schwarz, dpa
Harold Kreis
Wechselt nicht zum DEB: DEG-Trainer Harold Kreis. Foto: Bernd Thissen

Bei der Suche nach einem neuen Eishockey-Bundestrainer könnte es am Ende doch wieder auf eine Überraschung wie beim bisherigen Coach Marco Sturm hinauslaufen.

Drei Tage nach dem Abschied Sturms in die NHL als Assistenzcoach zu den Los Angeles Kings hat sich der Kandidatenkreis weiter verringert. Top-Favorit Harold Kreis erhält keine Freigabe vom achtmaligen deutschen Meister Düsseldorfer EG. „Weder Harold Kreis noch die DEG stehen für ein Gespräch zur Verfügung“, sagte Kreis, bestätigte aber einen Versuch vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB): „Es gab ein kurzes Gespräch. Aber dann gab es relativ schnell die Entscheidung, dass ich nicht zur Verfügung stehe.“

Kreis war aussichtsreichster Kandidat auf die Sturm-Nachfolge und wohl auch nicht abgeneigt. „Es ehrt einen, dass man infrage kommt“, meinte der frühere Nationalmannschafts-Kapitän und sagte auf die Frage, ob er oder die DEG einen Wechsel nicht gewollt hätten, vielsagend: „Das ist eine sehr gute Frage, aber die möchte ich nicht beantworten.“ Der 59 Jahre alte Kreis war zwischen 2010 und 2012 bereits Assistent des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp.

Eine Doppelfunktion für eine Übergangszeit als DEG- und Bundestrainer schloss Kreis selbst aus: „Ich kann nicht beides machen.“ Nach einigen Jahren im Tabellenkeller der Deutschen Eishockey Liga hat Kreis die DEG aktuell wieder in die DEL-Spitzengruppe geführt.

Krupp wiederum ließ durchblicken, dass er sich für eine Rückkehr zum DEB eine Beendigung seines Vertrages beim tschechischen Tabellenführer Sparta Prag vorstellen könne. „Ich habe einen Vertrag mit Sparta Prag, den ich respektieren werde, bis der Zeitpunkt kommt, an dem sich die Wege trennen - wann auch immer das passieren wird“, sagte der 53-Jährige dem Internetportal spox.de.

Erste Wahl war der zweimalige Stanley-Cup-Sieger beim DEB indes nicht. DEB-Präsident Reindl ist zwar ein enger Freund Krupps. Nach dpa-Informationen gibt es aber im Verband und in der Mannschaft Zweifel an der Zukunftsfähigkeit Krupps, der bereits zwischen 2005 und 2011 Bundestrainer war. Der neue Nationaltrainer soll in das DEB-Konzept passen, das mit neuen Fördermitteln auch neu besetzte U16-, U18- und U20-Trainer umfasst.

Der zuvor gehandelte Pavel Gross vom DEL-Tabellenführer Adler Mannheim scheidet ebenfalls aus dem Kandidatenkreis aus. „Mit mir hat niemand gesprochen“, sagte Gross am Mittwoch, obwohl Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp als DEB-Vizepräsident in die Suche eingebunden ist. „Pavel fühlt sich bei uns sehr wohl“, sagte Hopp dem „Mannheimer Morgen“. Hopp deutete an, dass es nach der Kreis-Absage noch andere Optionen gebe: „Wir sind noch in guten Gesprächen.“

Bereits 2015 hatte DEB-Präsident Franz Reindl mit der Ernennung von Sturm einen Überraschungs-Coup gelandet. Der heute 40-Jährige hatte keine Trainer-Erfahrung, wurde mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille im Februar aber zum erfolgreichsten Bundestrainer in der Geschichte des DEB.

(Von Carsten Lappe und David Schwarz, dpa)

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