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Anthony Joshua gegen Alexander Povetkin „Wir müssen kämpfen“

Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua schlägt Alexander Povetkin K.o. und fordert nun Deontay Wilder.

Anthony Joshua und Alexander Povektin
Der Anfang vom Ende für Alexander Povektin: Anthony Joshuas (rechts) brutale Rechte. Foto: rtr

Mit immer noch nacktem Oberkörper und einem weißen Handtuch über der linken Schulter verneigte sich Anthony Joshua vor Alexander Povetkin, umarmte ihn und schüttelte allen aus dem Team des russischen Herausforderers die Hand. Eine halbe Stunde nachdem Joshua in der siebten Runde den 39-jährigen Ex-Weltmeister im ausverkauften Wembley-Stadion von London zu Boden gestreckt hatte und auch im 22. Profikampf ungeschlagen blieb, war er in die Kabine von Povetkin gegangen, um ihm seinen Respekt zu zollen. Der Brite beweist in solchen Momenten immer Klasse, auch im Vorfeld des Kampfs gegen den Pflicht-Herausforderer gab es keinen Trash-Talk oder Wühlen in der Doping-Vergangenheit des Russen.

Der 28-Jährige wirkte im Vorfeld hochkonzentriert, bereit, den nächsten Schritt in der perfekt geplanten Karriere zu gehen. Der Kampf gegen Povetkin wurde jedoch ein hartes Stück Arbeit. Der erfahrene Russe, der zuvor nur gegen Wladimir Klitschko nach Punkten einen seiner 35 Kämpfe verloren hatte, war gekommen, um zu gewinnen und sich nicht mit einen gut dotierten Scheck zufrieden zu geben. Und als er mit einem linken Haken Joshua in der ersten Runde auch noch die Nase blutig schlug, sah Joshua in der ersten Hälfte des Kampfes beeindruckt aus. „Es lastete eine Menge Druck auf mir“, gestand der 28-Jährige. Zudem war er durch eine kleine Grippe geschwächt.

Anthony Joshua und sein Plan

Doch Joshua hatte sich einen Plan zurechtgelegt. „Ich wollte ihn mit Körpertreffern müde machen. Ob es dann sieben, neun oder elf Runden dauert, war egal“, sagte der 1,98 Meter große Modellathlet. Letztlich war es dann eine brutale Rechte an den Kopf, die den Anfang vom Ende von Povetkin und dessen erste K.o.-Niederlage besiegelte. Obwohl Joshuas Plan aufgegangen ist, war es bei weitem kein perfekter Kampf und er konnte seine körperlichen Vorteile - 111 Kilogramm gegenüber 100 und die Reichweite von 2,11 Meter gegenüber 1,91 Meter - nicht allzu gut nutzen. „Ob ich den Kampf vor drei, vier Jahren gewonnen hätte? Wahrscheinlich nicht“, sagte Joshua offen. Inklusive seinem Sieg über Wladimir Klitschko stand der Weltmeister der Boxverbände WBA, IBF und WBO in den vergangenen vier Kämpfen 40 Runden im Ring. In seinen 18 Kämpfen davor waren es insgesamt 44.

„Ich kann mich immer noch verbessern“, sagte Joshua, dessen nächster Kampf für den 13. April im Wembley-Stadion bereits terminiert ist. Was fehlt, ist der Gegner. Der Brite würde am liebsten gegen WBC-Weltmeister Deontay Wilder kämpfen, der am 1. Dezember in Los Angeles auf Klitschko-Besieger Tyson Fury trifft. Seit über einem Jahr laufen die Verhandlungen mit dem Management vom ebenfalls ungeschlagen Wilder - 39 K.o.’s bei 40 Siegen. Ein Superfight mit dem 32-jährigen US-Amerikaner, der alle Titel vereinigt, würde einen der größten Kämpfe in der jüngeren Boxgeschichte bedeuten. Der letzte dem das gelang war Lennox Lewis im Jahr 2000.

Bei einem Fight zwischen Joshua und Wilder wird es neben dem Geld auch auf den Austragungsort ankommen. Joshuas Management Matchroom-Boxing hat einen langfristigen Vertrag mit dem Streamingportal Dazn geschlossen und will nach den Plänen von Manager Eddie Hearn 2019 seine Titel auch außerhalb Großbritanniens verteidigen. Den Kampf gegen Wilder würde er liebend gerne vor heimischen Publikum sehen. Joshua ist ein Zuschauermagnet, die Kämpfe im Principality-Stadion von Cardiff und im Wembley-Stadion waren mit mindestens 75.000 Zuschauern immer ausverkauft. Wilder kämpft gegen Fury in L.A. vor 21.000 Boxfans. „Wenn Wilder es nicht ernst meint, gibt es noch andere Leute da draußen. Wenn sie bereits sind, sind wir es auch. Ich werde gegen Fury kämpfen, wenn er soweit ist“, sagte Joshua. Als weiterer Kandidat für den Kampf am 13. April gilt Dillian Whyte. Der gebürtige Jamaikaner hatte Joshua 2015 in Bedrängnis gebracht, war dann aber doch schwer K.o. gegangen. Es war Whytes einzige Niederlage in 25 Kämpfen.

Für Joshua wäre es nur eine weitere Hürde, um irgendwann alle Titel zu vereinigen. „Der Kampf gegen Wilder ist das, was die Leute sehen wollen. Wir sind in der gleichen Division, zur gleichen Zeit. Wir müssen kämpfen.“ Fragt sich nur wann?

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