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Basketball Ungleichgewicht

Für den enorm hohen Umsatz in der Basketball-Bundesliga sind vor allem zwei Teams verantwortlich: Meister Bamberg und der FC Bayern München.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) vermeldet mal wieder einen Rekordumsatz: 109,7 Millionen Euro haben die BBL-Klubs erwirtschaftet und seit den 86,6 Millionen Euro aus der Saison 2012/2013 einen gewaltigen Sprung gemacht.

Auf den ersten Blick ist das eine genauso gute Nachricht wie die Erteilung der Lizenz ohne Auflagen an 17 Klubs. Nur die Eisbären Bremerhaven müssen nachbessern.

Auf den zweiten Blick fällt auf, dass nur 17 von 18 Klubs für den Umsatz von 109,7 Millionen Euro gesorgt haben, da Phoenix Hagen im Laufe der Saison den Spielbetrieb wegen einer Insolvenz eingestellt hat. Für den enorm hohen Umsatz sind vor allem zwei Teams verantwortlich: Meister Bamberg und der FC Bayern München. Beide Teams haben Etats, die an der 20-Millionen-Euro-Marke kratzen, beide sind da der Konkurrenz in der Liga enteilt. Kein anderes Team ist in der Lage, mit den Einnahmen aus Sponsoring und Ticketing auch nur einen Etat von zehn Millionen Euro zu stemmen.

Es herrscht ein starkes Ungleichgewicht, weil in Bamberg ein Mäzen sein Geld in den Klub steckt und der FC Bayern von den Kontakten der Fußballabteilung profitiert und finanzkräftige Sponsoren ans Land ziehen kann. Immerhin fließt aus dem Fußballbetrieb kein einziger Cent in die Basketball-Abteilung wie das in Spanien bei Real Madrid oder dem FC Barcelona der Fall ist.

Bamberg und München haben andere Ambitionen als der Rest der Liga. Beide streben in die Euroleague, wo die besten Teams Europas spielen, es aber aktuell nur einen deutschen Startplatz gibt, für den Meister. Und um dort mithalten zu können, braucht es einen Etat von mehr als 20 Millionen Euro. Wobei es immer noch einen Unterschied zwischen Budget und Spieleretat gibt.

Wie das Verhältnis da aussieht, lässt sich nur schätzen, weil kaum ein Klub transparent mit seinen Zahlen umgeht. Einige BBL-Teams nennen immerhin ihren Etat, wie Aufsteiger Jena (zwei Millionen Euro), andere lassen sich überhaupt nicht in die Karten schauen. Auch das macht es schwierig, genaue Rückschlüsse aus den Jubelmeldungen zum Rekordumsatz zu ziehen.

Zumal viele Klubs in den vergangenen Jahren in wirtschaftliche Schieflagen geraten sind, wie Würzburg, Gießen, Trier und zuletzt eben Hagen. Die BBL wird sich kritisch beäugen lassen müssen, ob ihr Lizenzierungsverfahren der Verschärfung der Maßnahmen in der Saison 2017/2018 standhält. Die erneute Insolvenz eines Klubs wäre eine Blamage für die Liga. Da würden auch der nächste Rekordumsatz nichts helfen.

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