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Basketball-Nationalteam Erst am Anfang

Trotz des Ausscheidens bei der EM - der deutsche Basketball und seine neue Generation stehen erst am Anfang. Ein Kommentar.

Basketball Europameisterschaft
Ein überragender Point-Guard wie Dennis Schröder reicht nicht aus. Foto: AP

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft darf stolz auf sich sein. Nach Jahren der Trostlosigkeit und dem frühen Aus bei EM-Vorrunden ist Deutschland wieder unter den Top Acht Europas. Trotz einer mehr als holprigen Vorbereitung mit Absagen, Verletzungen und Zuspätkommern hat es Bundestrainer Chris Fleming geschafft, dass sich das Team steigert und hat auch aus Niederlagen wie gegen Israel und Litauen die richtigen Schlüsse gezogen. Auch die Reifeprüfung für das jüngste Team des Turniers gegen die - zwar längst nicht mehr so starken, aber immer noch sehr erfahrenen – Franzosen glückte. Gegen die auf jeder Position doppelt stark besetzten Spanier um die NBA-Brüder Pau und Marc Gasol war dann aber kein Kraut gewachsen. Ein überragender Point-Guard wie Dennis Schröder reichte nicht aus.

Aber der deutsche Basketball und seine neue Generation stehen erst am Anfang. Mit Paul Zipser (Chicago Bulls) und Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) standen zwei Top-Spieler nicht zur Verfügung. Daniel Theis (Boston Celtics) komplettiert das NBA-Quartett um Schröder (Atlanta Hawks), das auf Jahre noch zusammenspielen kann. Und es rücken weitere hungrige Talente nach, die das Zeug dazu haben, es in der besten Basketballliga der Welt zu schaffen oder zumindest in der Euroleague, der höchsten europäischen Spielklasse, eine gute Rolle zu spielen. Isaiah Hartenstein (19) ist schon von den Houston Rockets gedraftet worden, Moritz Wagner (20) und Kostja Mushidi (19) spielen noch ein Jahr lang am College, und bei den Frankfurt Skyliners spielt der erst 17-jährige Isaac Bonga, dem ebenfalls eine NBA-Karriere vorhergesagt wird.

Das große Problem wird für Flemings Nachfolger, Henrik Rödl, jedoch sein, alle Spieler zusammenzubekommen. Ab dieser Saison gilt der neue Kalender des Weltverbandes Fiba, wonach die Qualifikationsspiele für EM und WM im November, Februar und Juni ausgetragen werden. Allerdings wird die NBA ihren Spielplan nicht unterbrechen und keine Spieler dafür abstellen. Die Euroleague, mit der die Fiba seit zwei Jahren über die Deutungshoheit über die europäischen Wettbewerbe ringt, hat das gleiche angekündigt. So würden neben den NBA-Spielern auch alle Profis von Meister Bamberg – aktuell sind das Elias Harris, Patrick Heckmann, Maodo Lo und Lucca Staiger – sowie Johannes Voigtmann vom spanischen Klub Vitoria fehlen.

Das wird nicht nur die Qualifikation enorm erschweren, sondern wird auch ganz sicher keine Zuschauer in die Hallen locken.

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