Lade Inhalte...

SC Freiburg Sorg muss gehen

13 Punkte aus 17 Spielen, 18. Platz und das Pokal-Aus in der ersten Runde gegen einen Drittligisten. Jetzt zieht der SC Freiburg die Notbremse und beurlaubt Marcus Sorg.

29.12.2011 12:02
Abgang: Marcus Sorg Foto: dapd

13 Punkte aus 17 Spielen, 18. Platz und das Pokal-Aus in der ersten Runde gegen einen Drittligisten. Jetzt zieht der SC Freiburg die Notbremse und beurlaubt Marcus Sorg.

Der große Kehraus beim Fußball-Bundesliga-Schlusslicht SC Freiburg geht weiter. Nachdem die sportliche Leitung gemeinsam mit Trainer Marcus Sorg kurz vor Weihnachten noch insgesamt sechs Spieler aussortiert hatte, muss der 46-Jährige nun selbst gehen.

Christian Streich übernimmt

„Wir wollten auch einen Impuls auf der Trainerposition setzen“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagmittag. Ersatz für Sorg fand Dufner im eigenen Verein: Der bisherige Assistenztrainer Christian Streich wird das Training beim Tabellenletzten übernehmen und auch im Abstiegsfall bleiben.

Für Freiburg ist es die erste Trainerentlassung in der Bundesliga. Trotz der sportlichen Talfahrt hatte der Verein lange an Sorg festgehalten. „Wir sind nicht als Club bekannt, der sich leicht tut, was Trainer-Demissionen anbelangt“, sagte Dufner. Im Angesicht des drohenden Abstiegs zog Freiburg nun dennoch die Reißleine „Wir hatten das Gefühl, dass der Glaube bei der Mannschaft, Spiele zu gewinnen, nicht mehr so da war“, begründete Dufner die Entscheidung, sich nach nur einem halben Jahr von Cheftrainer Sorg zu trennen. Nachfolger Streich bekommt einen Vertrag bis Ende Juni 2014, der auch für die 2. Liga gilt.

Sorg enttäuscht

Freiburg war die erste Trainerstation in der Bundesliga für Sorg. Erst zu Saisonbeginn hatte der Trainer die Nachfolge von Robin Dutt übernommen, der zu Bayer Leverkusen gewechselt war. Im Juli verlor er sein erstes Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Unterhaching und legte damit einen Fehlstart hin. Mit 39 Gegentoren hat Freiburg die schlechteste Abwehr der Liga, und konnte zudem nur drei Spiele gewinnen.
Sorg sei „charakterlich ein besonderer Mensch“ und ihm sei nichts anzulasten, sagte Dufner. Dennoch: Während in der letzten Saison mit nahezu identischem Kader noch Platz neun zu Buche stand, stagnierte das Team zuletzt im Tabellenkeller. „Marcus war furchtbar enttäuscht“, sagte Dufner zu der Reaktion auf die Entscheidung, die am Mittwoch getroffen wurde.
Erst vor knapp zwei Wochen hatte sich der Verein von sechs Spielern getrennt, fünf davon spielten aus sportlichen Gründen keine Rolle mehr in den Planungen von Sorg. Kapitän Heiko Butscher, Felix Bastians, Manuel Salz, Kisho Yano und Maximilian Nicu wurde mitgeteilt, dass der Verein nicht mehr mit ihnen plane. Zudem erhielt Yacine Abdessadki eine fristlose Kündigung, da ihm vorgeworfen wird, in einem Hotel verschiedene Utensilien entwendet zu haben.

Streich bleibt auch im Abstiegsfall

„In der jetzigen, prekären Situation können wir keine Rücksicht auf Einzelne nehmen. Es geht einzig und allein um die Zukunft des Klubs“, hatte Dufner damals bereits gesagt. Diese Zukunft wird nun auch ohne Sorg stattfinden. Zum Trainingsauftakt am 2. Januar steht mit Streich ein Trainer an der Seitenlinie, der mit den A-Junioren des Vereins unter anderem die Deutsche Meisterschaft 2008 holte.
„Wir hoffen, dass Christian in der Lage ist, die letzten Prozente aus der Mannschaft herauszukitzeln“, sagte Dufner. Streich ist überzeugt, dass dies gelingt: „Die Mannschaft lebt. Wenn wir an ein paar kleinen Schrauben drehen, in ein paar Sachen anders zusammenrücken, dann können wir unser Ziel erreichen, nicht abzusteigen“, sagte der 46-Jährige. (dapd)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen