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United Volleys Schock nach der Blockaktion

Frankfurter verlieren Playoff in Berlin, nachdem sich Zuspieler Steuerwald schwer verletzt.

Der freie Sonntag, so hatte Michael Warm es seinen Spielern verordnet, sollte dazu dienen, die lähmenden Bilder des Vorabends aus dem Kopf zu bekommen. Sich entspannen, auf andere Gedanken kommen, um dann ab heute wieder anzugreifen, so lautete der Plan des Trainers der United Volleys Rhein-Main. Doch der 50-Jährige weiß, wie schwer das fallen wird. Denn mit dem verletzungsbedingten Aus von Zuspieler Patrick Steuerwald und der darauf folgenden 0:3 (21:25, 12:25, 17:25)-Niederlage im ersten Play-off-Halbfinale beim Meister in Berlin zerschellten wohl auch die Träume des Frankfurter Bundesligisten, nach dritten Plätzen in den vergangenen beiden Spielzeiten erstmals den Einzug ins Endspiel zu schaffen. Dabei hatte es vor 4120 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle richtig gut für die Gäste angefangen, zogen sie gegen die erfolgsverwöhnte Mannschaft des früheren Bundestrainers Stelian Moculescu im ersten Satz auf 8:2 davon, bis der Titelverteidiger zum 9:9 ausglich.

Genau bei dem Ballwechsel passierte es: Während einer Blockaktion stieß Steuerwald in der Luft mit Lukas Bauer zusammen, landete unglücklich und renkte sich das linke Sprunggelenk aus. Minutenlang wurde der 32-Jährige auf dem Feld behandelt. Der Berliner Teamarzt Oliver Miltner brachte den Fuß wieder in die richtige Position, bevor Steuerwald auf einer Liege aus der Halle und ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort konnte ein Bruch ausgeschlossen werden, doch ein weiterer Einsatz des Lenkers der Hessen, der noch in der Nacht mit Sponsor Jörg Krick zurück nach Frankfurt fuhr, ist ausgeschlossen. Ein MRT im Klinikum Höchst soll nun die Schwere der wahrscheinlichen Bänderverletzung und die Therapie bestimmen.

Die Mienen der Teamkollegen blieben im weiteren Verlauf der Partie von dem schockierenden Ereignis gezeichnet. Jannis Hopt, der für Steuerwald die zentrale Rolle übernahm, „machte seine Sache erst mal gut“, wie Trainer Warm befand. Doch immer stärker traten die Nachwirkungen des Gesehenen zutage, während die Berliner in der Offensive aufdrehten. „Ich glaube, in der Annahme waren wir trotzdem noch ein bisschen besser“, analysierte Warm. Doch das reichte nicht, um dem Favoriten ernsthaft Paroli zu bieten.

Mittwoch zu Hause

Die Niederlage abzuhaken und nach vorne zum Heimspiel in der nach dem Modus „Best of Three“ ausgetragenen Serie am Mittwoch (19 Uhr) in der Frankfurter Ballsporthalle zu schauen, ist angesichts der veränderten Situation nur leicht zu sagen. Der ehemalige Nationalspieler Steuerwald galt als Säule in der Mannschaft, als wichtigste Führungskraft, nachdem Kapitän Sebastian Schwarz wegen Rückenproblemen monatelang pausieren musste. Der erst 21-jährige Hopt bewegt sich leistungsmäßig nicht auf Augenhöhe, verfügt zudem über wenig Spielpraxis, weil Warm fast die gesamte Saison über Steuerwald den Vorzug gab.Auch damit der im Sommer Gekommene sich mit Blick auf die entscheidenden Duelle am Ende optimal mit seinen Kollegen einspielen konnte.

Immerhin hat Hopt eine ähnliche Lage schon mal gemeistert: Beim Pokalhalbfinale in der ersten Saison hatte sich der damalige United-Stammdirigent Jan Zimmermann ebenfalls in Berlin verletzt, und sein Ersatzmann musste ein paarmal einspringen. „Wir müssen jetzt natürlich die Taktik ändern“, betonte Warm. Und darauf hoffen, dass die Glücksfee wieder mal vorbeischaut.

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