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United Volleys Am Scheideweg

Die United Volleys stehen nach dem Playoff-Aus im Halbfinale vor kniffligen Zukunftsfragen: Bleibt Michael Warm Trainer trotz Differenzen?

United Volleys
Tobias Krick (Nr. 11) dürfte wohl bei den United Vollyes bleiben. Foto: Imago

Zwischenzeitlich hatte es mal ziemlich rumort bei den United Volleys Rhein-Main. Es war zu Beginn der Playoffs gewesen, als Michael Warm erwähnte, es habe Störfeuer gegeben, die bis zum Ende der Saison abzuschalten man sich mit Blick auf die sportlichen Aufgaben jedoch geeinigt hätte.

Kurz zuvor, beim Reinfeiern in den 50. Geburtstag des Trainers war aufgefallen, dass von den beiden Geschäftsführern keiner zum Gratulieren da war. Jörg Krick, Initiator und noch immer Hauptfinanzier des Projektes, weilte im Ausland, doch Henning Wegter hatte erst kurz vor Mitternacht den VIP-Raum verlassen. Dazu kommt, dass es auf die Frage nach einer möglichen Verlängerung des auslaufenden Kontraktes mit Warm bislang nur als Antwort gab, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. 

„Es gibt immer mal Differenzen“, betont der Unternehmer Krick, das sei ganz normal. Zumal der Frankfurter Volleyball-Bundesligist am Scheideweg steht. Drei Spielzeiten haben die Hessen in der Beletage hinter sich, die drei darin gewonnenen Bronzemedaillen haben Hunger auf mehr gemacht. Hätte Stammzuspieler Patrick Steuerwald sich nicht im ersten Halbfinale beim Meister in Berlin am Fuß verletzt, wer weiß, ob es der Pokalsieger und Supercup-Gewinner aus Friedrichshafen in der Ende des Monats beginnenden Finalserie nicht mit einem anderen Gegner zu tun bekommen hätte. Dabei, so betont Krick, sei der Etat seines Klubs nur halb so hoch wie der des Titelverteidigers aus der Hauptstadt.

Wenig Entlastung für Krick

Doch während der dritte Platz in einer stärker gewordenen Liga auch angesichts gravierender Verletzungsprobleme zufriedenzustellen vermag, bleibt das Projekt in anderen Bereichen hinter den Erwartungen zurück: Die Zuschauerzahlen stagnieren, die bisher gefundenen Sponsoren entlasten Investor Krick nicht so weit, wie er selbst sich das wünschen würde. Immerhin: „Zum jetzigen Zeitpunkt sehen die Perspektiven besser aus als noch vor drei, vier Monaten“, betont der Macher. Jetzt gehe es darum, die interessierten Partner für die vierte Saison wirklich an sich zu binden.

Krick träumt vor allem von „einer großen Firma, die sich das Thema Volleyball aufs Brot schmiert“. Fernsehübertragungen und der sportliche Erfolg sind dabei wichtige Argumente. 

Beim Antrag der Lizenz für die kommende Spielzeit wurde ein genauso hohes Budget angegeben wie zuvor – gestartet war man einst mit einer Dreiviertelmillion, die gewachsen sein dürfte. Was davon nicht reingeholt werden kann, gleicht Krick aus. Doch wie dieses Geld verteilt wird, ob man es in leistungsstarke Neuzugänge investiert oder lieber auf noch mehr Nachwuchs setzt und einen Vertriebsfachmann engagiert, das müsse reiflich überlegt werden. Intern gibt es dazu unterschiedliche Meinungen.

Zudem soll während der vierten Saison, der letzten, die von Beginn an für das eigentlich der Talentförderung dienende Projekt veranschlagt worden war, auch dessen Zukunft bestimmt werden. „Eine fünfte Saison würde es auf jeden Fall auch mit mir geben“, betont Krick. Schließlich gehöre ihm die United Volleys GmbH, und er müsste sie ja sonst verkaufen. Doch wie viel Geld er dann noch hineinschießt und ob damit die bisherige Position als nationale Nummer drei zu halten sein wird, muss sich zeigen.

Mit seinem Sohn Tobias habe das nichts zu tun. Der begabte Mittelblocker und EM-Zweite hat Angebote auch aus dem Ausland vorliegen, dürfte aber wohl bleiben. Abgesehen vom sowieso nur für eine Saison vorgesehenen Japaner Issei Otake könnten fünf weitere Spieler gehen. Und eben auch der Trainer. 

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