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Staubsauger mit Torinstinkt

Neuzugang Patrick Bick hat sich beim Zweitligaaufsteiger SV Wehen Wiesbaden als Führungsfigur etabliert

10.09.2007 00:09
SUSAN DOBIAS

Erst seit zwei Monaten ist Patrick Bick beim SV Wehen Wiesbaden. Doch in dieser kurzen Zeit hat sich der Mittelfeldallrounder beim Aufsteiger in die Zweite Fußball-Bundesliga zum absoluten Führungsspieler entwickelt. Aus der Mannschaft der Taunussteiner ist der langhaarige Kicker, der durch seine Übersicht und Torgefährlichkeit besticht, jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Das hat sogar der etatmäßige Wehener Kapitän Sascha Amstätter erfahren müssen, der seinen Stammplatz an Bick verlor.

"Er hat sofort eine Führungsposition bei uns übernommen. Im Training hat er sich von Beginn an gezeigt", lobt Wehens Trainer Christian Hock seinen Mittelfeldmann. Und Bick ließ sogleich Taten sprechen, nachdem er nach Wehen gekommen war. Beim Liga-Auftakt in Hoffenheim bescherte Bick sich und seinem Team einen Traumeinstand, als er in der Nachspielzeit den Siegtreffer köpfte. Im vorerst letzten Spiel gegen Alemannia Aachen erzielte er den wichtigen zweiten Treffer beim überraschenden 3:0-Erfolg über den Bundesliga-Absteiger. Und das trotz seiner defensiven Position als zentraler defensiver Mittelfeldspieler.

Sechs bis acht Treffer pro Saison

Der ausgeprägte Torinstinkt ist die große Stärke des 30-Jährigen, der ansonsten im Zentrum die Löcher stopft und seinen Kollegen den Rücken frei hält. In 85 Zweitligaspielen für Eintracht Braunschweig traf Bick 14 Mal. In Wehen will er daran anknüpfen. "Im Schnitt habe ich sechs bis acht Tore pro Saison gemacht. Mal sehen, ob ich das hier toppen kann. Ich bin ein torgefährlicher Sechser", sagt der junge Familienvater.

"Konkurrenzfähige Mannschaft"

Dabei sah es vor einem Jahr gar nicht gut für Bick aus. Im ersten Saisonspiel der Braunschweiger verletzte sich der Lockenschopf schwer am Fuß. Zwei Operationen und sechs Monate Pause folgten. Erst im Februar dieses Jahres feierte er sein Comeback, konnte den Abstieg der Niedersachsen in die Regionalliga aber nicht mehr verhindern. Als Wehen bei ihm nachfragte, zögerte Bick daher nicht lange. Mittlerweile hat er sich in Taunusstein gut eingelebt. "Ich fühle mich hier sehr wohl. Es ist eine schöne Umgebung, gerade in Wiesbaden", erklärt der gebürtige Saarländer, der schon für den 1. FC Saarbrücken, den FC Homburg, die SV Elversberg und den FC Augsburg kickte.

Seinem neuen Verein traut der gelernte Physiotherapeut einiges zu. "Ich komme ja aus der zweiten Liga. Daher denke ich, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben. Unser Prunkstück ist die Abwehr", sagt Bick. "Nach vorne haben wir aber noch Reserven. Unser Ziel sind 40 Punkte, um nicht abzusteigen. Jetzt haben wir sieben Punkte aus vier Spielen. Wir sind auf einem guten Weg."

So wie Bick, der als umgänglicher Typ gilt. Das schätzt auch Coach Hock. Der freut sich aber auch darüber, dass Bick auf dem Rasen hin und wieder "ein paar kräftige Worte" sagen kann.

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