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Skyliners „Wieder unter den Lebenden“

Skyliners-Profi Niklas Kiel ist nach einer Gehirnerschütterung zurück.

Niklas Kiel
Darf wieder am Korb hängen: Niklas Kiel. Foto: imago

Die Schweißperlen tropfen Niklas Kiel wieder von der Stirn, der Ball fühlt sich vielleicht noch ein bisschen besser als vorher an - und das Geräusch der quietschenden Basketball-Schuhe, die über das Parkett rutschen, sind Musik in seinen Ohren. Sieben lange Wochen musste der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners auf all das verzichten: Seit Montag ist der 20-Jährige wieder zurück in der Trainingshalle im Frankfurter Nordwestzentrum. Wenn auch erst einmal nur individuell. „Wann ich wieder ins Mannschaftstraining einsteige ist offen“, sagte Kiel der FR. Genauso, ob er schon am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Oldenburg in der Ballsporthalle sein erstes Bundesligaspiel in dieser Saison bestreiten wird. Riskieren wird Cheftrainer Gordon Herbert nach der Gehirnerschütterung jedenfalls nichts. Er hatte sogar befürchtet, dass Kiel bis Februar ausfallen könnte.

Pure Langeweile daheim

Niklas Kiel erinnert sich noch genau daran, wie es passiert ist. Es war der 12. September, Mannschaftstraining stand auf dem Programm. Der 2,07-Meter-Mann verteidigte beim Spiel Fünf-gegen-Fünf den 2,06-Meter großen Mike Morrison, als dieser zu einem Über-Kopf-Pass ausholte und Kiel unglücklich mit „einem kräftigen“ Ellenbogenschlag am Kiefer traf. Er ging zu Boden und brach das Training ab. Am nächsten Morgen konnte der 2,07 Meter große Flügelspieler zwar die Individualeinheit ganz normal absolvieren. Abends wurde ihm in der Kabine beim Vorbeugen plötzlich ganz schwammig vor Augen. „Da haben die Beschwerden angefangen“, berichtet der Jungprofi. Der Arzt stellte die Gehirnerschütterung fest und verordnete Kiel absolute Ruhe.

So „langweilig“, wie in diesen sieben Wochen, war Kiel bisher noch nie in seinem Leben. „Ich sollte im Dunklen die ganze Zeit nur liegen. Das schaffst du aber so lange gar nicht“, sagt der U20-Nationalspieler. Er habe nichts lesen, kein Fernsehen gucken können, weil er sich überhaupt nicht konzentrieren konnte. Einzig Hörspiele lenkten ihn etwas ab. Fortschritte machte er nur sehr langsam. „Das Rehaschema muss man sich wie eine Treppe vorstellen“, beschreibt Kiel. Als erstes sollte er 20 Minuten im Park spazieren und dann schauen, ob er 24 Stunden danach keine Probleme hat. „Ich habe lange beim ersten Schritt gehangen, weil ich schon nach zehn Minuten Kopfschmerzen bekommen habe“, sagt Kiel.

War als Starter vorgesehen

Erst in der vergangenen Woche stellten sich nach und nach Verbesserungen ein und er hielt 20 Minuten auf dem Ergometer durch, ohne dass irgendwelche Beschwerden auftraten. „Jetzt bin ich wieder unter den Lebenden“, sagt er schmunzelnd. Er wollte in dieser Saison eigentlich angreifen, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Im Sommer lief es bei der U20-WM nicht so gut für ihn. Da kam Kiel über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. In der Vorbereitung auf die neue Saison in Frankfurt gab es einige Höhen und Tiefen, die mit dem Ellenbogenschlag jäh endete.

Für Kiel geht es jetzt darum, sich wieder an die Mannschaft heranzuarbeiten. Gordon Herbert hatte den gebürtigen Herforder eigentlich als Starter für die Power-Forward-Position vorgesehen. Bis dahin, ist es jedoch noch ein weiter Weg. In Kiels Abwesenheit hat Herbert die Rotation verkürzt und meistens nur sieben Spieler eingesetzt plus ein paar Minuten für Richard Freudenberg. „Die Jungs sind trotzdem gut gestartet, trotz ein paar Auf und Abs“, analysiert Kiel die Bilanz von fünf Siege und zwei Niederlagen. Gegen die schweren Gegner, die am Sonntag mit Oldenburg und in den nächsten Wochen kommen, habe das kein Team keinen Druck. Und Niklas Kiel freut sich erst einmal darauf, dass ihm bald wieder in einem Spiel die Schweißperlen von der Stirn tropfen.

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