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Skyliners Volle Konzentration vor Länderspielpause

Gordon Herbert hat eine klare Botschaft für seine Nationalspieler vor der Partie gegen Ulm. Niklas Kiel steht vor seinem Saisondebüt.

Basketball
Spielen bis auf Handheber Mike Morrison international: Tai Webster (v.l.), Isaac Bonga, Philip Scrubb und Shawn Huff. Foto: hübner

Eine Sache wollte Gordon Herbert dann doch noch ansprechen. „Für mich ist wichtig, dass wir mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Fokus in das Spiel gehen“, sagte der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners vor der heutigen Partie gegen Ulm (18.30) in der Ballsporthalle. „Und nicht jetzt schon daran gedacht wird, wer wo am Sonntag hinfliegt.“ Zum ersten Mal seit 15 Jahren werden ab kommender Woche wieder Länderspiele während der Basketballsaison ausgetragen. Die ersten zwei Qualifikationspiele für die Weltmeisterschaft in China 2019 stehen auf dem Programm.

Die Skyliners haben gleich vier Auswahlspieler in ihren Reihen: Tai Webster (Neuseeland), Philip Scrubb (Kanada) und Shawn Huff (Finnland) sind feste Bestandteile ihrer Nationalmannschaften, Huff sogar Kapitän der Suomi. Isaac Bonga, der am vergangenen Mittwoch 18 Jahre alt wurde, steht vor seinem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. „Wir unterstützen das, und es ist eine Ehre für sein eigenes Land zu spielen. Die Spieler dürfen aber nicht vergessen, wo sie hingehören“, sagte Herbert. Die Botschaft dürfte der Kanadier nicht nur den Journalisten, sondern vor allem seinen Spielern deutlich eingeschärft haben.
Ohnehin scheinen sich einige der Spieler noch nicht so richtig mit den Gegnern ihrer Nationalmannschaften beschäftigt zu haben. Tai Webster war gar nicht klar, dass das WM-Endturnier in China stattfindet. Shawn Huff wusste immerhin, dass er mit der finnischen Auswahl gegen Bulgarien spielt. In der zweiten Partie geht’s gegen Tschechien. Umso klarer war der 33-Jährige in seiner Meinung, was den Streit zwischen Weltverband Fiba und Euroleague angeht. „Das schadet dem Basketball“, sagte der Flügelspieler.

Die Privatorganisation Euroleague organisiert die zwei höchsten europäischen internationalen Wettbewerbe: die Königsklasse, die Euroleague, und den Eurocup. Seit der Ankündigung, die Nationalmannschaftsfenster einzuführen, hat die Europaabteilung der Fiba versucht, die europäischen Wettbewerbe wieder unter ihr Dach zu ziehen, nachdem sie diese Anfang der 2000er-Jahre ausgelagert hatte – und ist trotz massiven Drucks auf die nationalen Verbände krachend gescheitert. Aktuell gibt es neben den zwei Euroleague-Wettbewerben auch zwei Wettbewerbe, die die Fiba organisiert. Die Euroleague ist nicht bereit, ihren Kalender zu verändern.

Das hat für die deutsche Nationalmannschaft zur Folge, dass die Bamberger Patrick Heckmann, Maodo Lo und Lucca Staiger für die Qualifikationsspiele gegen Georgien (24. November) und Österreich (27.) definitiv ausfallen werden. „Bamberg hat es seinen Nationalspielern freigestellt, ob sie an den Länderspielen ihres jeweiligen Landes teilnehmen wollen“, teilte ein Sprecher des Bundesligisten am Freitag mit. Sie hätten sich jedoch für den Verbleib beim Team entschieden. Ob der Ex-Frankfurter Johannes Voigtmann vom spanischen Klub Vitoria und Valencias Center Tibor Pleiß dabei sein können, ist noch unklar. „Was auch immer die Lösung sein wird, am Ende müssen alle Mannschaften ihre besten Spieler zur Verfügung haben“, forderte Huff. Es klappe beim Fußball, warum soll es beim Basketball nicht funktionieren? Das dürfte angesichts des autarken Daseines der NBA und dem Streben der Euroleague nach Unabhängigkeit von der Fiba schwierig werden.

Schwierig ist derzeit für Gordon Herbert auch die Trainingssteuerung. Center Mike Morrison fehlt mit einer Zerrung in der Hüfte und hat eine „Chance von 20:80“, heute zu spielen. Bei Flügelspieler Niklas Kiel, der nach seiner Gehirnerschütterung am Dienstag erstmals wieder mit dem Team trainierte, stehen die Chancen immerhin 50 zu 50. Da Armin Trtovac wegen eines Bänderrisses für mindestens vier Wochen ausfällt, ist Jonas Wohlfarth-Bottermann aktuell der einzige Center im Kader. So muss Herbert improvisieren. Das Training wird ergänzt mit Spielern aus der zweiten Mannschaft, die in der drittklassigen Pro B spielt. Am vergangenen Sonntag kam so der US-Amerikaner Alex Fountain (22) zu seinem Bundesligadebüt in Bamberg.

Immerhin spielt die Pro B an diesem Wochenende erst am Sonntag, sodass Gordon Herbert nicht darauf achten muss, wie viele Minuten seine jungen Talente am Vortag gespielt haben. Das war in den vergangenen Wochen öfter der Fall und ein Grund dafür, dass er sie im Bundesligakader kaum eingesetzt hat. Heute kann er es tun.

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