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Skyliners schlagen München Wahnsinn in München

Die Skyliners drehen ein verloren geglaubtes Spiel beim FC Bayern und können mit einem Heimsieg ins Halbfinale einziehen.

Basketball Basketball Bundesliga Playoffs Spiel 3 12 05 2018 Muenchen FC Bayern Basketball ge
Traf den entscheidenden Dreier: Philip Scrubb (links), der von Richard Freudenberg gefeiert wird. Foto: imago

Normalerweise ist Philip Scrubb niemand, der sich ausgiebig über getroffene Würfe freut. Am Samstagabend in München, als er 18 Sekunden vor Schluss die Frankfurt Skyliners mit 84:83 beim FC Bayern in Führung brachte, da explodierte der sonst so zurückhaltende Kanadier förmlich, schlug mit der geballten Faust nach unten und brüllte seine Freude raus. Nur wenige Momente später, als die Schlusssirene ertönte, die Bayern ihren letzten Wurf daneben gesetzt hatten und das Spiel 86:83 gewonnen hatten, gab es beim hessischen Basketball-Bundesligisten kein Halten mehr. Die Spieler sprangen auf und ab und feierten ihren Überraschungscoup nach einer überragenden zweiten Halbzeit und führen plötzlich in der Serie im Modus „Best-of-five“ mit 2:1. Es war der allererste Erfolg beim elften Anlauf in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit einem Sieg am Dienstag (19 Uhr) in der Ballsporthalle könnten die Skyliners ins Halbfinale einziehen. Das wäre eine Sensation. 

Die Hessen hatten erst am letzten Spieltag den achten Tabellenplatz gesichert, die Bayern kamen als Tabellenführer mit nur drei Niederlagen und haushoher Favorit ins Viertelfinale. „Das war Wahnsinn. Eine unglaubliche Leistung der Frankfurter. Wenn sie frei waren, haben sie ihre Würfe in der zweiten Halbzeit getroffen“, kommentierte Bundestrainer Henrik Rödl beim übertragenden Sender Telekomsport. 

Eigentlich hatte vor dem Start in die zweite Halbzeit alles gegen die Skyliners gesprochen. Die Bayern führten 39:25, hatten 20 Freiwürfe zugesprochen bekommen, die Frankfurter Korbjäger nur vier. Und Cheftrainer Gordon Herbert durfte die zweite Halbzeit nicht mehr coachen. Weil er sich Schiedsrichterin Anne Panther über die Foulverteilung beschwert hatte, bekam dafür ein technisches Foul und schmiss daraufhin sein Klemmbrett auf den Boden, worauf das zweite technische Foul und die Disqualifikation folgte. 

So musste Co-Trainer Klaus Perwas das Kommando übernehmen und zunächst mitansehen wie die Bayern ihren Vorsprung auf 19 Punkte (44:25) ausbauten. Wo sich andere Teams vielleicht schon aufgegeben hätten, fingen die Skyliners plötzlich an, an sich zu glauben. Angeführt von Shawn Huff, der innerhalb von 96 Sekunden drei Dreier traf und den Rückstand auf 13 Zähler verkürzte (36:49), ließ das Selbstbewusstsein wachsen, während die Bayern plötzlich von der Rolle waren. „Ich hab den Spielern gesagt, dass wir nichts zu verlieren haben“, sagte Klaus Perwas der FR. „Es hilft dann natürlich, wenn da oben auch mal einer reingeht.“ Noch im dritten Viertel gingen die Skyliners durch den bärenstarken Tai Webster mit 57:54 in Führung. Dabei war der Einsatz des Neuseeländers fraglich. Bei einer Kernspintomographie war „ein leichter Schaden“ ( Herbert) im Rücken festgestellt worden, trotzdem biss der Spielmacher auf die Zähne und wurde mit 20 Punkten Topscorer der Skyliners.

Abhaken können

Im hochklassigen Schlussviertel wechselte die Führung hin und her, ehe Scrubb zu seinem Dreipunktwurf ansetzte und die Bayern in der Folge den Ball verloren, Quantez Robertson zwei Freiwürfe traf und Jared Cunninghams Verzweiflungswurf daneben ging.

Jetzt gilt es für die Skyliners, sich schon wieder auf Dienstag zu fokussieren. „Es geht in den Playoffs nochmal mehr darum, abhaken zu können“, erklärt Perwas. Es spiele keine Rolle, ob man mit einem Punkt oder 40 gewinnt oder verliert. Wichtig sei nur, dass man im nächsten Spiel nicht die Fehler wiederhole, die man zuvor gemacht hat. „Wir müssen von Anfang an mit der richtigen Intensität ins Spiel gehen. In München waren wir ein bisschen zu langsam im Angriff und das hat sich dann auch auf die Verteidigung ausgewirkt“, sagte Perwas. „In den Playoffs zählt nur volle Suppe.“

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