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Skyliners Neue Nummer, neues Glück

Leon Kratzer hofft bei den Skyliners, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen.

Fraport Skyliners - Rytas Vilnius, 7DAYS Eurocup
Gleich ein Gewinn für die Skyliners: Leon Kratzer. Foto: Pressehaus

Eigentlich wollte Gordon Herbert Leon Kratzer gar nicht einwechseln. Der 21-Jährige war erst am Dienstag in Frankfurt angekommen, hatte den Medizincheck absolviert, war mit dem Trainerteam ein paar grundlegende Sachen durchgegangen und hatte drei Systeme auf einem Spickzettel mit nach Hause bekommen. Seinen Plan warf der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners am Mittwochabend in der Eurocup-Partie gegen Vilnius aber schnell über den Haufen. Schon nach sechs Minuten schickte der Kanadier seinen neuen Center aufs Parkett, weil sich die anderen beiden Großen – Marco Völler und Erik Murphy – bereits zwei Fouls abgeholt hatten.

Am Ende waren es gar 16 Minuten, die der Neue spielte und genau das reinbrachte, was den Skyliners nach dem Mittelfußbruch von Jonas Wohlfarth-Bottermann unter den Körben gefehlt hatte: Präsenz, gute Verteidigung und Länge. Mit 2,11 Meter ist Kratzer der Größte im Team des hessischen Basketball-Bundesligisten. „Die letzten Tage waren echt verrückt“, sagte Kratzer, der zum 65:63-Erfolg gegen Vilnius drei Punkte, vier Rebounds und zwei Steals beisteuerte. „Vor zwei Tagen habe ich in Bamberg noch meine Sachen gepackt und jetzt stehe ich hier und wir sind unter den Top 16 des Eurocups. Das ist unglaublich.“

Kratzer sah nach seiner ersten Partie in der Ballsporthalle so glücklich, so gelöst aus, als könnte er gerade noch mal aufs Parkett gehen. „Es macht so viel Spaß zu spielen, zu lernen. Es ist unbeschreiblich“, sagte der gebürtige Bayreuther, der bei den Skyliners einen Vertrag bis Saisonende plus die Option auf ein weiteres Jahr besitzt.

 Zuletzt in Bamberg war Kratzer der Spaß ziemlich verloren gegangen. Beim Topklub aus Oberfranken schmorte der hochdekorierte Juniorennationalspieler nur auf der Bank, kam in vier Partien im Durchschnitt nur 3:34 Minuten zum Einsatz. Bereits in der vergangenen Saison war Kratzer an Würzburg ausgeliehen, kam dort in 28 Partien auf 11:31 Minuten Spielzeit und hegte die Hoffnung, diese Saison bei seinem Heimatklub durchzustarten. Doch Trainer Luca Banchi fand keine Verwendung für den 2,11-Meter-Mann.

Einbußen beim Gehalt

Als sich dann Gordon Herbert vergangene Woche bei Kratzer meldete, war für diesen schnell klar, den Verein zu wechseln. „Ich habe gemerkt, dass es mir nichts bringen würde, ein weiteres Jahr auf der Bank zu sitzen“, sagte Kratzer. Er sei Bamberg dankbar, dass sie ihm keine Steine in den Weg gelegt haben. Die hatten bereits am Samstag die Vertragsauflösung mit Kratzer bekanntgegeben, es dauerte jedoch bis Dienstag, ehe die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt wurde. „Er hat Einbußen beim Gehalt hingekommen. Das zeigt eine Menge. Er wollte zu uns kommen“, lobte Herbert den talentierten Neuen. Der Cheftrainer wollte Kratzer schon vor einem Jahr nach Frankfurt lotsen. Damals scheiterte der Transfer aus Bamberg jedoch daran, dass die Skyliners ihn nicht nur ausleihen, sondern fest verpflichten wollten.

Kratzer hofft, die gleiche Entwicklung zu nehmen, die andere große Jungs in Frankfurt hinter sich haben. Allen voran Danilo Barthel und Johannes Voigtmann, die bei den Skyliners zu Nationalspielern gereift sind. Aber auch Jonas Wohlfarth-Bottermann, dessen vergangenes Jahr das beste seiner Karriere war. „Ich werde hart arbeiten, um das auch zu erreichen“, versprach Kratzer, der in Frankfurt die Nummer 21 trägt.

Sonst war es immer die 12 in seiner Karriere. „Die 12 war leider belegt, so habe ich es einfach getauscht. Neue Nummer, neues Glück“, sagte er lachend. Zunächst aber muss Kratzer die Systeme der Skyliners kennenlernen. Das wird einige Zeit dauern. Immerhin: Nach der Partie am Samstag (18 Uhr) gegen Braunschweig steht die zweite Länderspielpause der Saison an und es gibt viel Zeit für das Training bis zur nächsten Partie am 7. Dezember gegen Alba Berlin.

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