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Skyliners Bonga geht in den NBA-Draft

Isaac Bonga von den Frankfurt Skyliners versucht sein Glück in der Talentelotterie der NBA. Der 18-jährige Spielmacher ist eines der größten Talente im deutschen Basketball. Auch Teamkollege Freudenberg im Draft.

Isaac Bonga
Frankfurt Skyliners Isaac Bonga blockt Nihad Djedovic während der Playoffspiele der Frankfurter gegen Bayern München. Foto: imago

Zahlreiche Geschäftsführer der NBA-Klubs sind in der abgelaufenen Basketball-Bundesligasaison bei den Frankfurt Skyliners ein- und ausgegangen. Etliche Scouts aus der nordamerikanischen Basketballliga beobachteten so gut wie jedes Spiel von Isaac Bonga. Nun wagt der hochtalentierte 18-jährige Spielmacher nach nur einer vollen Saison als Profi den Sprung in die NBA und meldet sich für den Draft am 21. Juni in New York an. Das bestätigte Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter der Skyliners, der FR. Bis Montagnacht hatten europäische Spieler, die ihren Namen in die Talentelotterie geworfen hatten, Zeit, wieder zurückzuziehen. Das hat der gebürtige Neuwieder nicht gemacht, weil er offensichtlich Signale eines Teams bekommen hat, ihn frühzeitig und sicher zu draften. Denn sollte er nicht gezogen werden, darf er sich nicht noch einmal für die Talenteziehung anmelden. Bonga befindet sich derzeit in den USA. Ebenfalls im Draft ist auch der zweite Skyliners-Profi Richard Freudenberg. Da der 19-jährige vergangenes Jahr am College der St. John’s University in New York war, ist er automatisch dabei. Chancen rechnet sich der Flügelspieler aber nicht aus, wie er auf der Saisonabschlussfeier der Skyliners sagte. Dafür hat er in abgelaufenen Spielzeit auch wegen Verletzungen nicht so sehr auf sich aufmerksam machen können.

Im Gegensatz zu Isaac Evolue Etue Bofenda Bonga, der als jüngster Spieler des diesjährigen Drafts in die Lotterie geht.  Je früher ein NBA-Klub den 2,03-Meter großen Athleten zieht, desto höher wird sein garantiertes Gehalt sein. Ob er dann sofort in die NBA geht, in einem Farmteam des Klubs in der Gatorade League (G-League) spielt oder doch noch ein Jahr in Europa, gar in Frankfurt spielt, ist völlig offen. Bonga wäre neben Dennis Schröder (Atlanta Hawks), Daniel Theis (Boston Celtics), Maximilian Kleber, Dirk Nowitzki (beide Dallas Mavericks), Paul Zipser (Chicago Bulls) der sechste deutsche Spieler in der besten Basketballliga der Welt. Zudem hat Moritz Wagner von der Michigan University gute Chancen bei einem NBA-Team unterzukommen. Die Skyliners würden 650000 Euro bekommen wenn Bonga gedraftet wird. Das ist mehr als die Hälfte des aktuellen Spieleretats. Der bisher einzige Spieler, der von den Skyliners in die NBA gewechselt ist, war der Kroate Mario Kasun im Jahr 2004.

„Isaac ist noch nicht komplett, aber er ist einzigartig“, sagte Sebastian Gleim, Trainer der zweiten Mannschaft der Skyliners einmal der FR. Bonga war schon als Kind motorisch und koordinativ extrem talentiert, beidhändig und mit seinen langen Armen kann er Gegenspieler vor sich halten und gut rebounden. Seine Spannweite beträgt 2,19 Meter. Als Vorbild nennt Bonga die NBA-Legende der Los Angeles Lakers Earving „Magic“ Johnson, der ebenfalls als großer Spieler (2,06 Meter) auf der Point-Guard-Position agierte. Die größte Herausforderung für Bonga ist die Entwicklung seines Körpers. Er ist mit seinen 18 Jahren noch nicht voll ausgewachsen und noch längst nicht austrainiert.

Am 23. September 2016 wurde Bonga bei seinem ersten Einsatz in Bamberg zum fünftjüngsten Bundesligaprofi. Wegen schulischer Verpflichtungen sowie Teilnahmen an internationalen Camps kam er in seiner ersten Profisaion nur auf 15 Einsätze bei durchschnittlich neun Minuten. Im vergangenen Sommer entschied sich der Sohn zweier Kongolesen, die Schule nach der 11. Klasse ruhen zu lassen und sich voll auf den Basketball zu konzentrieren. In der abgelaufenen Spielzeit kam er auf 21 Minuten Einsatzzeit und steuerte 5,9 Punkte, 3,2 Rebounds und 2,4 Assists bei und wurde zum drittbesten Nachwuchsspieler der BBL gewählt. Sein Dreipunktwurf ist mit 34,4 Prozent zwar noch ausbaufähig. Sein Zug zum Korb mit schnellen, langen Schritten suchen in der BBL seinesgleichen. Beeindruckend war auch seine Freiwurfquote von 92 Prozent. Darüber hinaus feierte er am 23. Februar sein Länderspieldebüt für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) beim WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien vor heimischer Kulisse in Frankfurt. Als jüngster Nationalspieler seit 1975. Ob er der jüngste aller Zeiten ist, kann aufgrund der unvollständigen Daten des DBB nicht mit Sicherheit gesagt werden. „Isaac gehört die Zukunft im deutschen Basketball“, sagt Bundestrainer Henrik Rödl.

Was die Zukunft Isaac Bonga bringt, wird sich am 21. Juni in New York entscheiden.

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