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Sieg gegen Braunschweig Agva nutzt seine Chance

Der Skyliners-Center darf bei dem Kantersieg gegen Braunschweig nach vier Monaten mal wieder zeigen, was er kann.

Fraport Skyliners - Basketball Löwen Braunschweig
Fokussiert: Mahir Agva. Foto: Pressehaus

Mahir Agva musste sich mit dem Handtuch immer wieder den Schweiß aus dem Gesicht wischen. „Ich war am Ende richtig müde“, gab der Center der Frankfurt Skyliners erschöpft, aber zufrieden zu. Der 20-Jährige hatte elf Punkte zum nie gefährdeten 92:56 (53:36)-Erfolg vor 4300 Zuschauern in der Ballsporthalle gegen den Tabellen- sechszehnten Braunschweig beigetragen – in 20 Minuten Einsatzzeit. Für einen Bundesligaprofi eigentlich ganz normal, doch für Agva war die Partie am Sonntag die erste seit vier Monaten, in der er sich richtig beweisen konnte. „Ich wollte dem Trainer zeigen, dass ich auf diesem Niveau spielen kann“, sagte das 2,06-Meter große und 108 Kilogramm schwere Kraftpaket.

Zuletzt spielte er am 19. November bei der 52:69-Pleite in Gießen 17 Minuten. Dann kam Cheftrainer Gordon Herbert nach seiner Rücken-OP und der Reha zurück auf die Trainerbank, und Agva war erst einmal außen vor. Herbert setzte lieber auf den erfahrenen Nigerianer Ekenechukwu Ibekwe. Agva versauerte auf der Bank und im Training traten die Knieschmerzen aus dem Sommer wieder auf. Ende Dezember ließ er sich beim Teamarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München untersuchen. Ergebnis: sieben Wochen Pause.

Aus seiner Heimatstadt Reutlingen fuhr er zweimal die Woche zur Reha nach München, quälte sich, um zu alter Form zu gelangen. „Das Knie hält jetzt 100 Prozent“, sagte er gestern. Über drei Kurzeinsätze in der Bundesliga kam Agva aber nicht hinaus. Etwas länger durfte er nur in der zweiten Mannschaft, in der drittklassigen Pro B ran. „Ich habe versucht, positiv zu bleiben“, sagte der Sohn kurdischer Eltern aus dem Südosten der Türkei. „Ich habe weiter hart trainiert und es hat sich jetzt ausgezahlt.“ Neben 20 Punkten schnappte sich Agva noch sechs Rebounds.

Vaughn wieder schwach

Auch Gordon Herbert war sichtlich zufrieden mit der Leistungssteigerung seines Schützlings. Anfang der Woche hatte er ihn zum Gespräch gebeten „und ihm gesagt, was er tun muss, um zu spielen.“ Die Trainingswoche habe ihm nun geholfen, vor allem was die Verteidigung angeht.
Nach Stellungsfehlern oder zu wenig Einsatz hatte er ihn in den Wochen zuvor des Öfteren ausgewechselt. Trotzdem Herbert ist kein Trainer, der seine Spieler direkt kritisiert. Er verpackt es lieber. Am Sonntag sagte der Kanadier etwa: „Die ersten drei Minuten des ersten und des dritten Viertels waren negativ.“ Die Folge: Spielmacher Kwame Vaughn musste nach diesen drei Minuten jedes Mal auf der Bank Platz nehmen. Auf Nachfrage erklärte Herbert nur, dass nicht jeder Spieler immer gut spiele.

Kwame Vaughn erfüllt jedoch bei weitem nicht die Erwartungen, die Herbert an seine Point-Guards stellt. Nach der Auswechslung des 26-Jährigen im dritten Viertel kam er auch nicht mehr auf das Parkett zurück.

Am Freitag hatte Herbert einige Spieler kritisiert, die „sauer waren, weil sie nicht genug gespielt oder genug Würfe bekommen haben.“ Einige hätten nicht das richtige Ziel. Wen der 58-Jährige damit genau meinte, ließ er zwar offen. Man muss jedoch kein großer Hellseher sein, um zu erkennen, dass Vaughn zu diesen Spielern gehört.

Dafür hat Mahir Agva sich mit der guten Partie gegen Braunschweig wieder ins Gedächtnis des Trainers gerufen. Er war im Sommer aus Tübingen nach Frankfurt gewechselt, um sich wie Danilo Barthel oder Johannes Voigtmann weiterzuentwickeln und auch international zu spielen. „Weg von zu Hause, ein neues Umfeld. Darauf hatte ich Lust“, sagte Agva. Als großer Spieler hat er einen ordentlichen Wurf, kann sich aber auch gut unter dem Brett durchsetzen und mit einem soliden Hakenwurf abschließen. In den kommenden Wochen wird er das wohl wieder häufiger zeigen dürfen als zuletzt.

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