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Philip Scrubb Suchen nach dem letzten Puzzleteil

Philip Scrubb
Im letzten Pflichtspiel gegen einen der besten seiner Zunft: Philip Scrubb (r.) gegen Tony Parker. reuters Foto: rtr

Die Wohnung ist immer noch die gleiche. Im Trainerteam hat sich ebenfalls nichts geändert, nur ein paar wenige Spieler sind neu. Die Eingewöhnung bei den Frankfurt Skyliners ist für Philip Scrubb ziemlich einfach gewesen. Seit Mittwoch ist der 24-Jährige wieder Teil des hessischen Basketball-Bundesligisten. Ein Jahr musste der Kanadier wegen eines Knorpelschadens aussetzen. „Eine schwierige Zeit“, wie Scrubb zugibt.

Seit Februar vergangenen Jahres, zwei Monate nachdem er zu den Skyliners gewechselt war, spürte er das erste Stechen im Knie. Es hat den Combo-Guard zwar gestört, aber nicht davon abgehalten zu spielen. Er gewann mit den Hessen den Fiba Europe-Cup und erreichte das Halbfinale in der Basketball-Bundesliga (BBL). Ein MRT kurz nach der Saison zeigte dann einen Knorpelschaden. „Ich dachte, ich könnte es rausspielen und konservativ behandeln“, sagte Scrubb. Und er wollte auf gar keinen Fall das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele mit der kanadischen Nationalmannschaft verpassen. Das verlorene Finale gegen Frankreich sollte jedoch sein vorerst letztes Pflichtspiel sein.

Seit Juni wieder fit

In Frankfurt angekommen, wo er einen neuen Einjahresvertrag unterschrieben hatte, wurden die Schmerzen schlimmer. Er reiste von Doktor zu Doktor, unter anderem zum Mannschaftsarzt der Chicago Bulls und wollte es zunächst weiter konservativ behandeln lassen, bis er nicht mehr um die Operation drumherum kam. Im Dezember folgte der Eingriff (Mikrofraktur), zwei Monate lief Scrubb auf Krücken, im März konnte er wieder joggen und den Ball zu werfen . Seit Juni darf er wieder im Vollkontakt Basketball spielen.

„Der Erste, den ich nach der Saison angerufen habe, war Phil“, berichtet Cheftrainer Gordon Herbert. Er sei immer wieder mit seinem Landsmann in Kontakt gewesen. Doch er musste bis vergangene Woche abwarten, bis der Deal unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Den Skyliners fehlt schlicht und einfach das Geld, um Verträge frühzeitig abzuschließen. Je später Kontrakte unterschrieben werden, desto mehr können sie am Gehalt sparen. Trotz der Ankündigung von Gunnar Wöbke, dem geschäftsführenden Gesellschafter, einen Ersatz für Premium-Partner Mainova gefunden zu haben, lässt die Präsentation des neuen Sponsors auf sich warten.

„Schwierig“, bezeichnet deshalb Herbert auch die Suche nach einem Aufbauspieler. Die Gedanken an das „letzte und wichtigste Puzzleteil“, bereiten Herbert schlaflose Nächte. Eigentlich wäre es wichtig, dass der Aufbauspieler so schnell wie möglich zum Team stößt, da die „ersten zwei Wochen in der Vorbereitung sehr wichtig sind, um die kleinen Dinge einzustudieren, die das große Bild ergeben“, sagt der Cheftrainer.

Kein erfahrener Spieler

Wie es aussieht müssen die Skyliners wieder auf einen Glücksgriff à la Jordan Theodore, der vor zwei Jahren Mitte September zum Team stieß oder Justin Cobbs, der vor drei Jahren sogar erst nach sieben Spieltagen verpflichtet wurde, hoffen. Das kann gutgehen, muss aber nicht, wie die beiden Fehlgriffe Markel Starks und Kwame Vaughn vergangene Saison gezeigt haben. Einen erfahrenen Spieler, was angesichts des extrem jungen Skyliners-Team eigentlich sinnvoll wäre, „werden wir nicht kriegen“, sagte Herbert. Er sei mit Spielern in Kontakt, die zumindest schon ein oder zwei Jahre Erfahrung in Europa gesammelt haben.

Ein sechster ausländischer Spieler soll erst einmal nicht geholt werden. Zur Vorbereitung will Herbert einen großen Flügelspieler für vier Wochen holen, um die Abwesenheit von Shawn Huff, der mit der finnischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft spielt, zu überbrücken. Alles andere, wie Ziele und einen möglichen Zwei- oder Dreijahresplan will Herbert hinter verschlossenen Türen mit Gunnar Wöbke im September besprechen.

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