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Isaac Bonga Basketball statt Schule

Skyliners-Youngster Isaac Bonga bricht sein Fachabitur ab, um sich voll auf seinen Traum zu konzentrieren.

Isaac Bonga
Voller Einsatz: Isaac Bonga bei der U19-WM in Ägypten gegen Puerto Rico. Foto: FIBA

Hop“ ruft Klaus Perwas, und Isaac Bonga dribbelt los, zieht mit schnellen und langen Schritten am Co-Trainer der Frankfurt Skyliners vorbei und schleudert den Ball mit der linken Hand zu Daniel Herbert, dem Sohn von Cheftrainer Gordon. Fünfmal wiederholt der 2,05-Meter große Aufbauspieler die Prozedur, mal passt er nach der Umkurvung von Perwas sofort, mal zieht er bis zur Grundlinie. Seit drei Wochen steht Isaac Evolue Etue Bofenda Bonga zweimal täglich in der Trainingshalle in der Frankfurter Nordweststadt. Kraft- und Wurftraining stehen täglich auf dem Programm vor seiner ersten Saison als Vollzeitprofi – und das mit 17 Jahren.

„Ich setzte alles auf die Karte Basketball“, sagt Bonga, nachdem er frisch geduscht auf einem Sofa in den klimatisierten Büroräumen der Geschäftsstelle Platz nimmt. Nach vielen Gesprächen mit der Familie hat er sich dazu entschieden, die Schule nach elf Jahren abzubrechen. Mit seiner Schule hat er abgesprochen, dass er im Fall des Falles sein Abitur noch nachholen kann, doch der Teenager mit der großen Spannweite (2,19-Meter) hat große Ziele und will eines Tages in die NBA. „Ich will Starting Point-Guard sein“, sagt Bonga zu seinen Zielen in dieser Saison.

Wurf wird stabiler

Das spricht für sein gesundes Selbstbewusstsein. Er weiß aber auch, dass es ein langer Weg ist und er sich stetig weiterentwickeln muss. „Ich will so viele Sachen wie es geht lernen und mich durchsetzen.“ Einerseits. Andererseits bekommt er den Rummel um seine Person schon mit. Vor kurzem war er auf dem Cover des Basketballmagazins „BIG“. „Das ist schon ziemlich cool“, sagt er und lacht. Laut Informationen des Fachmagazins würde er den Skyliners bei einem Wechsel in die NBA im kommenden Sommer 650 000 Euro in die Kasse spülen, im Jahr darauf wären es schon 700.000 Euro. Ungefähr diese Summe beträgt der gesamte Spieleretat der Skyliners.
 

Erst vor zwei Monaten war Bonga - zusammen mit Skyliners-Teamkollege Richard Freudenberg – beim NBA-Camp im italienischen Treviso, dort, wo die hoffnungsvollsten europäischen Talente zusammenkommen. „Die beste Erfahrung bislang“, sagt Bonga, der schon zu zahlreichen Camps eingeladen worden ist. Danach ging es für ihn und Freudenberg zur U19-WM in Ägypten, die mit einem fünften Platz für die deutsche Auswahl endete. Bonga kam im Schnitt auf 6,6 Punkte, 3,4 Rebounds und 3,3 Assists. „Wir haben uns während des Turniers immer gesteigert und gegen die USA ein gutes Spiel gemacht“, findet Bonga. Gegen die US-Boys war im Viertelfinale Schluss, Bonga brach nach einer starken ersten Halbzeit wie das gesamte Team in der zweiten Hälfte ein, vor allem an seinem Wurf haperte es. Er verzichtete anschließend freiwillig auf die U18-EM, um in Frankfurt mit den Trainern zu arbeiten, was seine Entschlossenheit widergespiegelt.

„Er hat sich schon verbessert“, findet Klaus Perwas, der mit Bonga fast jeden Vormittag in der Halle steht und an dessen Wurf feilt. Er habe immer zu viel Luft zwischen Ball, Mittel- und Ringfinger gelassen, erklärt Perwas. Dadurch fehlte Druck und Rotation. „Ich neige dazu, den Ball zu schleudern, dadurch wird er zu flach“, sagt Bonga. In den vergangenen Tagen hat er das jedoch immer mehr abgestellt und Vertrauen in seinen Wurf bekommen. Ohne stabile Quoten aus dem Feld wird es bei allem Talent auch in der Basketball-Bundesliga (BBL) schwer für Bonga, der im November seinen 18. Geburtstag feiert.

Klaus Perwas weiß aus eigener Erfahrung, dass die Arbeit am richtigen Wurf ziemlich langwierig sein kann. „Bei mir waren es fünf Jahre, bis ich das automatisiert hatte“, erklärt der ehemalige Nationalspieler. Unter der richtigen Anleitung kann das zwar ein bisschen schneller gehen, aber da kommt ja auch noch die Wettkampfsituation dazu.

Isaac Bonga, den alle nur Isi rufen und der sich auf Instagram Easy B nennt, scheut diese Herausforderung nicht. Im Gegenteil. Schon in der vergangenen Saison hat er als fünftjüngster Spieler der BBL-Geschichte mit seinen unbekümmerten Auftritten auf sich aufmerksam gemacht. In dieser Spielzeit will er so richtig auftrumpfen.

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