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Frankfurt Skyliners Auf dem Zahnfleisch

Die Frankfurt Skyliners plagen große Verletzungssorgen - sie können aber nur noch einmal nachverpflichten.

Shawn Huff hat schon viel in seiner Profilaufbahn erlebt. Der 33-jährige Finne hat in Griechenland, Italien, Frankreich, und in den USA gespielt, Höhen und Tiefen erlebt, aber so viele verletzte Mitspieler gleichzeitig wie in Frankfurt hat er noch nie gesehen. „Das wichtigste ist, dass wir jetzt gesund werden“, sagte der Flügelspieler der Skyliners nach der 76:81-Niederlage gegen Bonn. Das könnte jedoch noch ein bisschen dauern.

Am Sonntag saßen beim hessischen Basketball-Bundesligisten mehr Spieler neben der Auswechselbank als auf ihr. Jonas Wohlfarth-Bottermann, Philip Scrubb, Niklas Kiel, Richard Freudenberg, Isaac Bonga könnten auch in der ersten Fünf stehen, dazu kommt der seit eineinhalb Jahren unpässliche Daniel Mayr. „Wir sind in einer Krisensituation“, stellte Cheftrainer Gordon Herbert unumwunden fest.

Die Skyliners waren vor der Saison mit den Verpflichtungen von Scrubb und Wohlfarth-Bottermann ein Risiko eingegangen. Der Kanadier verpasste die vergangene Saison komplett wegen eines Knorpelschadens, der deutsche Center war wegen einer Knorpelabsplitterung im Knie im März 2016 monatelang außen vor. Fit waren beide absolute Leistungsträger, Scrubb (25) führt immer noch die Topscorer-Liste der Basketball-Bundesliga (BBL) an, Wohlfarth-Bottermann (27) spielte die beste Saison seiner Karriere - bis sich bei beiden die maladen Knie zurückmeldeten. Scrubb wird sich in zwei Wochen noch mal einer Kernspintomographie unterziehen, das Knie fühlt sich nach der Ruhepause wieder ganz gut an. „Wenn ich optimistisch bin, kommen beide im Februar zurück“, sagte Herbert. Es könne aber auch sein, dass beide gar nicht mehr zurückkommen. Eine erneute Operation ist bei beiden Profis, die eine konservative Behandlung vorgezogen haben, nicht ausgeschlossen.

Am nähesten an einer Rückkehr in den Ligaalltag ist Richard Freudenberg, der nach seiner Knieverletzung wieder ins Individualtraining eingestiegen ist. In seiner ersten Profisaison hat er sich als Rollenspieler schwergetan. Als Starter war eigentlich Niklas Kiel vorgesehen, der jedoch wegen zwei Gehirnerschütterungen nur auf drei Saisonspiele kam. Immerhin war er am Sonntag das erste Mal wieder in der Halle und tastet sich langsam heran. Bei Isaac Bonga sollte alles ein bisschen schneller gehen. Der 18-Jährige war im Training mit Alex Fountain aus der zweiten Mannschaft mit den Knien zusammengerasselt und wird die nächsten zwei Wochen pausieren.

Dann steht auch das nächste Pflichtspiel der Skyliners an, Gordon Herbert wird seinen Spielern ein paar freie Tage gönnen, um die Wunden zu lecken. Neben den Spielern, die am Sonntag fehlten, war auch Mike Morrison angeschlagen in die Partie gegen Bonn gegangen. Den 2,06-Meter großen Center plagen seit Wochen Schmerzen in der Hüfte, er bräuchte eigentlich eine längere Pause.

Nach der Partie gegen Bonn humpelte zudem AJ English durch den Innenraum der Ballsporthalle. Der Vertrag des US-Amerikaners, der wegen der schlechten Trainingssituation noch nicht so gut integriert ist wie vergangene Saison, als er Topscorer wurde, läuft am heutigen Dienstag aus. Es wäre angesichts der Personalnot eine Überraschung, wenn die Skyliners den Shooting-Guard nicht bis Saisonende behalten würden, da sie nur noch eine Lizenz für eine Nachverpflichtung haben. Und die will angesichts der ungewissen Situation um Scrubb und Wohlfarth-Bottermann klug genutzt werden.

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