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e-Sports Virtuell den Ball im Korb versenken

Frankfurts Basketball-Bundesligist Skyliners gründet ein eigenes e-Sports-Team für Videospiele.

Konzentriert am Controller: Daniel Ragusa (l.) und Destiny J. Bazemore sind Teil des eSport-Teams der Skyliners. Foto: SID_Dennys_Sidjabat

Thomas Nawrath schaut sich die Aufzeichnung eines Live-Auftritts seiner Schützlinge an. Die Jungs sind mitten im Spiel. Bei einer Szene pausiert er und zeigt auf die fünf Spieler in den weißen Trikots, die sich allesamt unter dem Korb ballen. „In der Videoanalyse würden wir uns diese Szene auch anschauen und überlegen, warum die Kommunikation hier nicht geklappt hat“, sagt Nawrath. Er setzt das Video fort und sieht, wie der Gegner den Ball versenkt. Es gibt immer Verbesserungspotenzial in einer Mannschaft – im Realen, aber auch im Virtuellen.

Nawrath ist Pressesprecher der Frankfurter Skyliners. Das Basketball-Team spielt in der ersten Bundesliga und hat seit Kurzem auch eine eSports-Mannschaft. Diese spielt das Videospiel „NBA 2K18“ und tritt dort unter der Fahne der Skyliners an. Vor rund sechs Monaten reifte bei dem Bundesligisten die Idee, ein eigenes eSports-Team ins Leben zu rufen. „Das Thema war gerade ziemlich populär und viele Vereine bauen jetzt eigene Mannschaften auf“, berichtet Nawrath. Durch einen persönlichen Kontakt kam der Stein plötzlich ins Rollen und aus der Idee wurde Realität.

Gamer mit Basketballerfahrung

So formieren sich aktuell neun Männer zum Videospiel-Team der Skyliners. Alle zwischen 22 und 37 Jahren, zum Großteil aus dem Rhein-Main-Gebiet und fast alle mit Basketballerfahrung. „Einer war sogar in der Juniorennationalmannschaft“, verrät der Pressesprecher. Der Schritt zu einer eSport-Basketballmannschaft ist ein Novum – nicht nur für die Skyliners, sondern generell für ein deutsches Profi-Team in dieser Sportart. „Uns ist bewusst, dass es nur eine Nische ist. Aber vielleicht ziehen ja andere Mannschaften mit – und dann haben wir schon einen kleinen Vorsprung“, sagt Nawrath.

Noch in diesem Jahr beginnt in Nordamerika eine eSports-Liga mit 17 Teams aus der NBA, der dortigen Basketball-Profiliga. Nawrath hofft, dass mit der Etablierung dieses Wettbewerbs vielleicht auch eine virtuelle deutsche Liga möglich wird. Bis es soweit ist, heißt es für die Skyliner Videospieler erst mal Erfahrungen sammeln und besser werden. „Wir wollen zu den Top 100 aufschließen“, erklärt der Pressesprecher und meint damit die spielinterne Rangliste. Momentan liegen die Skyliners im Bereich „Elite 2“ und hoffen, dass sie bald in eine der höheren Elite-Ligen und somit in die Weltspitze aufsteigen.

Gespielt wird jeweils fünf gegen fünf, es gibt keine Auswechslungen, ein Match dauert viermal fünf Minuten. Jeder Mitspieler hat im Vorfeld seinen eigenen Charakter erstellt. Entscheidend sind neben Schulterbreite, Körpergröße und –breite vor allem die individuellen Stärken, etwa Spielmacher, Verteidiger oder Wurfgestalter. Im Training können anschließend die Fähigkeiten des Videospielcharakters verbessert werden. „Am Ende sind neben diesen Skills aber auch die Taktiken und Spielzüge entscheidend“, sagt Nawrath. Deswegen verinnerlichen die eSportler die Basketball-Spielzüge der echten Skyliners. „Wir kennen und können Basketball und das bringen wir auch im Virtuellen mit ein.“

Aber auch die Ausrüstung und das Feld nähern sich den Originalen an. Die im Spiel gestaltete Halle sieht mit ihrem blauen Randstreifen und den blauen Zonen der Ballsporthalle zum Verwechseln ähnlich. Hinzu kommen die echten Sponsoren an den Wänden und das Skyliners-Logo auf dem Mittelkreis und den Trikots. Um auch den realen Fans das virtuelle Team näher zu bringen, sollen bei ausgewählte Heimspielen Spiele-Stationen aufgebaut werden, an denen sich die Zuschauer mit den eSportlern an der Playstation messen können.

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