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BBL Mutige Skyliners

Der Frankfurter Basketball-Bundesligist will den Pokal gewinnen und unter die ersten Vier der Liga vorstoßen.

Skyliners
Greifen für die Skyliners zu: Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) und Richard Freudenberg. Foto: Imago

Zwei Basketballkörbe stehen in der großen gläsernen Empfangshalle der Unternehmenszentrale der Fraport. Die Spieler der Frankfurt Skyliners lümmeln sich auf schwarzen Lederhockern, während Mitarbeiter des Klubs und des Betreibers des Frankfurter Flughafens ein paar Bälle werfen. Am Donnerstag hat der Basketball-Bundesligist und sein Hauptsponsor erstmals in den sieben Jahren der Zusammenarbeit zur Saisoneröffnungspressekonferenz vor dem Bundesligastart an Deutschlands größten Flughafen eingeladen. 

Während die Flugzeuge über das Dach düsten, formulierte Skyliners-Cheftrainer Gordon Herbert die ambitionierten Ziele des Klubs: „Wir wollen unter die ersten Vier in der regulären Saison, in die zweite Runde des Eurocups und den Pokal gewinnen.“ Nach einer kurzen Pause schob er lächelnd nach: „Das sind die Ziele der Spieler.“ 

Fernziel Euroleague

„Das sind ambitionierte, aber realistische Ziele“, befand Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter vor der 20. Spielzeit des Pokalsiegers von 1999 und Deutschen Meisters von 2004. Dafür hat er den Spieler- und Traineretat um 20 Prozent erhöht, ohne zu sagen, wie viel der Klub letztlich ausgibt. Genauso wenig, wie viel die Skyliners als Ausbildungsentschädigung für Isaac Bonga bekommen haben, der im Sommer zu den Los Angeles Lakers gewechselt ist. Es dürfte sich um eine mittlere sechsstellige Summe handeln. 

Erstmals profitieren die Hessen, wie alle anderen Bundesligaklubs, vom TV-Vertrag mit der Telekom. „Allerdings hat die Liga uns das wieder weggenommen, weil wir das Eigenkapital von 100.000 auf 250.000 Euro erhöhen mussten“, sagte Wöbke scherzend. Und fügte ernst der hinzu: Das sei ein deutlicher Hinweis auf die Professionalisierung der BBL. Genauso wie der verpflichtende Mindestetat auf drei Millionen Euro ab der kommenden Saison. Belastet wird der Etat noch durch eine „mindestens sechsstellige Summe“ (Wöbke), die die Hessen für den Eurocup aufwenden müssen. Das tun sie aber gerne, weil sie so wieder einen Tür in der Euroleague haben. Die Privatorganisation organisiert neben dem Eurocup, den höchsten europäischen Wettbewerb, die Euroleague. Das große Fernziel von Gunnar Wöbke: „Wir wollen irgendwann national und international Titel gewinnen.“

Dafür braucht der Klub eine neue, größere, modernere Spielstätte. Zwei Investoren haben nach dem Ausschreibungsverfahren bei der Stadt Frankfurt Interesse angemeldet. Die US-amerikanische Anschütz Entertainment Group (AEG) sowie die französische Group Lagardère, die auch die Frankfurter WM-Arena vermarktet. Letztere hat den Status als erster Gesprächspartner, der im Gegensatz zur AEG nur eine Halle bauen will, ohne den Stadtteil zu entwickeln. „Es gibt noch einige Aufgabenstellungen“ die bis Ende des Monats beantworten müssen, sagt Andrea Brandl, Referentin von Sportdezernent Markus Frank. Danach würde es weitere Gesprächsrunden geben. 

Auf den Verlauf haben die Skyliners keinen Einfluss. Umso mehr auf ihr sportliches Abschneiden. Und da sieht Gordon Herbert sein Team im zweiten Jahr des Dreijahresplans für die neue Saison gut gerüstet. Mit Recht. Der Kader war noch nie so früh zusammengestellt und vor allem in der Verteidigung deutlich stärker als zuvor. „Da waren wir letztes Jahr schlecht“, sagte Wöbke. Quantez Robertson, Jonas Wohlfarth-Bottermann, Shawn Huff, Marco Völler, Richard Freudenberg und Garai Zeeb konnten gehalten werden. Die erfahrenen Neuzugänge Jason Clark, Brady Heslip, Akkem Vargas (alle 28) und Erik Murphy (27) haben in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen. Auch der Schwede Elijah Clarence (20), der zunächst in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden soll, macht einen vielversprechenden Eindruck. 

„Wir haben deutlich mehr an die Spieler weitergegeben als in früheren Jahren“, sagt Herbert vor dem ersten Saisonspiel gegen Ludwigsburg am Samstag (20.30 Uhr). Insgesamt zehn Spiele stehen in den ersten 30 Tagen an, und Herbert wird sicher mehr Spieler in die Rotation werfen, als er das üblich tut. „Ich habe elf Spieler, die alle spielen können“, sagt Herbert. 

Interessant wird sein, wie sich die deutschen Spieler entwickeln und welche Rollen sie im Team einnehmen können. Allen voran Richard Freudenberg, Kapitän des U-20-Teams. Niklas Kiel wird erst einmal nicht eingreifen können. Nach drei Gehirnerschütterungen innerhalb von zehn Monaten wohnt der hochtalentierte Flügelspieler bei seinen Eltern und muss erst einmal wieder auf die Beine kommen. Aktuell ist an mehr als Spazierengehen nicht zu denken. 

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