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Bayern - Skyliners Zu wenig Offensivpower

Die Skyliners verlieren in München, weil ihnen im Angriff die Alternativen fehlen.

Richard Freudenberg
Tut sich noch schwer: Richard Freudenberg. Foto: Huebner/Blatterspiel (imago)

Eigentlich hat die Niederlage in München niemanden überrascht. Die Frankfurt Skyliners waren am Samstag in die bayerische Landeshauptstadt gereist, um sich gut zu präsentieren, wollten mit dem Titelmitfavoriten so lange wie möglich mithalten. Nach der Schlusssirene und dem 60:72 (32:29) beschlich Cheftrainer Gordon Herbert das Gefühl, dass sogar mehr drin gewesen wäre: „Wenn man gegen ein Team wie München spielt, sollte man annehmen, dass man eigentlich chancenlos ist, aber wir hatten unsere Chance“, sagte der Kanadier nach der zweiten Saisonniederlage.

Selbst nach dem 25:6-Lauf der Bayern in der zweiten Halbzeit hatte der hessische Basketball-Bundesligist im Schlussviertel mehrfach die Gelegenheit, das Ruder rumzureißen. Doch obwohl es in der Defensive gut lief und das vor diesem Spiel offensivstärkste Team der Liga in Schach gehalten werden konnte, offenbarten sich in der Offensive altbekannte Probleme.

Zu dünne Rotation

Bis auf Philip Scrubb ist auf den Guard-Positionen kein verlässlicher zweiter Schütze in Sicht. Der Kanadier kam auf 16 Zähler, traf aber auch nur zwei seiner acht Dreierversuche. Noch schlechter lief es bei Quantez Robertson (9 Punkte), der es sechsmal von außen versuchte, aber keinen einzigen Ball versenken konnte. Ohnehin trifft der Kapitän nur 15,2 Prozent seiner Dreierversuche und unterbietet damit seinen Negativrekord aus der Saison 2011/2012. Da waren es magere 17,7 Prozent. Und wenn Shawn Huff gar keine Punkte beisteuert, wird es im Angriff dünn.
 

Dünn ist auch die Rotation und erklärt vielleicht die Schwäche im Abschluss. Ohne Niklas Kiel (Gehirnerschütterung) fehlte eine Alternative auf den großen Positionen. Scrubb und Robertson führen die Liga in der Statistik der meisten Einsatzzeit mit mehr als 34 Minuten an. Huff folgt dicht dahinter an siebter Stelle. Ohne genügend Erholungspausen fehlt es in Partien gegen tief besetzte Teams wie den FC Bayern an der nötigen Frische und Konzentration.

Und in solchen Partien zeigt sich auch, wie wichtig ein dominanter Point-Guard wäre. Den haben die Skyliners aber nicht. Tai Webster, 22, agiert oft noch zu wild. In München verlor er dreimal den Ball, foulte viermal und erzielte immerhin neun Punkte. So viele Zähler erzielte auch Isaac Bonga. Beim 17-Jährigen blitzt das überragende Talent öfter auf, aber er kann dem Spiel noch nicht seinen Stempel aufdrücken.

Davon ist Richard Freudenberg am allerweitesten entfernt. Der 19-Jährige ist noch nicht im Männerbasketball angekommen. In den knapp acht Minuten Spielzeit, die er in seiner Heimatstadt und bei seinem Ausbildungsverein erhielt, fabrizierte er zwei Ballverluste und kam zu keinem Abschluss. Er muss sich weiter Selbstvertrauen in der zweiten Mannschaft, in der drittklassigen Pro B, holen. Das muss Jonas Wohlfarth-Bottermann nicht. Der 27-jährige Center erfüllt die Erwartungen an ihn und kam in München auf zwölf Punkte und sieben Rebounds.

Für die Skyliners gilt es jetzt, in der Trainingswoche auf der Defensivleistung aufzubauen und an ihrem Team-Basketball zu arbeiten. In München gelangen den Hessen gerade einmal neun Assists. Das wird nicht langen, wenn man am Sonntag (17.30 Uhr) in der Ballsporthalle gegen das aktuell stärkste Offensivteam aus Oldenburg etwas Zählbares mitnehmen will.

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