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Basketball Skyliners legen Fokus auf sich

Der Frankfurter Basketball-Bundesligist kann nach langer Zeit wieder aus dem Vollen schöpfen. Nachwuchstalent Niklas Kiel steht vor seinem Comeback.

Gordon Herbert
Will mit seinem Team nach oben: Cheftrainer Gordon Herbert. Foto: imago

Zahlreiche Korallenriffe, wunderschöne Strände und Palmen, wo das Auge nur hinsehen kann. Nassau, die Hauptstadt der Bahamas, hat neben sonnigem Wetter so einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Gordon Herbert hat es in seinem knapp zehntägigen Aufenthalt auf dem Inselstaat im Atlantik tatsächlich geschafft, von all dem nichts mitzubekommen. „Wir haben das erste Spiel nicht so gut gespielt“, erklärte er im Gespräch mit der FR sein fehlendes Interesse für die Touristenattraktionen in der Karibik.

Der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners war im zweiten Nationalmannschaftsfenster als Headcoach der kanadischen Basketball-Landesauswahl eingesprungen, weil Nationaltrainer Roy Rana aufgrund seiner Verpflichtungen an der Ryerson University in Toronto keine Freigabe von der Hochschule bekam. Für Herbert war es eine Selbstverständlichkeit und eine große Ehre,   sein Land, für das der Mann aus Penticton aus dem kanadischen Bundesstaat British Columbia bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles und bei der Weltmeisterschaft 1986 in Spanien spielte, zu coachen. Einerseits. Andererseits wird der kanadische Verband dem 59-Jährigen sein kurzfristiges Engagement sicher fürstlich entlohnt haben. Die Gegner, die Jungferninseln (118:89) und die Bahamas (113:67) wurden unter Herberts Anleitung dann auch deutlich geschlagen. „Vor allem im zweiten Spiel haben wir sehr guten Basketball gespielt“, sagte er. Die viele Arbeit und der Verzicht auf ein paar Cocktails am Strand haben sich also gelohnt.

Noch ein Pfeil im Köcher

Ohnehin mag es Herbert lieber frostig, eines seiner Hobbys ist Eisfischen. Er dürfte sich bei seiner Landung am Dienstagmorgen in Frankfurt gefreut haben, dass es hier schön eisig ist. Und vielmehr dürfte er sich darüber freuen, dass ihm vor der Bundesligapartie gegen Würzburg am Sonntag (15 Uhr) in der Ballsporthalle fast alle seine Spieler wieder zur Verfügung stehen.

„Wir haben ein paar Erkältete und eine etwas kleinere Verletzung zu beklagen“, so Herbert, aber die Langzeitverletzten sind endlich alle wieder dabei. „Wenn alle fit sind, ist es Zeit für uns anzugreifen.“

Die vergangenen zweieinhalb Monate waren für die Frankfurt Skyliners verdammt schwierig. Zahlreiche Verletzte machten einen regulären Trainingsbetrieb fast unmöglich. „Wir haben versucht, den Kopf irgendwie über Wasser zu halten“, sagte Herbert. Von den vergangenen sieben Partien konnten die Hessen lediglich zwei gewinnen. Gut für die Skyliners, dass bereits im vergangenen Spiel gegen Ulm Shooting-Guard Philip Scrubb und Center Jonas Wohlfarth-Bottermann wieder zusammen auf dem Parkett standen und für den 78:77-Erfolg sorgten.

Bei den Leistungsträgern waren im Dezember fast parallel nach schweren Knieoperationen wieder Schmerzen aufgetreten, erneute Oerationen drohten. Doch die konservative Therapie schlug bei beiden an, Scrubb konnte sogar eine Woche früher ins Spielgeschehen eingreifen. Am Sonntag könnte auch Niklas Kiel sein bereits zweites Comeback in dieser Saison feiern. In der Sommervorbereitung hatte der 20-Jährige einen Ellenbogenschlag von Mitspieler Mike Morrison einstecken müssen und war mit einer Gehirnerschütterung fast zwei Monate lang ausgefallen. Nach nur drei Partien erwischte es ihn am 9. Dezember gegen Bremerhaven wieder, als er von Gegenspieler Carl Baptiste einen Ellenbogenschlag ans Auge abbekam. Die Diagnose: erneute Gehirnerschütterung.

Der 2,07-Meter-Mann ist seit zwei Wochen wieder im Trainingsbetrieb und hat schon zwei Spiele für die zweite Mannschaft in der drittklassigen Pro B absolviert. Auch Mike Morrison ist nach seiner Hüftverletzung wieder vollständig genesen. Zudem kommt der 18-jährige Isaac Bonga nach seinem Länderspieldebüt für die deutsche Nationalmannschaft vor heimischer Kulisse am vorvergangenen Freitag gegen Serbien mit jeder Menge Selbstvertrauen zurück. „Wir sind jetzt wieder in der Preseason“, sagt Herbert. Sprich in der Saisonvorbereitungsphase. Jetzt sei der Zeitpunkt, sich „voll auf uns zu fokussieren.“ Will heißen: Die Spielsysteme verfeinern, Automatismen einstudieren und die Teamchemie wieder dahin bringen, wo sie zu Saisonbeginn war, als die Skyliners sogar bis auf Tabellenplatz drei vorstießen. Aktuell sind die Hessen Achter, jener Platz, der für die Playoffs berechtigt.

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