Lade Inhalte...

Basketball-Playoffs Unterm Strich ein Plus

Frankfurt Skyliners planen nach dem Playoff-Aus die neue Saison.

19.05.2018 10:05
Basketball
Dynamisch und gefragt: Isaac Bonga (r.), hier gegen den Münchner Braydon Hobbs. Foto: Eibner

In den kommenden Tagen werden Gunnar Wöbke und Gordon Herbert mehrere Gespräche führen. Der geschäftsführende Gesellschafter und der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners werden erst einmal untereinander die abgelaufene Saison analysieren, dann werden die Profis gebeten, ihre Sicht auf die Spielzeit abzugeben.

Intensiv, kraftraubend und angesichts der vielen Verletzten war die Basketball-Bundesliga-Saison trotz des Aus im Viertelfinale der Playoffs gegen den FC Bayern München erfolgreich. Zu Beginn lagen die Skyliners sogar überraschend auf dem dritten Tabellenplatz, ehe ein Leistungsträger nach dem anderen ausfiel und Herbert wochenlang mit seinem Team nicht richtig trainieren konnte. Erst mit der Rückkehr von BBL-Topscorer Philip Scrubb (19,0 Punkte im Schnitt) und Center Jonas Wohlfarth-Bottermann berappelten sich die Skyliners wieder und schafften es als Tabellenachter in die Playoffs. Dort trotzten die Hessen dem FC Bayern ein fünftes Spiel ab. Das hatten den Frankfurter Korbjägern nur die wenigsten zugetraut. Der Tabellenführer der Hauptrunde, der nach dem 90:70 in München am Donnerstagabend nun im Halbfinale auf Titelverteidiger Bamberg trifft, hat einen siebenmal so hohen Etat (20 Millionen Euro) wie die Skyliners (rund drei Millionen Euro).

Den dürften die Hessen in der kommenden Saison jedoch ein wenig aufstocken. Im Februar ist das Dienstleistungsunternehmen Wisag langfristig als Trikotsponsor eingestiegen. Hauptsponsor und Namensgeber Fraport hatte bereits im vergangenen Jahr sein Engagement bis 2021 verlängert. Dazu kommt etwas mehr Geld aus dem neuen TV-Vertrag mit der Telekom. Das bedeutet Planungssicherheit für den Klub, der neben Cheftrainer Herbert (Vertrag bis 2019) bereits sieben Spieler für die nächste Saison unter Vertrag hat.

Kapitän Quantez Robertson (33 Jahre), Center Jonas Wohlfarth-Bottermann (28) und Point-Guard Garai Zeeb (21) besitzen noch ein Arbeitspapier bis 2019. Die deutschen Toptalente Niklas Kiel (20), Richard Freudenberg (19) und Isaac Bonga (18) sind bis 2020 gebunden, Nachwuchsmann Armin Trtovac (20) sogar bis 2021. Freudenberg und Bonga haben sich für den NBA-Draft angemeldet, können ihren Namen aus der Talentelotterie am 11. Juni in New York noch rausziehen. 

Während Freudenberg nur mal testet, wie die Reaktionen aus der NBA auf ihn sind, sind die Talentespäher aus der nordamerikanischen Profiliga in Frankfurt in dieser Saison ein- und ausgegangen, um den hochtalentierten Bonga eingehend zu beobachten. „Wichtig ist für mich, wie ich mich im Sommer weiterentwickele“, sagte der 2,03-Meter große Spielmacher der FR. Es macht eigentlich nur Sinn, in den Draft zu gehen, wenn es konkrete Anzeichen eines Teams gibt, Bonga früh zu ziehen. Denn das würde ihm einen millionenschweren Vertrag garantieren und den Skyliners 650.000 Euro in die Kasse spülen. Andernfalls könnte sich der gebürtige Koblenzer in Ruhe in Frankfurt weiterentwickeln und im nächsten Jahr tatsächlich den Sprung über den großen Teich wagen. 

Auf diesen spekuliert vielleicht auch Spielmacher Tai Webster, dessen Vertrag ausläuft, die Skyliners aber eine Option besitzen. Der Neuseeländer konnte in seinem ersten Profijahr starke Offensivakzente setzten, defensiv zeigten sich so manches mal seine Defizite. Der 22-Jährige spielte bereits im vergangenen Jahr in der NBA-Summerleague und wird das sicher auch dieses Jahr tun. Heiß begehrt dürfte auch Phil Scrubb sein, der nach einem kompletten Jahr ohne Basketball wegen seiner Knie-OP zum besten Offensivspieler der BBL gewählt wurde. Der 24-Jährige, dessen Vertrag ausläuft, wird nur schwer zu halten sein. Immerhin könnten die Hessen eine Ablöse generieren, da sie eine Option auf ein weiteres Jahr besitzen. 

Wohl kein Vertrag für Völler

Ebenfalls ausgelaufen sind die Verträge von Center Mike Morrison (26) und Flügelspieler Shawn Huff (34). Morrison hat sich in dieser Saison nicht wirklich weiterentwickelt, Huff könnte als Mentor für den lange verletzten Kiel auch von der Bank eine wichtige Rolle spielen. Und dann ist da noch Center Daniel Mayr. Der 22-Jährige hat nach zwei schweren Knieoperationen kein einziges Spiel gemacht. Der 2,18-Meter-Mann galt bis zu seiner Verletzung als eines der größten Centertalente in Deutschland, ob er jemals wieder richtig Basketball spielen kann, ist ungewiss.

Wenig Aussichten auf einen neuen Kontrakt für den Bundesligakader dürfte Marco Völler (29) haben, der im Januar aus Gießen kam, als auf den großen Positionen zahlreiche Spieler verletzt waren. Genauso wenig wie Jordan Sibert. Der Shooting-Guard, der im März aus Weißenfels kam, konnte in seiner kurzen Zeit in Frankfurt nicht überzeugen. 

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen