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Basketball-Bundesliga Defensiv ist nicht gut genug

Die Frankfurt Skyliners verlieren 81:91 gegen Bayreuth - die Verteidigung der Frankfurter wurde „bloßgestellt“, sagt Trainer Gordon Herbert.

Gordon Herbert
Gordon Herbert beschwert sich beim Schiedsrichter. Foto: Jan Hübner

Eines wollte Gordon Herbert klarstellen: „Die Schiedsrichter haben das Spiel nicht entschieden. Bayreuth hat verdient gewonnen“, sagte der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners nach dem 81:91 (38:50) gegen die Oberfranken. Trotzdem war er kurz nach der Schlusssirene zu Schiedsrichter Robert Lottermoser, Deutschlands bestem, gegangen, um sich über das sogenannte Handchecking des Gegners und die ausbleibenden Pfiffe zu beschweren.

Das sind Stöße oder Griffe mit der Hand, um den Gegenspieler aus der Balance zu bringen. Vor der Saison, beim Treffen aller Trainer in der Kölner Zentrale der Basketball-Bundesliga (BBL), sei ihnen auch klargemacht worden, dass die Unparteiischen vermehrt auf Handchecking achten werden. „Offensichtlich erlaubt die BBL es aber“, ärgerte sich Herbert und fügte hinzu: „Vielleicht müssen wir es unseren Spielern auch beibringen.“

Jede Menge Baustellen 

Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Kanadier das tun wird. Dafür hat er zu viele andere Baustellen, an denen er mit seinem Team nach der vierten Bundesligapleite im sechsten Spiel arbeiten muss. Allen voran in der Verteidigung.

Die wurde gestern „bloßgestellt“, sagte Herbert. Ohne die verletzten Center Jonas Wohlfarth-Bottermann (Mittelfußbruch) und Shooting Guard Akeem Vargas (Muskelfaserriss) fehlten „zwei unserer drei besten Verteidiger“, monierte der 59-Jährige. Vargas‘ Fehlen, als guter Perimeter-Verteidiger, nutzten die Gäste in der ersten Halbzeit gnadenlos aus und trafen neun von elf Dreiern. „Und ohne Jonas müssen wir mehr ins Laufen kommen“, erklärte Shawn Huff und fügte gleich die Krux hinzu: „Wenn wir aber keine Stopps kriegen, können wir nicht ins Laufen kommen.“

„Nichts mehr im Tank“

Die Stopps bekamen die Skyliners erst im zweiten Spielabschnitt hin, verkürzten gleich nach der Pause auf 48:51 und noch einmal auf 64:68. Den Turnaround schafften die Hessen aber irgendwie nicht. Auch im Schlussviertel waren sie vor 4130 Zuschauern noch einmal auf 77:78 herangekommen, „am Ende hatten wir nichts mehr im Tank“, sagte Huff zum entscheidenden 2:13-Lauf der Oberfranken.

Vor allem Center Erik Murphy waren sichtlich die fehlenden Körner anzumerken. Während er sich in der Defensive gegen die Bayreuther Brocken Hassan Martin, dem sensationelle acht Blocks gelangen, und Andreas Seiferth aufrieb, fehlte ihm in der Offensive die nötige Frische. Er traf nur zwei von neun Dreiern, war aber trotzdem mit 16 Zählern Topscorer.

Ohnehin steht und fällt das Spiel der Skyliners derzeit damit, wie gut sie von der Dreierlinie agieren. Gegen Bayreuth trafen sie nur neun von 34 Versuchen, was 26 Prozent entspricht. „Wir sind kein Team, das gewinnt, wenn wir den Ball schlecht werfen“, sagt Herbert. „Das ist der falsche Weg, zu spielen.“ Sein Team müsse auch Spiele gewinnen, wenn es nicht so gut treffe. Und da sind die Skyliners wieder bei ihrem Hauptproblem, der Defensive. Wir dürfen zu Hause einfach keine 91 Punkte abgeben“, sagte Marco Völler.

Das Gute ist, dass die Skyliners nicht so lange über die Niederlage nachdenken müssen, weil sie schon am Mittwoch (19.30 Uhr) vor eigenem Publikum wieder im Eurocup gegen Malaga spielen. „Im Eurocup wird aber auf Handchecking geachtet“, sagte Herbert verbittert.

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