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Weltcup-Kür in Frankfurt Tanz durchs Viereck

Ulla Salzgeber gewinnt auf Herzruf’s Erbe die Weltcup-Dressur. Extra für Frankfurt hatte die Reiterin noch mal im Archiv gewühlt.

19.12.2010 19:34
Ulla Salzgeber war in Frankfurt nicht zu schlagen: Sie gewann sowohl Grand Prix als auch Weltcup. Foto: storch

Extra für Frankfurt hatte Ulla Salzgeber noch mal im Archiv gewühlt. Die Kürmusik ihres früheren Erfolgspferdes Rusty hatte die Dressurreiterin für den Auftritt in der „kleinen Festhalle“ herausgezogen und dem etwas anderen Tempo von Herzruf’s Erbe angepasst. Es war offenbar eine gute Wahl, den elf Jahre alten Wallach zu Hits von Boney M. durchs Viereck tanzen zu lassen; zumindest machte er dabei erfolgreich einen auf „Daddy Cool“ und gewann unter seiner Reiterin nach dem Grand Prix am Samstag auch die Weltcup-Kür am Sonntag mit 78,45 Prozent vor der Rheinbergerin Isabell Werth auf El Santo (77,95) und dem Kronberger Matthias Rath auf Sterntaler (76,55). Salzgeber führt damit gemeinsam mit Werth die Gesamtwertung in der Westeuropa-Liga an.

„Eine Schippe drauflegen“

Das Finale in Leipzig, für das sie „noch eine Schippe drauflegen“ will, ist denn auch das nächste große Ziel der 52-Jährigen, die sich mit Herzblut’s Erbe zudem wieder für einen Championatseinsatz anbietet. Anfang des Jahres hatte die Einzel-Europameisterin von 2001 und Team-Olympiasiegerin von 2000 und 2004 eine Berufung in den nationalen B-Kader noch abgelehnt: Sie wollte selbst entscheiden können, wann und wie oft sie Herzruf’s Erbe einsetzt, und verzichtete so auch mit ihm auf eine Teilnahme an der deutschen Meisterschaft.

Noch immer sitzt der Schock tief nach der Sehnenverletzung, die sich das Pferd 2009 in Aachen zugezogen hatte. Schon damals stand die mittlerweile aus Bad Wörishofen ins knapp 20 Kilometer entfernte Blonhofen umgesiedelte Reiterin vor der Rückkehr in die Nationalequipe. Aus dieser hatte sie sich mit dem Rückzug Rustys aus dem Sport nach den Spielen von Athen verabschiedet, um unter anderem Herzruf’s Erbe und die ein Jahr jüngere Stute Wakana auszubilden.

Doch der Fehltritt von Aachen bedeutete das Aus für die Europameisterschaft in Windsor. Herzruf’s Erbe sollte „alle Zeit der Welt“ bekommen, wieder fit zu werden. Bis heute übt er täglich im Aquatrainer, um die Belastung gering zu halten, hat in diesem Jahr aber auch schon wieder zahlreiche erfolgreiche Turniereinsätze hinter sich gebracht. Jetzt darf er erst einmal pausieren und auch beim nächsten Weltcup-Turnier ab Sonntag in Mechelen seiner Stallkollegin Wakana den Vortritt lassen. ( kat)

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