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SC Hessen Dreieich Im zweiten Anlauf

Der SC Hessen Dreieich steht ganz kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

SC Hessen Dreieich
Das Trainer-Gespann in Dreieich: Rudi Bommer, Ralf Weber. Foto: Imago

Zweifelsohne, Trainer Rudi Bommer ist ein Aufstiegsexperte. 2002 mit Wacker Burghausen in die Zweite Liga, 2007 mit dem MSV Duisburg in die Bundesliga, und nun mit dem SC Hessen Dreieich in die Regionalliga. Zumindest wahrscheinlich. Noch ein Zähler aus drei Spielen braucht der Spitzenreiter der Hessenliga, um den Titel klar zu machen. Die erste Chance eröffnet sich am Samstag bei Bayern Alzenau. „Ein Punkt aus drei Spielen“, sagt Bommer, „traue ich meinem Team zu.“ Er lacht. Mit 72 Punkten thront Dreieich ganz oben, seit dem Jahreswechsel gab es nur Siege. Die Planungen für die Regionalliga Südwest laufen seit Monaten, die Vierte Liga kann kommen. 

Noch vor einem Jahr war das anders. Zwar sicherte sich der SC ebenfalls den Titel, der Schritt von Hessens höchster Amateurklasse in die niedrigste Profiliga Deutschlands war den Verantwortlichen zu groß. Der Klub verzichtete. Zu schwierig sei es, so hieß es damals, in der Kürze der Zeit die strukturellen Anforderungen zu erfüllen. Zu hoch sei der finanzielle Aufwand. 

Zwölf Monate später ist die Lage eine andere, eine bessere. Bereits vor Wochen rollten die Bagger im heimischen Sportpark an. Die ohnehin piekfeine Anlage am südlichen Stadtrand, eingepfercht zwischen Schützenhaus und Geflügelzuchtverein, wird noch einmal aufgehübscht. Künftig soll sie 3000 Zuschauern Platz bieten. Ein neuer Rasen, hellere Flutlichter, mehr Tribünen, Zäune rund ums Grün. „Das wird ein schönes Ding“, sagt Bommer. Und er muss es wissen. 

Rudolf Bommer, 417 Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und Bayer Uerdingen, dazu sechsfacher Nationalspieler, später unter anderem Erstligatrainer in Duisburg. Der 60-Jährige hat in seiner Karriere einiges gesehen. Doch der Aschaffenburger braucht nicht mehr die große Bühne. Gerade das familiäre Ambiente im 40 000-Einwohner-Städtchen hat es ihm angetan. 

Nach Siegen ein Bier mit den Fans zu trinken, viele der Anhänger beim Namen zu kennen. Während der 90 Minuten an der Bande zu lehnen und mit den Zuschauern Spielszenen zu analysieren, Anekdoten von früher zu erzählen, zu scherzen, um urplötzlich nach vorne zu preschen und einen Spieler für seinen falschen Laufweg zurechtzustutzen. „Ich bin lockerer als früher“, sagt er über sich, „aber ich bin auch derjenige, der mit den Spielern in den Clinch geht.“ 

Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Ralf Weber und Vorstand „Charly“ Körbel, auch zwei ehemalige Eintracht-Größen, will er den kleinen Klub in der Liga mit Traditionsvereinen wie Kickers Offenbach und dem FSV Frankfurt etablieren. „Wir lassen alle unsere Stärken einfließen, wir haben ein großes Netzwerk.“ In den vergangenen Wochen sei das Handy heiß gelaufen, „fast explodiert“, wie Bommer sagt. 

 Berater wollen ihre Schützlinge unterbringen. Sie wissen, dass zwei Hessenliga-Titel nacheinander nur einem finanzstarken Klub glücken können. „Wir sind aber nicht blauäugig und werden keine Überdinge machen, nur um die Regionalliga aufzumischen“, sagt Bommer. 
Neuzugänge müssen und werden kommen, das ist klar. Allzu viel Profierfahrung werden sie nicht haben. Bisher stehen Marcel Czirbus, ein 19-jähriges Torwarttalent aus Griesheim, sowie Keanu Hagley, 20 Jahre junger Mittelfeldspieler, und Can Özer, 28-jähriger Stürmer, jeweils aus Alzenau fest. „Wir bauen auf Geschlossenheit“, sagt Bommer. Und darauf, dass der Aufstiegsexperte auch Spezialist im Abstiegskampf ist. 

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