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Reiten Eliteturnier ohne Elite

Das Pfingstturnier in Wiesbaden muss ohne die Top-16 der Riders Tour auskommen.

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Geht als Favoritin in Wiesbaden an den Start: Janne Friederike Meyer-Zimmermann auf Goja. Foto: imagoo

Seit 17 Jahren gibt es die Riders Tour, doch diese Situation ist neu. Von den Reitern, die auf den ersten beiden Stationen der Springsportserie in Hagen und Hamburg die meisten Punkte sammeln konnten, sind die ersten 16 beim am Donnerstag beginnenden Pfingstturnier in Wiesbaden nicht dabei. 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Der frühere deutsche Meister Denis Nielsen etwa, der überraschend die erste Etappe im Teutoburger Wald gewann, wurde mit seinem zwölf Jahre alten Hengst Cashmoaker von Bundestrainer Otto Becker kurzfristig für den Nationenpreis in der nächsten Woche in Rom nominiert. Da der Große Preis im Biebricher Schlosspark, bei dem die Punkte für den Titel „Rider of the Year“ vergeben werden, erst am Montag ausgetragen wird, wäre die Erholungszeit dazwischen für das Toppferd des B-Kader-Mitglieds zu kurz. 

Vorjahressieger Markus Beerbaum, aktuell Siebter der Rangliste, sitzt schon an diesem Wochenende in La Baule für die Nationalequipe im Sattel. Und der Brite Matthew Sampson, am vergangenen Wochenende Derby-Sieger, war vor seinem Erfolg in der Hansestadt schon andere Verpflichtungen für die Feiertage eingegangen. So ist es die frühere Team-Weltmeisterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann, die als aktuelle 17. auf den Rest der Konkurrenz herunterschauen kann. 

Was dafür sorgt, dass die Punktetabelle nach der Hälfte der insgesamt sechs Stationen ordentlich durcheinandergewirbelt werden dürfte, bedeutet nicht, dass es dem Traditionsevent in der hessischen Landeshauptstadt im Parcours an Qualität fehlt. Gerade in dieser Woche schneiten noch ein paar namhafte Nachmeldungen bei den Organisatoren des Wiesbadener Reit- und Fahrklubs herein. So fühlt sich der aus dem Nationalteam bereits verabschiedete Olympiasieger Ludger Beerbaum knapp fünf Monate nach einem Trümmerbruch im Oberarm fit genug für einen möglichen vierten Triumph beim Großen Preis von Wiesbaden. 

Auch der frühere Weltranglistenerste und Doppel-Europameister Christian Ahlmann hat gerade noch seinen Start zugesagt, und aus dem aktuellen Olympiakader hat nach EM-Teilnehmerin Laura Klaphake jetzt auch Philipp Weishaupt sein Kommen angekündigt. Der Kandidat für die Weltreiterspiele im September in Tryon/USA, der eigentlich auch für einen Nationenpreis-Einsatz in Frankreich vorgesehen war, will seinen für den Saisonhöhepunkt eingeplanten Schimmel Convall nach mehrwöchiger Pause erst allmählich wieder an die ganz hohen Hindernisse heranführen und bleibt dafür lieber im eigenen Land. 

„So viele Reiter aus den Top 100 sind selten hier am Start gewesen“, betont der Sportliche Leiter der 82. Auflage des Turniers, Michael Krieger, mit Blick auf die vorher schon ansehnliche Starterliste, die dazu führen sollte, dass Parcourschef Frank Rothenberger keine leichten Wege durch den Stangenwald plant. Die Konkurrenz im Dressurviereck muss sich da schon mächtig mühen, um die gleiche Spannung aufzubauen. Zumindest auf derjenigen der beiden Großen Touren, für die sich Dauergast und Weltcup-Finalsiegerin Isabell Werth entscheidet, die vor dem Schloss ihren 20. Erfolg feiern könnte. In der Vielseitigkeit, in der es erstmals zwei Prüfungen gibt, dürfte Olympiasieger Michael Jung das schwierigste Hindernis für seine Gegner darstellen. 

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