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Kenianischer Sieg in Mainz

Tum läuft der Konkurrenz davon / Koch deutscher Marathon-Meister / Pichlmaier beste Frau

11.05.2009 00:05
MARGIT REHN
Gutenberg Marathon, Mainz, Bild 3 von 8
Wie Karneval im Sommer: der Marathon in Mainz. Foto: Schick

Es ist seltsam, aber Deutschlands Männer sind nach wie vor nicht in der Lage, einen großen Stadtmarathon zu gewinnen. Beim zehnten Gutenberg-Marathon in Mainz hat sich dieses ungeschriebene Gesetz am Sonntag wieder bewahrheitet. Nach einem klug eingeteilten Rennen, das in der Entscheidungsphase von einer dreiköpfigen Spitzengruppe bestimmt wurde, siegte der Kenianer Sammy Kipkoech Tum in 2:13,56 Stunden souverän vor den beiden Ukrainern Ivan Babaryka (2:15,36 Stunden) und Sergey Zachepa (2:16,23 Stunden).

Für den 30 Jahre alten Angehörigen des im kenianischen Hochland lebenden Nandi-Volks war es der erste große Sieg auf europäischem Boden. "Ich bin glücklich, zumal ich nicht an den Sieg geglaubt habe", sagte Tum, der läuferisch jetzt durchstarten und im Laufe des Jahres noch die 2:10 Stunden knacken will. Mit der zweiten Luft war er seinen Konkurrenten bei Kilometer 31 auf der Theodor-Heuss-Brücke enteilt.

Die WM im Blick

Zu dem Zeitpunkt war bei Stefan Koch (LG Braunschweig), der in 2:20,34 Stunden nicht nur Fünfter der Gesamtwertung, sondern auch deutscher Marathonmeister wurde, längst der sprichwörtliche Mann mit dem Hammer gekommen: "Es war sehr, sehr hart für mich. Ab der Hälfte wollte mein Körper nicht mehr. Die Muskulatur war völlig verkrampft. Die reine Quälerei. Ich bin froh, dass ich überhaupt ins Ziel gekommen bin", sagte der 24 Jahre alte Profiläufer, der optisch wie ein Rapper daherkommt und auch so schnell spricht. Mit seinem Titelgewinn vor Peter Rodewald (Lok Arnstadt) und Karl David (Spiridon Frankfurt) glaubt er nun, seine Chancen auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft im August in Berlin gewahrt zu haben. Die auf 2:17 Stunden festgelegte Norm für den Teamwettkampf hatte Koch vergangenen Herbst in Berlin schon erfüllt.

Ein gänzlich anderes Bild bot sich bei den Frauen, wo drei deutsche Läuferinnen den Gesamtsieg unter sich ausmachten. Dabei landete die bereits 40 Jahre alte Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) in 2:38,44 Stunden einen regelrechten Start-Ziel-Sieg. "Ich trainiere, wenn meine Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind", sagte die Floristin aus München, die erst seit zwei Jahren einen Trainer hat und bei ihrem Titelgewinn fraglos von der Abwesenheit einiger Spitzenläuferinnen wie der zweifachen London-Siegerin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) oder auch der deutschen 10 000-Meter-Meisterin Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) profitierte.

Pichlmaier war so überlegen, dass selbst die am Ende zweitplatzierte Passauerin Julia Viellehner (2:41,41 Stunden), die auf den Schlusskilometern noch einmal Dampf machte, null Chance auf ein Überholmanöver hatte. Um mehr als einen Kilometer war Pichlmaier der um satte 16 Jahre jüngeren Crossspezialistin enteilt, die ihren ersten Marathonlauf überhaupt absolvierte. Erstaunen dann bei Platz drei: Statt der lange Zeit um den Sieg mitlaufenden Romy Spitzmüller (LAV Rostock) kam in 2:42,02 Stunden plötzlich und unerwartet Birgitt Bohn (Spiridon Frankfurt) ins Ziel.

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