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Interview mit Thorsten Schmid "Ich weiß genau, was auf mich zukommt"

Thorsten Schmid im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über seinen überraschenden Aufstieg zum Zweitliga-Handballtrainer der HSG Frankfurt-Rhein-Main.

13.02.2010 00:02
2. Handball-BL  - HG Oftersheim/ Schwetzingen vs Tuspo Obernburg  - 08.11.2008
Thorsten Schmid, 38, hat mit der TuSpo Obernburg Erfahrungen in der zweiten Liga gesammelt. Foto: sportsword

Herr Schmid, die Führung des Handball-Zweitligisten HSG Frankfurt-Rhein-Main hat sich nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten Leichlinger TV nun doch schon in dieser Woche vom Trainerduo Mike Fuhrig und Jan-Olaf Immel getrennt. Sie selbst sind damit quasi über Nacht vom A-Jugend-Coach der SG Wallau zum Zweitligatrainer der Frankfurter befördert worden. Wie haben Sie die Entwicklung selbst erlebt?

Ich habe die Mannschaft mit ihren unterschiedlichen Leistungen in dieser Saison schon die ganze Zeit beobachtet, aber dass die Entwicklungen letztendlich einen solchen Verlauf nehmen würden, hätte ich nicht gedacht. Dennoch habe ich mich natürlich wahnsinnig darüber gefreut, dass man mir das Vertrauen geschenkt hat, in den nächsten Monaten mit dem Team zu arbeiten. Ich kenne die zweite Liga aus meiner dreijährigen Trainertätigkeit bei der TuSpo Obernburg sehr gut und weiß dementsprechend ganz genau, was jetzt auf mich zukommt.

Sie haben die schwankenden Leistungen des Teams in dieser Spielzeit angesprochen. Wie wollen Sie Stabilität in die Mannschaft bringen?

Zunächst muss man sagen, dass es völlig normal ist, dass eine Mannschaft, die vor dieser Saison aus zwei ehemals konkurrierenden Teams zusammengelegt wurde, nicht von heute auf morgen funktionieren kann. Das ist ein längerer Prozess. Aber insgesamt müssen wir ab sofort mit mehr Leidenschaft und Emotionen in die Spiele gehen und vor allem das Abwehrverhalten verbessern.

Der ehemalige Trainer Immel wird der Truppe als Spieler erhalten bleiben. Kann das Ihrer Meinung nach zu Spannungen führen?

Ich kenne Jan-Olaf schon sehr lange, und wir pflegen ein durchaus freundschaftliches Verhältnis. Dennoch ist das jetzt natürlich eine komplett neue Situation für uns beide, und man muss bei der ganzen Sache sehr viel Fingerspitzengefühl an den Tag legen, weil das sicherlich auch ein Thema innerhalb der Mannschaft ist. Aber insgesamt glaube ich, dass er professionell genug ist, um sich in den Dienst der Truppe zu stellen. Wir haben gemeinsam verabredet, dass wir erst mal ein paar Tage ins Land ziehen lassen und uns dann noch mal zusammensetzen.

Schon heute Abend (19.30 Uhr) werden Sie beim Auswärtsspiel gegen den ThSV Eisenach ihr Debüt auf der Frankfurter Bank geben. Was konnten Sie der Mannschaft in dieser kurzen Vorbereitungszeit schon vermitteln?

In nur drei Tagen Vorbereitungszeit kann man natürlich nicht alles umkrempeln. Ich habe versucht, Ruhe in die Mannschaft zu bringen, und ihr gesagt, dass wir ab sofort nur noch nach vorne und nicht mehr zurück schauen werden. In den nächsten Tagen stehen dann noch einige Einzelgespräche auf dem Programm, die ich in der kurzen Zeit vor dem Eisenach-Spiel neben Training und Videoanalyse nicht auch noch unterbringen konnte.

Ihr Vertrag läuft bis zum Saisonende. Könnten Sie sich vorstellen, auch längerfristig als Coach der Hessen zu arbeiten?

Darüber mache ich mir aktuell überhaupt keine Gedanken. Wir werden jetzt erst mal versuchen, eine vernünftige Runde zu spielen, und dann sehen wir alle gemeinsam weiter.

Interview: Dominik Hechler

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