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Frankfurt Universe Universe vor dem Nichts

Der Insolvenzverwalter der Frankfurt Universe kündigt alle Mitarbeiterverträge.

16.10.2018 08:40

An Arbeit wird es Brian Caler in den kommenden Wochen gewiss nicht mangeln. Am ersten Oktober-Wochenende sind seine Ehefrau Victoria und die beiden gemeinsamen Kinder aus Kempten zu ihm nach Rüsselsheim gezogen, wo die Vier nun gemeinsam in einem Miethaus wohnen. Bislang hatte der Familienvater alleine in einer kleinen Wohnung gelebt. Für Urlaub hat der Headcoach von Frankfurt Universe nun, da die Football-Saison zu Ende ist, keine Zeit. „Ich muss erst einmal mein Haus einräumen“, so Caler. 

Ob der Mann aus Jacksonville auch beruflich viel zu tun haben wird, ist hingegen unklar. Denn: Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister hat sämtliche Mitarbeiterverträge der insolventen Frankfurt Universe Betriebs-GmbH (FUB) gekündigt, wie er der FR am Montag bestätigte. Auch den Zweijahresvertrag von Caler, den von Defense-Koordinator Thomas Kösling und den von Geschäftsführer Michael Schwarzer. Aufgrund unterschiedlicher Kündigungsfristen laufen die Arbeitspapiere noch einige Wochen weiter, bis zum Ende des Jahres sollen aber alle Beschäftigungsverhältnisse beendet sein. 

Der Grund für die Kündigungen: Alle Einnahmen, die Rittmeister in den vergangenen Monaten erwirtschaftet hat, seien zweckgebunden für den Spielbetrieb gewesen. Den Überschuss müsse er nun an die Gläubiger verteilen und könne ihn nicht für Mitarbeiter ausgeben, schon gar nicht in 2019, so der Jurist. „Ich verwalte das Geld der Gläubiger. Ich kann es nicht dazu benutzen, um die FUB zukunftsfähig aufzustellen.“

Umso wegweisender wird damit die außerordentliche Mitgliederversammlung am 10. November (16 Uhr) im „Saalbau Titus-Forum“ des Frankfurter Nordwestzentrums, auf der über ein Konzept für die Zukunft und auch über die einzelnen Vorstandsposten abgestimmt wird. Danach wird klar sein, ob es mit der FUB weitergeht oder eine neue GmbH für den Spielbetrieb gegründet wird.

Sollte die FUB keinen Betreibervertrag für die Saison 2019 mehr bekommen, habe der geplante Schuldenschnitt zur Sanierung der GmbH keinen Sinn mehr, so Rittmeister. „Dann gibt es eine Abwicklung.“ 

Geduld ist gefragt

Ob Caler, Kösling und Schwarzer neue Verträge bekommen, müsse ebenfalls der Verein als Gesellschafter entscheiden, so der Insolvenzverwalter. „Aber dann muss er auch die Einnahmen dazu haben.“ Sämtliche Spielerverträge waren so formuliert, dass sie nach dem letzten Saisonspiel automatisch enden. Rittmeister würde es „begrüßen“, wenn es mit der FUB weitergeht, „aber es liegt nicht in meiner Hand.“ Schwarzer hofft derweil, durch gute Arbeit in den kommenden Wochen für sich und die FUB werben zu können: „Wenn wir einen neuen Hauptsponsor finden, ist uns bestimmt niemand böse.“

Auch Caler muss nun Geduld beweisen. „Natürlich will ich weitermachen, keine Frage. Aber ich muss jetzt einfach abwarten, wie es weitergeht“, sagt er. Den Umzug mit der Familie ins Rhein-Main-Gebiet bereut er dennoch nicht: „Wir haben die Entscheidung unabhängig von meiner Arbeit getroffen.“ 

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