Lade Inhalte...

Frankfurt Galaxy Lila Lügen

Galaxy-Chef Matthias Mämpel wird unter heftigen Anschuldigungen vom Stammverein Frankfurt Universe gefeuert.

29.10.2015 07:34
Manuel Schubert
Matthias Mämpel will sich im Sattel, halten und weist alle Vorwürfe zurück. Foto: imago/Schüler

Das letzte Lebenszeichen der Frankfurt Galaxy ist noch nicht alt. Am gestrigen Mittwoch, gegen neu Uhr morgens, verkündeten die Footballer stolz, eine Einladung vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann erhalten zu haben. Aufgrund „ihrer herausragenden Saison“ wolle das Stadtoberhaupt der Mainmetropole die „Men in purple“ bei einem Empfang persönlich beglückwünschen. Am 20. November sollte das sein.

Rechte liegen noch bei NFL

Dazu wird es höchstwahrscheinlich nicht kommen. Denn gestern hallte ein Paukenschlag mit Ankündigung durch die Bankenstadt: Galaxy-Geschäftsführer Matthias Mämpel ist vom Stammverein Frankfurt Universe hochkant rausgeschmissen worden. Sämtliche Verträge mit seiner Frankfurter Football Betriebs GmbH wurden aufgekündigt. Die fungierte seit dieser Saison als Vermarktungsgesellschaft für die erste Mannschaft. Das soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Denn nun kam raus, was viele ahnten: Die Rechte an der Marke Frankfurt Galaxy liegen immer noch bei der NFL, der amerikanischen Profiliga, die einst ihren europäischen Ableger und damit die Galaktischen ins Leben gerufen hatte. Schon voriges Jahr im Herbst hatte Mämpel eine Abmahnung von der NFL erhalten, in der ihm dringendst ans Herz gelegt wurde, den Namen Galaxy aus seinem Konzept zu streichen. Auf dieses Schreiben hat der Unternehmer aber nie geantwortet. Geschweige denn, dass er sich dran gehalten hätte. Und Universe erfuhr scheinbar erst jetzt davon. „Das fühlt sich natürlich total beschissen ab“, schimpft Klaus Rehm, der Vorsitzende im Gespräch mit der FR. „Wir sind belogen worden.“

Abmahnung nie erwähnt

Offenbar nicht nur einmal. Rehm und seine Vorstandskollegen waren schon dabei, eine Kündigung gegen Mämpel vorzubereiten, als sie von der Sache mit dem Namen erfuhren. Die Galaxy habe noch kein einziges Mal Steuern bezahlt, glaubt Rehm. Mämpel habe das Finanzamt monatelang mit einer Änderung des Hauptsitzes hingehalten.

Ob die Galaxy in ihrer ersten Saison Gewinn oder Verlust gemacht hat, wisse er auch nicht. Mämpel habe ihm keinen Einblick in die Finanzen gewährt, wodurch er seine Auskunftspflicht verletzt habe. 23 Argumente, um die Kündigung zu rechtfertigen, habe er da schon gehabt, behauptet Rehm. Und dann fiel ihm die Sache mit den Markenrechten ein.

Ein Anruf bei der GFL genügte: Präsident Robert Huber hatte im Herbst 2014 das Schreiben der NFL an Mämpel weitergeleitet, von den Amerikanern aber erst viel später eine Genehmigung bekommen, mit Universe darüber zu sprechen. Erst durch Huber erfuhr der Verein vor einigen Tagen von der Abmahnung, die Mämpel nie erwähnt hatte. Wegen „zahlreicher Rechtsverletzungen“ hatte die NFL bereits am 8. Oktober 2014 in dem Schreiben eine Unterlassungserklärung von Mämpel gefordert. Die hat er offensichtlich nie unterschrieben. Die Galaxy ist eine ganze Saison lang unter einem Namen aufgelaufen, den sie nie hätte tragen dürfen.

Und Mämpel? Der will sich mit Gewalt im Sattel halten, behauptet, die Vertragsauflösung sei „rechtsmissbräuchlich“, weshalb die Zusammenarbeit noch bis 2019 weiterlaufen müsse. „Frankfurt Galaxy wird es auch künftig unter diesem Namen geben.“ Langweilig wird es so schnell nicht.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen